Alles aus den Fugen

Wenn nicht nur die Finanzwelt in Kürze aus den Fugen gerät, sondern die gesamte Wirtschaft, der gesellschaftliche Zusammenhalt, die noch bestehende pseudostaatliche Ordnung, wird jeder auf sich selbst gestellt sein oder auf die kleine Gemeinschaft einer Gruppe Menschen, die man gerade noch rechtzeitig um sich scharen konnte.
Vielleicht nur noch wenige Wochen und jede Vorsorge-Idee, die heute noch mitleidig-verächtlich belächelt wird, entscheidet über Gesundheit und Leben. Deshalb ein paar Sätze zum Thema Brot.

Außer Dosenbrot läßt sich das tägliche wichtige Nahrungsmittel nicht lange aufheben. Frisches Korn schon eher, sofern es richtig gelagert wird (mehr dazu weiter unten). Auch Mehl wäre nicht lange lagerfähig. Um das Korn zu Mehl zu mahlen, braucht es eine Mühle. Eine gute Mühle mit richtigen Mahlsteinen sollte es sein – mit elektrischem oder mit händischem Antrieb. Handmühlen mit Mahlstein erfordern etwas mehr Zeit als mit elektrischen Mühlen. Dafür wäre man mit Handbetrieb autark.

Zum Brotbacken gibt es viele Anleitungen im Netz. Am besten ausdrucken. Ob das Internet zur schlimmsten Zeit der bevorstehenden Krise funktioniert, ist fraglich. Wer vorbereitet sein will, sollte das Selbstbacken schnellsten ausprobieren. Der gute Geschmack selbstgebackenen Brotes wird jeden, der es noch nicht probiert hat, überraschen.

Außer Korn gehören weitere Zutaten in die Vorratskammer: Trockenhefe (nach eigener Erfahrung bis zu 4 Jahren kühl und trocken lagerfähig). Der Teig geht besser auf, wenn auf ein 3/4 Kilo Mehl eine Tasse Apfelessig zusätzlich hinzugegeben wird. (Apfelessig ist lange lagerfähig).

Woher kommt die Backenergie?

Zunächst gibt es noch Strom und Gas. Wenn beides ausfällt, kann man Brot auch im Kaminofen backen. Eine genaue Anleitung wird auf dieser Seite in Kürze erscheinen (ich muß noch ein paar Fotos machen).
Richtiger Luxus wäre ein Steinbackofen im eigenen Garten (Anleitung im Netz). Wer Platz dafür und verständige Nachbarn hat, kann eine schöne Gemeinschaftsaufgabe daraus machen. Auch eine gute Gelegenheit, mit Nachbarn über die neue bevorstehende Weltlage ins Gespräch zu kommen.

Eine hervorragende supergesunde, nahrhafte Beimischung zum Brotteig ist Chia-Samen. Chia-Samen gehörte in den alten Kulturen der Azteken und Mayas zum täglichen Speisezettel. Chia enthält in hohen Prozentsätzen fast sämtliche wichtigen Vitamine, Mineralien, essentielle Fettsäuren und mehr Eiweiß als Soja. Chia-Samen hat einen milden nussigen Geschmack und ist für mich im Brot inzwischen unverzichtbar. Die kleinen Samen sind vier bis fünf Jahre ohne jeden Verlust ihrer guten Eigenschaften lagerfähig. Einfach eine größere Menge „einbunkern“. (Alles über Chia-Samen weiter unten).

Zur Langfrist-Lagerung von Korn, gleich ob Weizen oder Dinkel, folgenden Tipp: Kaufen Sie einen Sack Getreide (je nach Anbieter 25 oder 30 kg) im guten Bioladen oder direkt beim Bio-Landwirt. Mit einem Feuchtigkeitsmesser (beim Landwirt ausleihen) sollte die Trockenheit geprüft werden (nicht über 12 bis 15 Prozent darf es sein). Ist noch mehr Feuchtigkeit im Korn, dann den offenen Sack im trockenen Raum ca. 4 Wochen stehen lassen. Ist das Getreide gut getrocknet, kann es konserviert werden.

Dazu braucht man kräftige Aluminiumbeutel (innen mit Schutzfolie kaschiert) und Sauerstoff-Absorber. Nicht erschrecken, gibt es alles im Internet-Handel, z.B. bei conserva.de. Hier finden sich auch leicht verständliche Beschreibungen zur richtigen Handhabung. Ein ergänzender Tipp: Zum luftdichten Verschweißen der Alubeutel genügt ein Bügeleisen. Weil meine Frau ihr Standarteisen nicht „entweiht“ haben wollte, habe ich ein kleines Reisebügeleisen für rd. 10 Euro gekauft. Funktioniert bestens.

Viel Erfolg beim „Bunkern“ und Backen. Ihr Gaumen wird anschließend begeistert sein.

Link zum „Chia-Wunder“.

Buchempfehlung:

Biete HAARSCHNITT gegen BROT
Arnold, Wolfgang
Wir haben verlernt, mit welch schöpferischer Fantasie es sich in der Not noch durchaus recht gut leben lässt.Sobald der Mangel quält, werden Kräfte in uns wach, die nur verschüttet waren. In diesem Buch erfahren Sie, wie Sie sich und ihre Familie im Krisenfall schützen können einer Krise, auf die der Zug der Wirtschafts- und Finanzwelt unausweichlich zusteuert.

Alles aus den Fugen
3 Stimmen, 3.67 durchschnittliche Bewertung (78% Ergebnis)

4 Kommentare

  1. hallo maria,

    was räts du mir, wegen meiner familie, sie will einfach nicht zuhören.

    ich darf für sie vorsorge treffen. wir sind vier wohnparteien, zwei brüder, eine mutter, und ich. ich habe schon lange vorgesorgt, aber bei meiner familie sehe ich schwarz. früher hatten wir ein keller wo wir eingelagert haben, das war toll.

    ich muß sie gegen die wand laufen lassen, anders lehrnen sie es nicht.

  2. alles viel zu kompliziert.
    Wir sprechen hier über eine Überlebensstrategie. Kann mir gut vorstellen, wen das anlockt, wenn ich Brot backe. Da wäre ich wohl nicht der Nutzniesser vom Brot. Hahaha.
    Viel einfacher und gesünder ist es, das Korn einfach zu keimen. Das muss man ein bischen üben. Wenn der Keim genau so lang ist wie das Korn, ist es fertig zum essen. Kann wahlweise gleich verzehrt oder getrocknet werden und später getrocknet verzehrt werden.
    Leute, löst Euch von alten Mustern. Dazu gehört auch Brot.
    Zu den gekeimten Körnern gehören Wildkräuter. Ein Löwenzahnsalat ist lecker. Gibt es in den meisten Regionen das ganze Jahr über. Löwenzahnwurzeln sind auch lecker.
    Natürlich KEINE Aluminiumbeutel. Das ist Gift pur. Getreide lässst sich für 10 Jahre in einer einfachen Wassertonne lagern, sofern es regelmässig bewegt wird. Also wird unten ein Loch reingeschnitten, das Ganze auf Steine, etwas erhöht gestellt und immer mal wieder etwas Getreide abgelassen und oben wieder rein gefüllt. Das hält Motten und anderes Ungeziefer fern. Die Bewegung bedeutet für sie Gefahr für den Nachwuchs. Ratten und Mäuse kommen auch nicht ran also muss man nur noch auf Luftfeuchtigkeit achten. Ein 400 Liter Fass ernähert einen für mehr als ein Jahr.
    Übrigens schmecken getrocknete Getreidekeimlinge lecker. Esse ich oft als snack. Es gibt kaum was gesünderes, sofern es Bio ist.

  3. Chia ist meinem Empfinden nach in Notzeiten,
    wo es möglicherweise auf jedes Vitaminchen ankommt,
    viel zu wertvoll um es zu verbacken
    (es sei denn man hat die Chia-Fülle ;)).
    Abends mit feinst gehacktem Trockenobst und Wasser eingeweicht
    ergibt’s am Morgen nen leckeren Brotaufstrich.

    Damit Kinder auch was zum Naschen haben in rohköstlicher Form,
    weicht man z.B. Cashewkerne oder Mandeln über Nacht in wenig Wasser ein,
    mixt (feiner-elektrisch) oder zerhackt(grober-händisch) das Ganze,
    süßt z.B. mit etwas Honig, Dattelsirup oder Stevia und
    gibt dann Chia dazu, das die Flüssigkeit bindet
    und so den Puddingeffekt entstehen lässt.
    hmmmmmmmmmm

  4. Hallo und Guten Tag!

    Was mir nicht ganz klar ist, wird eine Tasse Apfelessig zusätzlich zur Trockenhefe verwendet oder anstatt dieser und wird das Brot dann nicht sehr sauer?

    Mit freundlichem Gruß
    Uli

    @ uli
    Die Tasse Apfelessig wird zusätzlich zur Trockenhefe unter den Teig gemischt. Der Essig fördert ein besseres Aufgehen der Hefe. Man könnte auch etwas Sauerteig zusätzlich verwenden, was manche Bio-Bäcker tatsächlich auch tun. Das Brot wird dadurch nicht sauer. Schmeckt herzhafter.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*