Auszeichnung der zehn größten System-Huren …

… von Peter Ziemann

Die zehn größten System-Huren

Ist es nun die saure Gurken-Zeit oder das besonders systemunterwürfige Verhalten, das SPIEGEL ONLINE dazu bewogen hat, Die zehn gefährlichsten Politiker Europas als Scharfmacher in der Euro-Krise auszuwählen? Wir wissen es nicht.

Aber wieder einmal wird die Nazi-Keule scharf gemacht, wenn der Autor in seinem Bericht folgert: Auch in anderen Ländern schüren Politiker Ressentiments. Zehn Scharfmacher bringen das Projekt Europa ernsthaft in Gefahr.

Wir beschäftigen uns nicht weiter mit der unsäglichen Propaganda eines ehemaligen investigativen Nachrichten-Magazins, das schon lange seine Zähne gegen das politische Establishment verloren hat.

Aber die Art dieser Bericht-Erstattung verdient auf alle Fälle einen Platz in der Rangliste der zehn größten System-Huren – also derjenigen insbesondere medialen Kräfte im Land, die das kaputte System mit Fälschen, Leugnen und Schönreden noch aufrecht erhalten wollen.

Versuchen wir also einmal, entsprechende Kandidaten dieser Rang-Liste der Volksverdummung zu identifizieren.

Platz 10 für Herman-Josef Tenhagen von Finanztest. Als Tingel-Tangel-Tenhagen ist er omnipotent bei allen medialen Ergüssen insbesondere im öffentlich-rechtlichen Propagada-Funk, wo es darum geht, den Bürgern die Angst vor ihren Ersparnissen und ihrer Altersvorsorge auszureden. Besonders perfide: Die hinter Finanztest stehende Stiftung Warentest genießt in der Bevölkerung (zu Unrecht) noch einen ausgezeichneten Ruf für Unabhängigkeit und Qualität.

Platz 9 für die NPD. Das Vorzeige-Sammelbecken der rechten Gefahr in Deutschland. Wird immer wieder gerne dazu verwendet, die Nazi-Keule mit moralinsauren Wirkstoffen schussbereit zu halten. Offiziell möchte man dieses Konstrukt verbieten – kann es aber mit Rücksicht auf die Zukunft des Verfassungs-Schutzes nicht.

Platz 8 für Jörg Schönenborn mit seiner Forschungsgruppe Wahlen. Wenn es darum geht, die Kluft zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung besonders eklatant sichtbar zu machen, dann erfüllt insbesondere der smarte Jörg Schönenborn den Auftrag seiner Herren mit besonderem Genuss. Da werden die feigsten Vaterlands-Verräter wie Wolfgang Schäuble zu den beliebtesten Politikern im Lande verklärt. Und der Bürger stände (angeblich) weiterhin nach Analyse der Forschungsgruppe Wahlen hinter der Ausplünderungs- und Schwundwährung Euro.

Platz 7 für die Wirtschaftsweisen, insbesondere Peter Bofinger. Wenn es darum geht, die wirtschaftliche Lage eklatant trotz besseren Wissens zu beschönigen, dann stecken sicherlich die staatlich alimentierten Wissenschaftler mit ihren Instituten hinter einer solchen Bewertung.

Platz 6 für die Sozialverbände, Kirchen und andere Vertreter der Sozial-Industrie. Schließlich geht es bei der Euro-Rettung ja auch um die Fortsetzung der Ausplünderung der immer kleiner werdenden Zahl der Leistungsträger wie im bundesdeutschen Sozialstaat.

Platz 5 für den Deutschen Gewerkschaftsbund. Was waren das noch für Zeiten, als die Gewerkschaften den deutschen Industriearbeiter während des Wirtschaftswunders vertreten haben. Nachdem dieser Typus aber immer mehr auszusterben drohte, machte man sich zum Anwalt der Sozialhilfe-Empfänger. Den Tiefpunkt hat die Gewerkschafts-Bewegung inzwischen damit erreicht, in dem sie die Interessen fremder Völker zu Lasten ihrer ehemaligen Mitglieder vertritt.

Platz 4 für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Ob es nun Krisen-Sendungen zwecks Beschönigung der Krise oder kostenlose und unterwürfige Sendezeit für unsere Geliebte Führerin war. ARD und ZDF haben das verinnerlicht, was der erste Bundeskanzler Adenauer eigentlich mit der Gründung des ZDF implementieren wollte – sein eigenes Regierungs-Fernsehen.

Platz 3 für den SPIEGEL. Nach seinem heutigen Traktat ist der auch volkstümlich Speichel genannte Verlag endgültig in der Gosse von Hartz-IV Telenovelas und Unterschichten-TV angekommen.

Platz 2 für die Deutsche Industrie-Lobby. Seien es nun BDI (Hans-Peter Keitel), BDA (Dieter Hundt) oder das Institut der deutschen Wirtschaft (Michael Hüther). Wie während der Euro-Krise vertreten diese Organisationen schon seit mehr als einhundert Jahren (besonders eigennützlich) das Wohl der deutschen Großindustrie. Eine besonders glückliche Hand hatten sie dabei historisch jedoch nie gehabt: Die zwei Weltkriege, für die sie Deutschland maßgeblich ausgestattet haben, gingen verloren. Und damit Patente und Absatz-Märkte. Trotz dieser Erfahrung: Der Euro bleibt alternativlos. Das wird das dritte Fiasko innerhalb von einhundert Jahren deutsche Industrie-Lobby-Geschichte werden.

Platz 1 für die Abgeordneten des Deutschen Bundestags. Anders als die Reichstags-Abgeordneten im Jahr 1933 wurden sie bei der Abstimmung zum ESM-Vertrag nicht durch SA- und SS-Schergen bedroht – sondern ihnen wurde der Verlust ihres Wahlkreises in Aussicht gestellt. Und ihnen wurde auch nicht der Zugang zu der Abstimmung durch vorherige Verhaftung verwährt. Aber ähnlich wie beim Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933 stimmten sie mit Zweidrittel Mehrheit für das Ermächtigungsgesetz 2.0 – aka dem ESM-Vertrag.

Ich gratuliere den Abgeordneten des Deutschen Bundestags, die dem ESM-Vertrag zugestimmt haben, zum Titel der größten System-Hure Deutschlands. Sie haben sich in besonders unwürdiger Art und Weise diesen Titel erarbeiten können.

Quelle: bullionaer

 

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Kommentare

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  1. Wenn CDU/CSU und FDP mit Unterstützung von SPD und Grüne dem ESM-Vertrag demnächst zustimmen, haften die deutschen Steuerzahler sogar unbegrenzt mit ihrem Vermögen – für am Computer durch Mausklick erstellte Kredite (Buchgeld, hinter dem keine Werte stehen) der Privatbanken.

  2. In einer Analyse räumt Josh Rosner vom unabhängigen Finanzanalysten Graham Fisher mit dem verbreiteten Irrtum auf, dass die wirtschaftlichen Erfolge Deutschlands in den vergangenen Jahren auch die wirtschaftliche Lage in Deutschland so verbessert hätten, dass Deutschland mit oder Euro besser dasteht – und daher im Falle eines Euro-Crashs besser dastünde als andere europäische Staaten. Rosner legt dar, dass die „Erfolge“ vor allem zugunsten der exportorientierten Unternehmen und der deutschen Banken erzielt wurden. Sein Fazit: Die deutschen Arbeitnehmer seien durch die Hartz IV-Reformen vom Erfolg faktisch ausgeschlossen. Damit sei die Lage in Deutschland jedoch weit weniger stabil als von der deutschen Politik dem Rest Europas gerne vorgehalten wird. Das deutsche Wunder sei nicht auf intelligente Produktivitäts-Steigerung zurückzuführen, sondern auf schlichtes Lohndumping.

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