Das ausgebliebene Jobwunder

Merkels „Fachkräfte“

von Vera Lengsfeld

Gebetsmühlenartig wird auf allen politisch-korrekten Kanälen wiederholt, die alternde deutsche Gesellschaft brauche dringend Zuwanderung, um den Arbeitsmarkt vor dem drohenden Kollaps zu retten. Tatsächlich hätten die Flüchtlinge schon einen Wirtschaftsaufschwung bewirkt. Es handelt sich zwar lediglich um ein steuerfinanziertes Anwachsen der Flüchtlingsindustrie und keine produktive Wertschöpfung, aber mit solchen Feinheiten geben sich unsere Propagandisten der schönen neuen Flüchtlingswelt nicht ab.

Vor wenigen Tagen überraschte uns Kanzlerin Merkel mit der frohen Botschaft, dass die Flüchtlinge, die sie eingeladen hat, einen Beitrag zur Beseitigung des Fachkräftemangels leisten könnten. In der IT-Branche würde jede Fachkraft gebraucht.

Wir erinnern uns, dass Merkel nach dem Terrorakt in Nizza, wo ein LKW in eine Menschenmenge fuhr, die merkwürdige Idee hatte, Flüchtlinge massenhaft zu LKW-Fahrern ausbilden zu lassen. Vielleicht hat ihr jemand auf der Hannovermesse, die sie kürzlich besuchte, gesagt, dass dies keine sichere Jobperspektive ist, denn bald werden sich die Transporter ferngesteuert bzw. autonom durch die Lande bewegen.

Nun sind die IT-Unternehemen Retter in der Job-Not. Schließlich müssen „Bleibeperspektiven“ her – koste es, was es wolle. In der „ReDI School of Digital Integration“, bei der die Kanzlerin vorbeigeschaut hat, bilden ehrenamtlich tätige Fachleute seit Februar 2016 Zuwanderer im Programmieren von Computern aus. Gleichzeitig bringen sie die Studenten in Kontakt mit Unternehmen und Start-up-Firmen, um ihnen einen Berufseinstieg zu ermöglichen. Die gemeinnützige Schule wird von diversen Unternehmen finanziert (die diese Kosten dann aber mit Sicherheit steuerlich absetzen).

Ganze 135 Studenten, zumeist aus Syrien, aber auch aus Afghanistan, Irak und Eritrea werden hier ausgebildet. Einige von ihnen sollen bereits in Unternehmen arbeiten oder haben eigene Firmen gegründet.

Die 135 von geschätzten 1,2 Millionen Flüchtlingen sind, das hat ein Freund für mich ausgerechnet, 135/1.200.000 = 0,0001125 = 0,01125% d.h. etwas mehr als eine ‚Fachkraft‘ auf 10.000 „Flüchtlinge“ Das ist nicht mehr als eine Stecknadel im Heuhaufen. Die „ReDI School of Digital Integration“ist ein kostspieliges Potemkinsches Dorf. Man muss schon Kanzlerin von Deutschland sein, um das als Rettung für den Fachkräftemangel verkaufen zu können. Otto Normalverbraucher wäre nach solch einer Aussage gefragt worden, ob er noch alle Tassen im Schrank hat.

Was sollen die mindestens 25% Analphabeten unter den Neuankömmlingen zur Rettung der deutschen Wirtschaft beitragen, die ohne in ihrer Muttersprache lesen und schreiben zu können durch die Deutschkurse geschleust werden, die sie so sprachunkundig verlassen, wie sie hineingegangen sind sofern sie nicht bereits vorzeitig ihre Teilnahme abgebrochen haben? Das Ganze ist ein Beschäftigungsprogramm für Flüchtlingshelfer, kostspielig, aber nutzlos.

Die Realität spielt im Kabinett Merkel offenbar keine Rolle. Kurz bevor die Kanzlerin von der IT-Zukunft für Flüchtlinge schwärmte, hat ihre Arbeitsministerin Nahles ihr ambitioniertes Job-Programm für Flüchtlinge einstampfen müssen. Statt der geplanten 100.000, sind nur 25.000 neue Jobs für Flüchtlinge im zweiten Halbjahr 2016 geschaffen und aus dem Förderprogramm „Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen“ finanziert worden.

Darüber, wie viele Arbeitsplätze dauerhaft in Anspruch genommen wurden, gibt es keine Auskunft. Ab und zu erscheinen Artikel, meist in Lokalblättern, über abgebrochene Ausbildungen von Flüchtlingen oder von ihnen verlassene Jobs. Das Jobwunder bleibt aus. Wer will, kann Wetten darüber abschließen, wie lange unsere Sozialsysteme dem politisch organisierten Ansturm standhalten werden.

Das ausgebliebene Jobwunder
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11 Kommentare

  1. Was feiert man heute am 1. Mai eigentlich noch bei den Gewerkschaften, die vorgeben die Interessen der Abhängig-Beschäftigten zu vertreten?

    Man kann eigentlich nur feststellend feiern, dass diese entwürdigende Abhängigkeit, die zur staatlich unterstützten Ausbeutung führt, noch immer besteht und die Gewerkschaften auch nichts mehr dagegen tun.

    Nach wie vor muss der Arbeitnehmer seine Arbeitskraft auf einem Markt, dem "Arbeitsmarkt", wie eine Ware verkaufen. Da er seine Arbeitskraft nicht von sich ablösen kann, muss er sich selber insoweit mitverkaufen – zu den Bedingungen und zu dem Preis, die am Markt herrschen. Der Preis ist das „Arbeitsentgelt“, also Lohn oder Gehalt. Nach den Marktgesetzen ist der Preis umso niedriger, je mehr das Angebot an Arbeitsleistungen die Nachfrage übersteigt. Dies ist in der immer weiter fortschreitenden Automatisierung die Regel und wird sich, bis auf wenige Ausnahmen, im derzeitigen Wirtschaftssystem nicht ändern, sondern weiter zunehmen. Es handelt sich um einen Rest der Sklaverei, die noch immer nicht voll überwunden ist.

    Eine Besinnung am traurigen "Feiertag der Arbeit":

    http://fassadenkratzer.wordpress.com/2013/09/27/arbeitsmarkt-der-mensch-als-ware/

  2. " Das Ganze ist ein Beschäftigungsprogramm für Flüchtlingshelfer, kostspielig, aber nutzlos. "

    Das ist ja wohl der eigentliche Jobmotor? Allerdings auf Kosten der, hier arbeitenden, Bevölkerung …

  3. @ Angsthäschen

    "Ich habe gelernt, alle Aussagen unserer Politiker ins Gegenteil zu verdrehen."

    Doch nicht jetzt erst, oder?

    • "Deutschland geht es gut".
    • "Deutschland ist ein Rechtsstaat".
    • "Wir schaffen das".
    • "Deutschland ist ein freies demokratisches Land".
    • "Die Rente ist sicher""

    Ich könnte noch ein weiteres Dutzend Lügen aufführen!

    • yep, wir können es uns `raussuchen? 😉

      "Man kann sich nicht darauf verlassen, daß das, was vor den Wahlen gesagt wird, auch wirklich nach den Wahlen gilt, und wir müssen damit rechnen, daß das in verschiedenen Weisen sich wiederholen kann." .

      war wohl auf die SPD gemünzt, aber egal …
      Man achte auch auf den Satzbau … gut, das könnte auch von mir sein; ich bin aber kein Bundeskanzler …

      P.S.: Ich warte auf den ersten Zug! 🙂

  4. Die Realität spielt im Kabinett Merkel sehr wohl eine Rolle. Dort weiß man ganz genau, dass das alles in einer großen Katastrophe enden wird. Und all diese Menschen, die unter geheuchelter Humanität zu uns gelockt werden, werden nur zum Lostreten dieser Katastrophe benutzt.

    Ich habe gelernt, alle Aussagen unserer Politiker ins Gegenteil zu verdrehen. Denn dann kommt man zu den wahren Gedanken, die psychologisch gut "versteckt" werden.

    • Viele Aussagen z.B. von Merkel sind gar nicht versteckt ,z.B: :

      "Wir haben keinen dauerhaften Anspruch auf Demokratie " oder  "Das ist nicht mein Land " etc..Diese Aussprüche werden sogar veröffentlicht ,führen aber zu keiner Konsequenz.

      • "Diese Aussprüche werden sogar veröffentlicht ,führen aber zu keiner Konsequenz."

        Richtig! Null Konsequenz. Die geBILDeten wählen die roten, schwarzen, gelben und grünen Blutsauger immer wieder. Sie wollen halt belogen und betrogen werden. Hier noch ein paar andere Aussagen von Volksverrätern:

        "Man kann sich nicht darauf verlassen, daß das, was vor den Wahlen gesagt wird, auch wirklich nach den Wahlen gilt, und wir müssen damit rechnen, daß das in verschiedenen Weisen sich wiederholen kann." (Angela Merkel)

        "Ist mir egal, ob ich schuld am Zustrom der Flüchtlinge bin, nun sind sie halt da." (Angela Merkel)

        "Die Eliten sind gar nicht das Problem, die Bevölkerungen sind im Moment das Problem." (Joachim Gauck)

        Ideen für ein anderes System können unter Heureka diskutiert werden.

         

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