Bundeswehr bereitet sich auf Bürgerkrieg vor

Übungsstadt „Schnöggersburg“

Von Johannes Stern (wsws)

Am Donnerstag fand auf dem Gelände des „Gefechtsübungszentrums Heer“ (GÜZ) nördlich von Magdeburg die Teilübergabe der Stadt „Schnöggersburg“ an die Bundeswehr statt. Schnöggersburg ist ein „urbaner Ballungsraum“ mit mehr als 500 Gebäuden, 300 Hütten, Sportanlagen, Brücken, einem Industriegebiet, einer Altstadt mit Marktplatz, einem Regierungsviertel, einem Elendsviertel und einem Sakralbau. Außerdem beinhaltet er einen Flugplatz, eine Kanalisation, eine zweispurige Autobahn und mit 350 Metern Länge die einzige U-Bahn Sachsen-Anhalts.

Auf dem mehr als 140 Millionen Euro teuren Mega-Objekt werden Soldaten ab 2018 den Häuserkampf und die Vorbereitung auf Einsätze der Bundeswehr im Inland „in möglichst realitätsnaher Umgebung“ (Verteidigungsministerium) trainieren. „In Schnöggersburg werden typische Elemente eines urbanen Ballungsraumes abgebildet, um Soldaten für Einsätze in bebauten Gebieten optimal vorzubereiten“, teilte die Bundeswehr in ihrer offiziellen Einladung an Pressevertreter mit.

„Was hier entsteht, ist sicherlich einmalig“, prahlte der parlamentarische Staatssekretär des Verteidigungsministeriums, Markus Grübel, in seinem Grußwort über die gewaltigen Ausmaße des Projektes. „Diese ersten Teile des urbanen Ballungsraumes, die heute dem Gefechtsübungszentrum des Heeres termingerecht übergeben werden, finden in der Art der Bauausführung und seiner Größe sicherlich zumindest in Europa nichts Vergleichbares.“

Generalleutnant Frank Leidenberger ließ keinen Zweifel daran, auf was sich die Bundeswehr in Schnöggersburg vorbereitet: „Die Einsätze der Vergangenheit haben uns gelehrt, dass das Umfeld, in dem wir gegebenenfalls kämpfen müssen, nicht mehr die freie Fläche ist, sondern der urbane Raum.“ So sei es „nur logisch und konsequent, dass, wenn wir unsere Soldaten im Auftrag des Parlaments in den Einsatz schicken, wir ihnen die entsprechenden realistischen Ausbildungsmöglichkeiten geben.“

Welche „Einsätze“ Leidenberger im Sinn hat, zeigen die jüngsten Entscheidungen der noch amtierenden Bundesregierung. In dieser Woche hat die Bundeswehr nach einwöchiger Unterbrechung die Ausbildung kurdischer Peschmerga-Kämpfer im Nordirak wieder aufgenommen. Zuletzt waren die Peschmerga mit ihren deutschen „Ausbildern“ an der blutigen „Schlacht um Mossul“ gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS) beteiligt, bei der auch tausende Zivilisten brutal ermordet wurden.

Ähnliche Einsätze plant der deutsche Imperialismus zur Durchsetzung seiner wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen auch in Afrika und Zentralasien. In ihrer letzten Kabinettssitzung hat die amtierende Bundesregierung eine kurzzeitige Verlängerung der Auslandseinsätze der Bundeswehr in Mali und Afghanistan auf den Weg gebracht. Außerdem beschlossen die Minister der Großen Koalition, dem neuen Bundestag die befristete Verlängerung der Bundeswehreinsätze in Syrien und im Irak sowie im Sudan und Südsudan vorzulegen.

Neben ihren brutalen Raubfeldzügen auf der ganzen Welt bereitet sich die herrschende Klasse ganz offen darauf vor, das Militär auch zur Niederschlagung sozialer Proteste im Inneren einzusetzen. So sieht etwa ein Dokument des Instituts für Sicherheitsstudien der Europäischen Union mit dem Titel „Perspektiven für die Europäische Verteidigung 2020“ die Aufgabe künftiger Militäreinsätze unter anderem im „Schutz der Reichen dieser Welt vor den Spannungen und Problemen der Armen“.

„Da der Anteil der armen, frustrierten Weltbevölkerung weiterhin sehr hoch sein wird, werden sich die Spannungen zwischen dieser Welt und der Welt der Reichen weiter verschärfen – mit entsprechenden Konsequenzen“, heißt es dort weiter. Durch die Technologie schrumpfe „die Welt zu einem globalen Dorf, das sich allerdings am Rande einer Revolution befindet. Während wir es mit einer immer stärker integrierten Oberschicht zu tun haben, sind wir gleichzeitig mit wachsenden explosiven Spannungen in den ärmsten Unterschichten konfrontiert.“

Seitdem das Papier im Jahr 2011 mit einem Vorwort der damaligen Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Catherine Ashton, veröffentlicht wurde, hat die soziale Ungleichheit in Deutschland und Europa weiter zugenommen. Während ein immer größerer Teil der Menschheit ums schiere Überleben kämpft, lebt eine kleine Oberschicht in Saus und Braus. Am Donnerstag enthüllte eine Studie der Schweizer Großbank UBS und der Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PWC), dass allein in Deutschland 117 Milliardäre leben. Insgesamt ist die Zahl der Milliardäre im vergangenen Jahr um 10 Prozent auf 1542 gestiegen und deren Gesamtvermögen um 17 Prozent auf 6 Billionen Dollar.

Mit ihrem „Leuchtturm-Projekt Schnöggersdorf“ (Leidenberger) bereitetet sich die herrschende Klasse auf die unweigerlich kommenden revolutionären Auseinandersetzungen vor. Im Frühjahr hatte die Umfrage „Generation what?“ der Europäischen Rundfunkunion gezeigt, dass sich eine neue Generation von Jugendlichen radikalisiert, die rechte Politik aller etablierten Parteien ablehnt und bereit ist, dagegen zu kämpfen. So beklagten 78 Prozent der Jugendlichen in Deutschland, dass sie einen wachsenden Nationalismus beobachten. Mehr als zwei Drittel der Jugendlichen erklärten, sie seien nicht bereit, in einem Krieg für Deutschland zu kämpfen. Mehr als die Hälfte würden sich jedoch an einem „großen Aufstand gegen die an der Macht beteiligen“.

Unter diesen Bedingungen wird die Vorbereitung auf Bürgerkrieg gegen die Bevölkerung von allen Parteien der herrschenden Klasse unterstützt. CDU/CSU, SPD und Grüne haben als Regierungsparteien in Sachsen-Anhalt „Schnöggersburg“ feierlich an die Bundeswehr übergeben. Die Linkspartei fordert nicht etwa, das Bürgerkriegs-Areal zu schließen, sondern dort „zivile Hilfskorps“ trainieren zu lassen, die „bei Naturkatastrophen oder humanitären Notkatastrophen zum Einsatz kommen“. Bereits im vergangenen September hatte die Bundestagsfraktion der Linken ein gemeinsames Treffen mit dem ehemaligen Generalinspekteur der Bundeswehr und Vorsitzenden des Nato-Militärausschusses Harald Kujat organisiert, der seit langem für den Einsatz der Bundeswehr im Inneren eintritt.

Bundeswehr bereitet sich auf Bürgerkrieg vor
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20 Kommentare

  1. Deine Einstellung ist richtig und stimme vollkommen zu, jepp.
    Momentane Stimmung, darauf kommt es an…HÖREN:

    Nicht Musik hören, sondern hören was das Herz grad spricht. Das ist ein feiner Unterschied. Berieseln lassen, oder selbst entscheiden. Worauf hast Du Lust?
    Könnte nie einem Popstar hinterher rennen. Wozu sollte man.
    Musik -wenn sie denn die Richtige ist- hilft dennoch sehr. WARUM?

    Höre auch gern (mit Funk-Kopfhörern) z.B. olle Marschmusik beim Putzen. Total klasse!
    Oder beim Kochen 80ziger über Lautsprecher.
    Zur Entspannung nachts im Bett oft Klassik oder leise asiatische Klänge neben dem Kopf.
    Auf´m Fahrad HedKandi- Housemusic und so weiter…Querbeet halt.

    Keine große Philosophie: Dafür ist Musik ja da.
    Habe tief nachgeforscht, wie Klänge und Töne/Frequenzen unser Gehirn beeinflußen können.

    Positiv wie auch Negativ.
    Wenn bei Stücken inhaltlich doch etwas dabei rübergebracht wird, um so besser.

    Dieser Kommentar ist eigentlich überflüßig. Empfindet wohl jeder Mensch so.

    • Eigentlich höre ich Musik nur, wenn mir danach ist. Von wegen, "Schalt dein Radio ein … la la la ". Kann diese Dauerberieselung nicht mehr brauchen! Sie stört beim Denken und die Konzentration! Heute genieße ich, immer mehr, die Stille! Naja, vielleicht liegt es auch am, fortgeschrittenen, Alter? 😉

      • Moin ihr Zwoi!
        Stille genießen hat mit Alter zu tun…könnte stimmen.
        Da sollte man schon früh mit anfangen in der heutigen Zeit.
        War auch mal DJ (in einer echten Disko) und hatte ein Internetradio über Second-Life.
        Dort die Disko entsprechend selbst gebaut, bla.
        Aber zuviel Lärm auf die Dauer. Sitze lieber im Wald.
        Langsam müßt ihr mich für´n Schnacker halten…
        Hab aber schon viel gemacht. Hatte auch´n eigenen Spielzeugladen usw.
        Wiegesagt: Kann Leute mit Langeweile nicht verstehen.
        Stille ist jedoch gut. Schöne Musik aber auch…Ab und zu, jupp.
        Also fühle ich mich so alt, wie ihr seid? Haha!

         Kina Grannis´ Video, awesome.
        1357 hours, 288,000 jelly beans, and a lot of love. …Woah!
        Schönes Lied noch dazu! Enjoy:)

        LG Zulu

  2. Die neuen, in Hau-Ruck20-Tagen Ausbildung fit gemachten Kanonenfutter-Gestalten werden das Kind schon schaukeln.
    Sogar Adolfs Volkssturm wurde trotz letztem Drücker noch 6
    Wochen am Panzerschreck ausgebildet.
    Ein Glück dass ich diese Uniform schon vor Jahren final an den Nagel gehängt hab. Wir hatten ja schon einen Haufen Irre als Verteidigungsminister:
    Von Hassel, Rühe, Wörner, Scharping und Jung. Die von der Laien ist nur die Spitze des Unfähigkeitseisberges, dessen 80 % unsichtbar unter der Decke schlummern. Transen als Batkom. usw.
    Flintenuschi hat meine Mitleidschaft im ResVerb. beenden geholfen.
    In so einem Kindergarten Unfähiger hat ein Soldat nichts verloren. Ein pussystaat

    • Blutfrei rumballern, Reflexe trainieren, anschließend Abhängen kann man doch auch bei Counterstrike, Quake, Unreal, Rainbow Six & GTA?
      Hab noch nie verstanden, warum die auf der einen Seite dringend Mörder brauchen,
      aber auf der anderen Seite diese Spiele raushauen und gleichzeitig schlecht reden?

      Habe mal einen Artikel gelesen, in dem es hieß:
      "In den sogn. Killerspielen schaltet man bewusst seine manifestierten Ängste aus."
      Das ist zweideutig, und diese Strategie der Obrigkeit ist vermutlich auch nach hinten losgegangen.
      D.h.: Entweder man beginnt das Abknallen zu mögen und geht zur Truppe.
      Wäre blöd.
      Oder aber, man killt dadurch seine eigenen Ängste,
      die man in den virtuellen Gegner projeziert,
      hat ein Psychologe gesagt.
      Außerdem werden als Nebeneffekt noch Reflexe trainiert.
      Hab die Games jahrelang gezockt und tue keiner Fliege was an.

      Hmm…das ist echt verrückt:)

  3. Schnöggersburg existiert doch schon lange, warum jetzt erst der Artikel?
    "Militärausbilder entsendet" bedeutet KSK-Spezialtruppen.

    Die sind echt krass drauf. Hab sie persönlich getroffen. Auch Marinetaucher/Kampfschwimmer.
    Werden unter den besten Spezialkommandos der Welt gehandelt.
    Wir haben zwar keine große Armee, aber super-effektive Kommando-Soldaten.
    Die GSG9 ist die höchst anerkannte Polizei-Truppe der Welt. Das Militär, also KSK usw. haben natürlich noch mehr Möglichkeiten durch weiteres Zerstörungs-Equipment wie U-Boote usw.
    Als Vasall sind wir jedoch verpflichtet, die dorthin zubringen, wo sie *ähem* gebraucht werden.
    Irgendwas müssen die schließlich auch zu tun haben, obwohl es 2002 auf Schröderisch offiziell hieß: "NEIN, wir gehen nicht in den Irak." Eine saftige Lüge für jede Gehör-Muschel. 

    Beteiligung Deutschlands Wehrmacht heutzutage/Info-Artikel

    Sehr gut und absolut wahr.

      • Sag Du es mir bitte!

        Wir sind so wichtig für den übergeordneten Plan. Aber mittlerweile bereits alle zu doof um das zu kapieren? Weiß ich auch nicht…jeder macht ja anscheindend gerne mit.

        Wie kommen G36 Gewehre nach Libyen, Mexiko usw. Transall´s fliegen sie dorthin.
        Wobei die Möhre hier verteufelt wird. Ist doch ne super Knarre.
        Wie kommen alte G3 Flinten nach Syrien, obwohl man damit sogar Stabhochsprung machen könnte. So robust sind die.
        Granatwerfer, MG3´s und MILAN- Raketenwerfer als Verpackungsmaterial inkl.
        Leopard-Panzer für Saudi-Arabien, Türkei. Bestochene Griechen. Ganze 200 Stück!
        Obwohl die nur Berge haben?
        Na gut. Dann eben ne komplette Werft und 4 U-Boote. Wovon nur eines jemals gefahren ist.
        Der Schluß daraus? Nix mehr glauben evtl.?

        Hallo. Bin Zulu. Und wie heißt Du…?

  4. Die bringen es fertig und lassen die BW und die Polizei gegen die eigene Bevölkerung schießen, wenn es zu einem Aufstand käme. Ich traue denen mittlerweile alles zu.

      • Mit Sicherheit! 🙂

        Aber! Ich weiß nicht …

        … wie, im Zweifelsfall, die BW (und Polizei) schlußendlich (re-) agieren werden?

        Ich kann mir nicht vorstellen, daß die zufriedener sein sollten, wie der Durchschnitt?

        Deshalb gehe ich davon aus, daß "dieses Training" uns noch mal von Nutzen sein wird!

        • hallo Jürgen,

          einen nutzen werden wir davon sicherlich nicht haben. das es irgendetwas zu unserm nutzen beiträgt kann man sicherlich einem "bildungsresistenten" Volk erzählen.

          bei einem krieg braucht man nur zu schauen, wer am schluss gewonnen hat und den profit eigestrichen hat. und da hat man den initiator.

          also brauchen wir uns nur die Ergebnisse der letzten 2. WK anschauen und mit bißchen Erfahrung kommt man zu dem schluss, den 3.WK wird Deutschland auch bezahlen müssen. da geht kein weg dran vorbei.

           

          • asisi1,

            wer redet denn gleich von einem Weltkrieg?   Da ist Häuserkampf nur interessant, wenn er nicht atomar geführt wird?

            Nein! Es wird mehr um innerdeutsche Dispute gehen. Und da kann ich mir durchaus vorstellen, daß die, welche dies jetzt neu in´s Trainingsangebot genommen haben, sich gründlich verrechnet haben könnten, was das, ursprüngliche, Ziel der Ausbildung angeht!  🙂

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