Crash voraus

baltic_dry_vessel_schiffeZum ersten Mal überhaupt ist der Baltic Dry Index (BDI) unter 400 Punkte gefallen. Während ich diesen Beitrag schreibe, steht er bei 394. Um ehrlich zu sein, ich hätte mir nicht vorstellen können, dass er so tief fallen könnte. Anfang August stand der BDI bei 1.222 Punkten und seitdem ist er kontinuierlich gefallen.

Michael Snyder am 15. Jan. 2016 (Übersetzung n8waechter):

Natürlich ist der Baltic Dry Index auch vor dem großen Aktienmarkt-Crash 2008 gefallen, aber jetzt steht er bereits niedriger als während der gesamten Krise seinerzeit. Dies ist nur ein weiteres Indiz dafür, dass der globale Handel zum Stillstand gekommen ist und dass 2016 ein »verheerendes Jahr« für die Weltwirtschaft wird. (Thema Vorsorge!)

Falls Ihnen der Baltic Dry Index nichts sagt, hier eine hilfreiche Definition von Wikipedia:

Der Baltic Dry Index (BDI) wird von der Baltic Exchange in London veröffentlicht und ist ein wichtiger Preisindex für das weltweite Verschiffen von Hauptfrachtgütern (hauptsächlich Kohle, Eisenerz und Getreide) auf Standardrouten. […] Untergruppen des Index berücksichtigen 26 Hauptschifffahrtsrouten und erfassen die Kosten für Zeitcharter und Reisecharter für vier Schiffsklassen (Capesize, Panamax, Supramax und Handysize) im Trockenschüttgutverkehr. Hauptfrachtgüter sind Kohle, Eisenerz, Zement, Kupfer, Kies, Dünger, Kunststoffgranulat und Getreide.

Der BDI ist einer der Schlüssel-Indikatoren für Experten, wenn sie herauszufinden versuchen wohin sich die Weltwirtschaft entwickelt. Und aktuell sagt er uns, dass wir uns auf dem Weg in einen großen weltweiten wirtschaftlichen Abschwung befinden. (Mehr)

Einige versuchen den jüngsten Absturz des Baltic Dry Index zu verwerfen, indem sie behaupten, dass die Frachtraten deswegen gefallen sind, weil es da draußen einfach viel zu viel Fracht-Kapazität gäbe. Dem widerspreche ich nicht. Zweifelsohne wurden während der “Boom-Jahre“ zu viele Schiffe gebaut und die Schiffbauer zahlen jetzt den Preis dafür. Chinesische Werfen berichteten beispielsweise einen 59 %-igen Rückgang der Aufträge innerhalb der ersten 11 Monate 2015.

Gemäß von der China Association of the National Shipbuilding Industry [etwa: Chinesischer Verband der nationalen Schiffbau-Industrie] am 15. Dezember veröffentlichten Daten, sind Bestellungen bei chinesischen Werften in den ersten 11 Monaten 2015 insgesamt um 59 Prozent gefallen. Schiffbauer ersuchten die Regierung um Unterstützung, da der Überschuss an Schiffskapazitäten die Frachtraten nach unten treibt und Kunden veranlässt von Verträgen zurückzutreten. Vergangenen Monat war Zhoushan Wuzhou Ship Repairing & Building Co. die erste Werft in Staatshand, die seit einem Jahrzehnt bankrott gegangen ist.

Das erklärt aber nicht alles. Die Wahrheit ist, dass Exporte auf der ganzen Welt gefallen sind. China, die Vereinigten Staaten, Süd-Korea und viele andere große Export-Nationen haben allesamt extrem miserable Export-Zahlen berichtet. Der Welthandel schrumpft ziemlich rapide und ich wüsste nicht, wie irgendjemand dies noch abstreiten könnte.

Die Weltwirtschaft sitzt in der Klemme, aber viele Menschen interessieren die wirtschaftlichen Fundamentaldaten nicht, weil sie zu sehr damit beschäftigt sind den Aktienmarkt zu beobachten. Der Aktienmarkt sagt uns nicht, wie es der Weltwirtschaft geht. Wenn der Aktienmarkt heute steigt, dann bedeutet das nicht, dass es der Wirtschaft gut geht und wenn er morgen fällt, dann heißt das nicht, dass es ihr schlecht geht.

Ja, die Befindlichkeit der Finanzmärkte kann die Gesamtwirtschaft erheblich beeinflussen. Wir haben das 2008 gesehen. Wenn es eine ausgewachsene Panik gibt, dann kann diese zu einer Kreditklemme führen, was es Geldern sehr schwer macht durch unser System zu fließen. Das Endergebnis ist eine rasche Verlangsamung der wirtschaftlichen Aktivität und das ist etwas, was wir sehr bald wieder erleben werden.

Lassen Sie sich jedoch nicht von den täglichen Fluktuationen täuschen. Nur weil der DOW heute um 227 Punkte gestiegen ist, bedeutet das nicht, dass die Krise vorbei ist. Es ist wichtig zu bedenken, dass Aktien nicht jeden Tag fallen. Am Donnerstag hat der DOW nicht einmal zwei Drittel dessen wieder gutgemacht, was er am Mittwoch verloren hatte. Selbst in Bärenmärkten gibt es Tage, an denen die Kurse steigen und einige der größten Aufwärtsbewegungen der Geschichte der Aktienmärkte gab es mitten im Crash von 2008.

Es ist wichtig, dass wir die Dinge langfristig betrachten und wir uns die Sicht nicht von jedem kleinen Hoch und Tief in den Finanzmärkten vernebeln lassen. Anträge auf Arbeitslosengeld haben gerade ihr höchstes Niveau der letzten sechs Monate erreicht und Unternehmen wie Macy’s und GoPro entlassen tausende von Mitarbeitern. Die Dinge stehen bereits schlecht und sie verschlechtern sich zusehends.

Und lassen Sie uns nicht das enorme Ausmaß finanziellen Blutbads vergessen, zu dem es bereits im laufenden Jahr gekommen ist. Nach CNBC sind weltweit in den ersten 13 Tagen 2016 bereits 3,2 Billionen Dollars an Aktienvermögen vernichtet worden.

Annähernd $ 3,2 Billionen an Aktienwerten wurden seit Beginn des Jahres 2016 weltweit ausgelöscht, so Kalkulationen eines Top-Marktanalysten.

Zudem war es der schlechteste Jahresbeginn aller Zeiten für US-Aktien, sagt Howard Silverblatt, langjähriger Index-Analyst bei S&P Dow Jones Indices, nachdem sowohl der S&P 500 als auch der Blue-Chip Dow Jones Industrial Average in den ersten acht Handelstagen die größten Verluste des Jahres zu verzeichnen haben.

Über die vergangenen sechs Monate gab es jetzt zwei “Korrekturen“ von 10 Prozent bei US-Aktien. Die einzigen anderen Zeitpunkte, an denen wir derartige Mehrfach-Korrekturen gesehen haben, waren 1929, 2000 und 2008. Wenn diese Jahreszahlen Ihnen bekannt vorkommen, dann weil sie es auch sollten. In allen drei Jahren haben wir historische Aktienmarkt-Crashs erlebt.

Der bezeichnende Kollaps des Baltic Dry Index ist nur ein weiteres Indiz, dass wir in eine globale deflationäre Krise eingetreten sind. Güter werden nicht bewegt, die Arbeitslosigkeit steigt weltweit und die Rohstoffpreise sind auf Niveaus gefallen, die wir seit über einem Jahrzehnt nicht mehr gesehen haben.

Auf der ganzen Welt kam es zu Jahresbeginn zu dramatischen Aktienmarkt-Crashs und wir sollten davon ausgehen in den kommenden Wochen und Monaten noch viel mehr Unruhen an den Märkten zu sehen. Wenn sich die Märkte für den Moment ein wenig beruhigt haben, dann sollten wir dankbar dafür sein, denn wir alle können einiges an zusätzlicher Zeit brauchen, um uns auf das vorzubereiten was auf uns zukommt.

Der schuldenbeladene Lebensstandard, den so viele von uns heute genießen, ist nur eine Illusion. Und viele von uns werden nicht einmal verstehen was wir als selbstverständlich erachtet haben, bis es uns genommen wird. (Der Einbruch steht vor der Tür)

Das große Beben in der Weltwirtschaft kommt und das Leid wird unermesslich sein. Lassen Sie uns also jeden einzelnen Tag relativer “Normalität“ genießen, so lange wir noch können, denn es sind nicht mehr viele davon übrig.

>>> zum englischsprachigen Original-Beitrag

Übersetzung aus dem Englischen vom Nachtwächter

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Kommentare

Crash voraus — 4 Kommentare

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  2. Theodor Körner(1791-1813):
    Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten, vom Feinde bezahlt,
    dem Volke zum Spott. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten,
    dann richtet das Volk, dann Gnade euch Gott!

  3. Sehr geehrter Herr Arnold.
    Vielen Dank für Ihren hervorragenden Artikel, der sich durch seine klaren Analysen mit meinen Kenntnissen, Ansichten und Sorgen deckt.
    Mit freundlichen Grüßen
    Heiner Hannappel

  4. Die ewige Gelddruckmaschine hat ausgedient. Jetzt sind kleinere Unternehmen mit persönlichem Engagement gefragt. Diese sind nicht weltweit agitationsfähig – dass müssen sie auch nicht. Es genügt, dass sie den regionalen oder nationalen Bedarf abdecken. Denn ist das Volk satt, gibt es keinen Aufstand. Das sollten sich auch die afrikanischen Länder merken.

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