Das Ende des Petro-Dollars

fortunetellrtnorecoveryDas Chaos, das demnächst das 44-jährige Experiment des weltweiten fiat money Systems beenden wird, erfordert zwangsläufig die Rückkehr zu Geld von wirklichem Wert. Der Tag ist nahe, an dem die Ölförderländer Gold oder einen anderen Gegenwert für ihr Öl verlangen werden und keinen Tropfen Öl gegen Dollar oder Euro hergeben werden.

Das Petrodollar-System ist die wesentliche Basis für den Dollar als weltweit führende Reservewährung. Saudi Arabien, Iran und auch Rußland werden ihre Rohöl.Exporte nicht mehr lange auf Dollarbasis 949300abrechnen. Putins Anti-Dollar-Kurs ist auch eine Reaktion auf die Sanktionen des Westens.
Noch vor wenigen Jahren wurden Staatsmänner, die solche Schritte andachten, rücksichtslos ausgeschaltet. Muammar al Gaddafi und Saddam Hussein sind die besten Beispiele dafür.
49566017zIm Falle Rußlands scheidet eine solche Lösung aus. Um den Petro-Dollar am Leben zu halten, braucht man neuerdings andere Disziplinarmaßnahmen. Die Wahabiten auf dem saudischen Thron werden mit einem niedrigen Ölpreis an ihre Verträge mit den US erinnert. Mit 30 Dollar je Faß haben die Strategen in den USA den Ölpreis unter die Förderkosten Saudi Arabiens. Die Amerikaner nehmen sogar die Stangulierung ihrer heimischen Fracking-Systeme dafür in Kauf. Schon jetzt wird erheblich weniger Öl aus den Schieferlagern gepumpt.
Es ist ein Krieg.
Da Rußland seine Ölindustrie verstaatlicht hat, wird es trotz des gewaltigen Preisdrucks dem Ölpreis-Krieg noch länger standhalten können. Die Fracking-Firmen der USA sind nicht in so einer komfortablen Situation und die Saudis müssen ihre Defizite über ihre Devisenreserven ausgleichen.
Nicht nur Putin, sondern auch die Saudis dürften den selbstzerstörerischen Preisdruck der Amis nicht mehr lange zusehen. Der Zeitpunkt, ab dem sie die Dollarabrechnung kippen, ist absehbar.
Dies wäre für den Dollar das Ende seines Status als Weltreservewährung und damit auch das Ende des kostenfreien Wohlstands der US-Amerikaner. Sobald das Fenster für ihren schamlosen geschlossen wird, können sie nicht mehr via Druckerpresse quasi kostenlos in der Welt einkaufen.
Der Dollarkurs wird von einem Tag zum anderen wie ein Stein fallen.
Nicht allein in den USA wird es dann offene Kapitalverkehrskontrollen, Vermögensbeschlagnahme, Preis- und Lohnkontrollen, Einbrüche bei den Altersversorgungen usw. geben. Da die Devisenreserven in der gesamten westlichen Welt zum größten Teil in Dollar bestehen, werden mit dem Dollarverfall auch alle staatlichen, institutionellen und Industrievermögenswerte großenteils wertlos.
Der Dollar-Untergang wird die Existenz von Millionen Menschen vernichten. Aber die politischen und sozialen Folgen dürften vermutlich weit mehr Schaden anrichten als die finanziellen Auswirkungen auslösen.
Das internationale Währungssystem von Bretton Woods, das die alliierten Mächte im Jahr 1944 installier haben, brachte dem Dollar den Status der weltweit wichtigsten Reservewährung.
Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die USA mit Abstand die größten Goldreserven in der Welt (rund 706.000.000 Unzen). Diese großen Reserven erlaubte es den USA – neben den Kriegsgewinnen – das globale Währungssystem um den Dollar zu konstruieren.
Übermäßige Ausgaben für Kriege (Korea, Vietnam) und ein üppiges Wohlfahrtssystem stellten die Goldbindung infrage. Nach der Aufhebung der Goldbindung des Dollars unter Präsident Nixon trat an die Stelle der Goldbindung die Ölbindung. Die USA schafften es, mit militärischem Druck den Petro-Dollar als feste Größe zu etablieren. Eine wesentliche Voraussetzung für das Petrodollar-System war die Vereinbarung, mit der die USA das Überleben des Hauses Saud garantierten.
Jede Gallone Öl, die fortan in der Welt verbraucht wurde, mußte in Dollar bezahlt werden. Die Welt brauchte unentwegt Dollars, um ein Produkt zu kaufen, das nicht gelagert oder gehortet werden konnte, sondern als Rohstoff vielfältig verbraucht wurde.
Ein genialer Schachzug.
Öl ist der weltweit am meisten gehandelten und strategisch wichtigsten Rohstoff. Was täglich mit Dollars bezahlt wurde, war am nächsten Tag schon nicht mehr da und mußte nachgekauft werden. Der Dollarstrom aus den USA riß nicht ab. Die Druckerpressen laufen seit dem heiß. Täglich wird ein Güterzug voller Waggons mit Druckerfarbe allein für den Druck der „grünen Krätze“ drauf. Um die Milliarden Petro-Dollar anzulegen, kauften die Rohöl-Produzenten unentwegt US-Staatsanleihen. Amerika schwamm und schwimmt noch immer im Geld der übrigen Welt.
Nicht mehr lange.
Roberts_Amerikas-Krieg-gegen-die-Welt_Cover.inddDas einzigartige Privileg der USA, in der Welt nicht mit Fremdwährung einkaufen zu müssen, sondern mit Papiergeld, das sie beliebig massenhaft herstellen können, erlaubt der US-Regierung und vielen Amerikanern seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse zu leben.
Die strategische regionale Position Saudi-Arabiens wird schwächer. Iran, der nicht Teil der Petrodollar-Systems ist, befindet sich auf dem Vormarsch. US-Militärinterventionen versagen. Und die BRICS-Staaten schaffen potenzielle Alternativen zu US-dominierten Wirtschafts- und Sicherheitsvereinbarungen. Dies wirkt sich auf die ganze Nachhaltigkeit der Petrodollar-System.
Madsen_Der Stern-und-das-Schwert_RZ.inddDie Verschlechterung der Beziehungen zwischen den USA und Saudi-Arabien sollte man mit einem besonders wachsames Auge verfolgen.
Die Saudis verlieren zunehmend das Vertrauen in die USA. Sie sind wütend, denn sie glauben nicht, daß sich die USA am Ende an ihr Petrodollar-Versprechen halen werden, wenn ein aggressiver Angriff Saudi-Arabien erfolgten sollte.
Dies deutet darauf hin, daß auch sie ihren Teil der Abmachung nicht mehr lange aufrechterhalten könnten, nämlich ihr Rohöl ausschließlich in US-Dollar zu verkaufen.
Diese Situation könnte einen Wendepunkt erreichen, wenn US-Beamte dem Königshaus darlegen, daß die Monarchie in eine „Demokratie“ verwandelt werden könnte. Aber dies würde natürlich nicht geschehen, solange Saudi-Öl ausschließlich für US-Dollar abgerechnet werde.
Unabhängig davon wächst die Gefahr, das Königreich könnte von selbst implodieren.
Zum ersten Mal seit Jahrzehnten, hegen Analysten Zweifel an der Lebensfähigkeit des Saudi-Währung, dem Riyal. Die saudische Zentralbank stützt derzeit den Riyal mit einer Rate von 3,75 Rial pro US-Dollar.
¥FTD_cover END.inddDas kostet die saudische Regierung eine Menge Geld, das eigentlich gebraucht würde, um die Bürger weiter mit dem üppigen Sozialprogramm zu sedieren.
Der ernsthafte Crunch im Saudi-Budget bedroht die Wechselkursbindung des Riyal.
Lange bevor Nixon das Bretton-Woods-Systems im Jahr 1971 beendete, war es klar, daß ein Paradigmenwechsel im globalen Währungssystems unvermeidlich war.

Heute scheint ein weiterer Paradigmenwechsel unvermeidlich. Wie Ron Paul erklärte, gilt es als sicher, daß der Tag nahe ist, ab dem Ölförderländer Gold statt Dollar für ihr Öl verlangen.

Das Petrodollar-System erlaubt der US-Regierung praktisch jedes Land aus dem US-Dollar-basierten Finanzsystem auszuschließen … und durch Sanktionen seinen internationalen Handel einzuschränken. Für die US ist diese einzigartige Position selbstverständlich. Auch das verschwindet, sobald der Dollar seinen führenden Status verliert.
Ron Paul fordert die Menschen auf, sich auf die wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Auswirkungen vorzubereiten, solange dies noch möglich ist.
Sobald das Petrodollar-System fällt und der Dollar verliert seinen Status als die weltweit wichtigste Reservewährung, bleiben Ihnen nur wenige, wenn überhaupt, Optionen, um sich zu schützen.
Die traurige Wahrheit ist, daß die meisten Menschen keinen Schimmer davon haben, wie schlimm die Dinge kommen könnten, geschweige denn, wie man sich vorbereitet.

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Wandere aus, solange es noch geht!

Das Ende des Petro-Dollars
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Kommentare

Das Ende des Petro-Dollars — 17 Kommentare

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  5. Sehr gut zusammen gefasst. Vielen Dank dafür!

    Schade nur um der vielen Rechtschreibungs- und Grammatikfehler..
    Na ja, im Eifer des Gefechts 😉

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  7. Ich habe dazu erst gestern in einer deutschsprachigen Auslandsausgabe gelesen, dass Putin sein Öl nicht mehr nach der Brent-Werung verkauft, da der Förderantein von Brent bei 0,5% liegen soll. Auch will Putin sein Gas und Öl zu den jeweiligen Landeswährungen verkaufen. Der Artikel: Russland befreit sich von Rohstoffabhängigkeit http://de.sputniknews.com/wirtschaft/20160106/306954739/russland-rohstoffabhaengigkeit-befreiung.html

    • dann muss er sich aber vor dem jüdischen hochkapital in achtn nehmen. das haben schon einige vor ihm versucht und mussten dran glauben.
      adolf hitler hat versucht, die banken aus dem spiel zu nehmen, indem er tauschgeschäfte mit den handelten staaten verabredete. was passiert ist wissen wir alle, nur die wahrheit dahinter nicht.

      • russland ist 2016 raus aus den zentralbanksystem- handelsverträgen, wenn die nicht erneuern könnten die zumindest theoretisch machen was sie wollen. deutschland ist 2017 raus aus den käiserlichen boden-erbpachtverträgen, somit verlieren wir unser recht auf unseren grundbesitz, und alles fällt wider an den vatikan zurück, wir sind dann heimatloses personal.

        • Dazu hätte ich folgende Frage: wo kann man dazu mehr Informationen finden ? – ein paar Links wären hilfreich.DAnke

  8. Zitiert aus http://www.dzig.de/Zins-als-Preis-und-Zinseszins-als-Fass-ohne-Boden

    Inflation, Zinseszins und überbordende Bürokratien sind schleichende Prozesse in einem schuldenbasierten Geldsystem, das kaum durch Arbeitskraft, geistige und materielle Güter getragen ist.

    – Wir brauchen keine staatlichen Monopolwährungen. All die Probleme sind hausgemacht. Die Wirtschaftstheorien sind die Lügen, die die Ausbeutung der Völker durch Zinseszins verschleiern.

    – Der Zins ist ein Preis. Der Zinseszins kann nicht erwirtschaftet werden. Er führt zur Enteignung der Ausgebeuteten.

    – Existieren konkurrierende Währungen innerhalb von Staaten, dann regelt der Markt die Geldflüsse. Wir brauchen keine sozialistische Planwirtschaft auf Kosten der Steuerzahler.

    – Es werden innerhalb von EU-Mitgliedern konkurrierende Währungen zugelassen, die alle ohne staatliche Geldmengensteuerung bleiben.

    – Zinseszinsen werden gesetzlich unterbunden. Zinsen als Preise auf Jahresbasis sind zugelassen.

    – Wer Kredite vergeben hat oder noch Schulden tilgen muß, muß eigenverantwortlich haften. Alle Verträge werden per Gesetz von Zinseszins auf Zins umgestellt. Eine Sozialisierung von Verlusten scheidet aus. Das Leben ist hart, aber der deutsche Michel ist ziemlich stinkig, weil man ihn jahrzehntelang zugunsten ausgewählter Eliten übervorteilt hat.

    • Wie unterscheidet man Ihrer Meinung nach den Zinseszins vom Zins? Wenn Sie Zinsen erhalten haben und das Geld wieder anlegen, bekommen Sie selbstverständlich auch noch Zinsen auf das neu angelegte Geld, da es niemanden interessiert, wie Sie dieses Geld erworben haben. Der Begriff „Zinseszins“ hat für die Realität keine Bedeutung. Selbst wenn alle Verträge nur noch lineare Aufschläge auf einen vereinbarten Grundbetrag erlauben, wird der Zinssatz entsprechend erhöht werden, sodass der Schuldner effektiv das Gleiche zahlt. Dafür muss man nur ein paar Gleichungen umstellen und es in den Taschenrechner eingeben. Oder es werden ständig neue Kredite vergeben. Irgendwas wird denen schon einfallen. Sie wissen doch, dass man die Zinslast nicht reduzieren kann ohne sehr böse Nebeneffekte.
      Das exponentielle Wachstum kann nur problematisch werden wenn man Schulden nie zurückzahlt wie unsere Demokratien. In diesem Fall muss man den Bankrott erklären und das System auswechseln und nicht sinnlose Regulierungen einführen.

      • Die „sinnlose Regulierung“ ist ja bereits eingeführt, um eine Überschuldung herbeizuführen. Typischer Fall war eine Immobilienhypothek mit 2 Prozent Tilgung jährlich. 100.000 Mark wurden aufgenommen und 300.000 Mark wurden zurückgezahlt. Dann kam die Rente und ab in die Kiste.

        Wer jedes Jahr oder jeden Monat einen festen Zinssatz von der Restschuld zahlt, kommt niemals in die Verlegenheit, auf die aufgelaufen Zinsen nochmals Zinsen zu zahlen. Ist das so schwer zu verstehen? Nach der Rate befindet sich auf dem Konto nur der zu tilgende Betrag, aber kein Zins mehr, denn der wurde komplett mit der Rate bezahlt als Preis für das geliehene Geld.

        http://www.dzig.de/Absturz-vorgeprogrammiert-Realitaetsverlust-einiger-Lohnsklaven-und-Kreditsklaven

        • Sie kapieren es nicht. Der Banker wird seinen Profit nicht freiwillig senken. Statt exponentiellen 3% bezahlt man dann lineare 5% (die Zahlen haben nichts mit der Realität zu tun, ist nur ein theoretisches Beispiel), und im Durchschnitt wird es auf dasselbe hinauslaufen. Sollte das System milder gegenüber säumigen Schuldnern sein, dann wird es für die anderen umso teurer, weil der Banker dann eine höhere Risikomarge berechnet. Sein Profit sinkt ja nicht, weil Angebot/Nachfrage von Kredit nicht betroffen sind.
          Somit verteilen Sie mit diesem Gesetz lediglich von den soliden zu den unzuverlässigen Schuldnern um. Das ist ungerecht und fördert die Verantwortungslosigkeit. Wer überschuldet ist sollte die Konsequenzen seiner Entscheidungen selbst tragen und nicht von Zwangsmaßnahmen gegen andere profitieren.

          • Es geht nicht um mein „nicht kapieren wollen“, sondern um die Verschleierung, die zwecks Exponentialfunktion schleichend eingeführt wurde.

            Da ich kein Sozialist bin, brauche ich auch die Marktkräfte nicht durch eine Planwirtschaft zu ersetzen.

            Jede Ideologie, jede Wirtschaftstheorie ist gelogen, um ein Ausbeutungssystem zu installieren.

            Wirtschaften bedeutet das Handeln von zwei Menschen oder zwei Unternehmen. Die entscheiden selbst und brauchen keine Leute, die sich einmischen, wie es heute gewaltsam durchgesetzt wird.

            Zur Analogie der „roten Pille“ habe ich hier verlinkt:
            http://www.DZiG.de/Filme

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