Ach Europa

Ein Gedicht von Heiner Hannappel

Ach Europa

Du wunderschöner Kontinent,
christlich geprägter Okzident,
wohl dem der deine Schönheit kennt,
deine Berge Täler Höhen Strände
füllen unzählige Bücherbände
deine Flüsse deine Auen,
satt kann sich das Auge wohl nie schauen.
Nur der Natur schöpferische Kraft,
in ihrer Einheit so viel Schönheit schafft.

Ach Europa

Der Homo Sapiens, einem anderen Kontinent entstammt
nahm dieses Juwel, als er es fand.
Der Mensch zog bald Grenzen unbedacht,
deine Natur verwischte sie bei Tag wie Nacht.
Wo diese doch noch unnütz stehen,
Jahrhunderte zeigen,dass sie verwehen.
So zeigt die Natur dem Menschen vor,
was er nur ist— ein winziger Thor.

Ach Europa

würden sich die Menschen nur,
ein Beispiel nehmen an deiner Natur,
steht´s auf Ausgleich nur bedacht
sie nie der Menschen Fehler macht.
Sie kennt keine Gier Geld und Reich.
bei ihr sind Wesen auch Menschen gleich.
Kulturen entstanden
Kulturen entschwanden.
Ihre Zeugnisse kann man noch überall sehen,
steinern, auch in Schriften sie stehen.
Doch an Kultur der Menschlichkeit
fehlte es allerorten aller Zeit.

Ach Europa

obwohl du genug für alle hast,
Frieden nicht zu allen passt.
Streiten gepaart mit grenzenloser Gier,
verbrannte dein Antlitz mal dort mal hier.
War Frieden mal an einem Ort,
verflog er anderswo sofort,
hatte man in dort wieder eingefangen,
musste man anderswo um ihn wieder bangen.
Jahrtausende wärte so das traurige Ringen,
ohne Freud wie Freunde je zu bringen,
Freunde wurden schnell zum Feind
weil religiös man nicht vereint.
Mancher Vertrag zu schlecht durchdacht,
deinem Kontinent nur Elend gebracht.
In der Zeiten Verblendung schlugen viele Herzen allzu heiß,
doch nur Zerstörung des Anderen war der Preis.
In der Kriege rauem Ton
war ein Meer aus Tränen der Menschen Lohn.

Ach Europa

So war Jahrhunderte, nein Jahrtausende lang,
der Menschen Herzen durch Unfrieden bang.
Nie konnten sie sich zusammen raffen
um beständigen Frieden richtig zu schaffen.
Letztes Jahrhundert Verstand wie Vernunft verleugnend,
es hatte sich der Mensch zum Unmenschen gehäutet.
So hast du ihn noch nie gekannt,
fürchterlich war zweimal dein Antlitz verbrannt.
Zerstückelt geteilt war der Schuldigen Land.
Ein kalter Friede auf deinen Kontinent weilte,
während ein eiserner Zaun dein Antlitz teilte.
Der Menschen größtes Gut die Intelligenz
beleidigte sich selbst durch nukleare Overkill- Präsenz.

Ach Europa

Veränderungen hatten sich angekündigt
ein geteiltes Land wurde nun erst richtig mündig,
plötzlich, der trennende Zaun verschwand,
verwandt und sich doch nie gekannt,
deine Menschen Tränen der Freude vergossen,
ein Traum, wie haben sie diese Zeit genossen.
Lange vorher man Wirtschaftsräume erdacht,
welche in Gemeinsinn Wohlstand gebracht.
So brauchte man nur noch auf deinem Kontinent,
ein gemeinsames Haus, welches ein jeder kennt.
Das jeder vertrauensvoll das Haus begeht,
so zu den in Europas Vielfalt geprägten Fundamenten steht.

Ach Europa

es ist ein Graus mit diesem europäischen Haus,
bei den Erbauern gingen Mahner ein und aus.
trotzdem, bevor Keller und Wände fertiggemacht,
lieferte man nach Planung zuerst mal das Euro Dach.
Da die Wände nicht einheitlich hochgezogen
wurde die Statik passend gelogen.
Gefahren entstanden nun durch des Daches Gewicht,
doch Bauherren wie Planer dieses nicht anficht.
Da man die Schieflage partout wollte ignorieren,
heute die Stützmaßnahmen zu sehr pressieren.

Ach Europa,

so das Dach wohl nimmer hält
geht seine Stützung zu kräftig ins Geld
da aber keiner davon ausreichend hat,
macht das vermaledeite Dach alles bald platt.
Immer schneller brechen mangels Statik nun die Wände,
das Dach wird zu schnell schiefer, es fehlen Geld wie Hände.
So wird bald diese Fehlkonstruktion mitsamt dem Dach
zusammenstürzen mit lautem Krach.
Oh hätte man doch nur Anfangs gefragt den kleinen Mann,
der hätte mit Lebens Erfahrung gezeigt sodann
wie man´s richtig machen kann.

Ach Europa

wie soll es nun nur weitergehen,
rundherum wir nur noch Schulden sehen.
Der Fehl Bau steht unfertig wacklig noch vor der Tür,
für einen Neubau fehlt das Geld doch hier.
Selbst für eine neue Planung
fehlt den Planern jede Ahnung.
wie soll es denn nun weitergehen,
rundherum wir nur noch Schulden sehen.

Ach Europa

Schulden der Menschen Gedanken bedrohen.
Schulden lassen wieder die Sprache verrohen.
Schon wieder schaut man all zu vehement,
nur auf das, was wieder trennt.
Ohne Bedacht, was man so zerstört,
obwohl man doch letztlich zusammen gehört.
Schon Geschaffenes stellt man wieder in Frage,
bedenkt,was wollt ihr euren Kindern sagen!!!

Ach Europa

von
Heiner Hannappel
Raiffeisenstrasse 63
56072 Koblenz
Tel:0261 22287
E-Mail: Heiner.Hannappel@gmx.de

Ach Europa
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2 Kommentare

  1. „Ich glaube – und hoffe – auch, dass Politik und Wirtschaft in der Zukunft nicht mehr so wichtig sein werden wie in der Vergangenheit. Die Zeit wird kommen, wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten. Politik und Wirtschaft befassen sich mit Macht und Wohlstand, und weder dem einen noch dem anderen sollte das Hauptinteresse oder gar das ausschließliche Interesse erwachsener, reifer Menschen gelten.“

    Arthur C. Clarke (Profile der Zukunft)

    Im Mittelalter hat man daran geglaubt, dass die Sonne sich um die Erde dreht. Nur weil wir daran heute nicht mehr glauben, ist das zivilisatorische Mittelalter (Zinsgeld-Ökonomie) noch nicht überwunden:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html

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