Blau ist gesund

Sie gehören zum Besten, was der Obststand zu bieten hat: Heidelbeeren schmecken nicht nur lecker, ihnen werden besondere Heilwirkungen nachgesagt. Ihr Farbstoff Anthocyan gilt als besonders gesundheitsfördernd. Sofern die Beere hält, was die äußere Frabe verspricht. Ist die Zunge blau, ist die Heidelbeere wild und stammt aus dem Wald.

Gezüchtete Heidelbeeren dagegen färben gar nicht die Zunge. Auch der Geschmack der gezüchteten Beere ist anders, manchmal sogar fad.

Das Blau der Beeren geht auf einen Farbstoff zurück, der Anthocyan heißt und den sogenannten sekundären Pflanzenstoffen zugerechnet wird. Diese werden in den vergangenen Jahren erforscht, weil sie eine antioxidative Schutzfunktion haben sollen. Die sogenannten Antioxidantien neutralisieren freie Radikale – das sind instabile Sauerstoffmoleküle, die bei der Zellerneuerung auftreten und im schlimmsten Fall Zellen zu Krebszellen mutieren lassen.

Es sind über 200 verschiedene chemische Varianten von Anthocyanen bekannt. Ihre gesundheitsfördernde Wirkung wurde ursprünglich auf ihre antioxidative Wirkung zurückgeführt. Diese ist jedoch nur im Reagenzglas gut nachgewiesen. Professor Ralph Bock vom Max Planck Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam-Golm: „Daß Anthocyane gesundheitsförderlich sind, gilt jedoch als gesichert – lediglich warum sie es sind und wie sie im Köper molekular wirken, ist noch nicht abschließend geklärt.“

Heidelbeeren haben einen hohen Anteil an Anthocyanen. Der höchste Anteil wird Aronia-Beeren nachgesagt. Anthocyane kommen in fast allen Pflanzen vor. Allerdings in unterschiedlicher Konzentration auch bei Brombeeren, schwarzen Johannisbeeren, Kirschen und Pflaumen. Daß Anthocyane der einen Pflanze gesünder seien als solche anderer Pflanzen ist nicht erwiesen. Wichtig ist die Menge an Anthocyanen, die die Pflanzen oder ihre Früchte enthalten.

Blaubeeren sind ein Nahrungsmittel wie andere Früchte auch, das vom Körper entsprechend aufgeschlossen und genutzt werden muß. Sie sind damit noch kein Medikament. Als reines Lebensmittel ist die medizinische Wirkung von Blaubeeren natürlich begrenzt. Empirisch gesichert ist die antibakterielle Wirkung bei Infektionen der Harnwege und der Blase.

Welche Dosis ist zu empfehlen. Eine Handvoll bzw. eine Tasse voller Beeren könne als Tagesdosis reichen, sagen Ernährungswissenschaftler. Allerdings: Wilde Heidelbeeren, die einen weit höheren Anteil an Anthocyanen besitzen, sind saisonal nur begrenzt zu bekommen.

Wenn sie über längere Zeit starkem Licht oder hohen Temperaturen ausgesetzt werden, können Anthocyane zerstört werden, sodaß der Anthocyan-Gehalt in verarbeiteten Früchten niedriger sein kann als in frischen Früchten.

Frischgepreßte Muttersäfte in dunklen Flaschen sollten aber ihre volle Wirksamkeit besitzen – ungeöffnet und kühl gelagert über die gesamte Mindeshaltbarkeitsdauer. Mehr über Anthocyane.

Blau ist gesund
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1 Kommentar

  1. Gezüchtete (amerikanische) blueberries sind eine eigene Art. Sie als Blaubeeren zu bezeichnen, ist zwar übersetzungsmässig korrekt, aber trotzdem und, wie ich meine, gewollt irreführend. Ein Verbot der irreführenden Bezeichnung ´durch die Eurokraten in Brüssel wäre ausnahmsweise willkommen. Sie könnten ja mit dem Zusatz´“amerikanische“ vermarktet werden, aber das würde wohl den transatlantischen Beziehungen schaden.

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