Der Feind des konservativen Amerika

Von Wladimir Moschegow, Quelle: www.vz.ru, Übersetzung: fit4Russland

Am 20. August erschien auf der Website des Weißen Hauses die Petition von US-Bürgern mit der Forderung an den Präsidenten, Herrn George Soros als einen „Terrorist“ zu erklären und alle Vermögenswerte seiner Organisationen zu beschlagnahmen (angelehnt an das „Gesetz über die Einziehung von Vermögen von Terroristen“).

In der Petition heißt es, dass Soros Dutzende (eher Hunderte) Organisationen organisiert und finanziert hat, deren einziges Ziel es ist, durch Methoden des Terrors die verfassungsmäßige Ordnung der Vereinigten Staaten zu zerlegen und die Struktur der Demokratischen Partei und der Bundesregierung seinem Einfluss zu unterwerfen.

Damit die Verwaltung des Weißen Hauses die Möglichkeit hatte, die Petition zu registrieren und angemessen darauf zu reagieren, war es notwendig, bis zum 19. September 100.000 Unterschriften zu sammeln. Allerdings gelang es ohne Schwierigkeiten viel früher, die erforderliche Anzahl zu sammeln.

Das ist die faktische Seite der Geschehnisse. Was steckt dahinter?

Die Initiative der US-Bürger bezieht sich keineswegs nur auf die von Soros bezahlten Manifestationen der LGBT-Gesellschaft für die „Legalisierung von Abtreibungen“, hat aber mindestens zwei gegensätzliche Pole.

Bei allen realen Problemen für Donald Trump (jetzt verliert er zwar im Kongress und in der eigenen Partei), würde ihm nur eins nicht wirklich verziehen werden – wenn er nicht in der Lage sein würde, sich für sein Volk einzusetzen, für die „einfachen Amerikaner“, die ihn in das Weiße Haus brachten.

Und jetzt klopft das einfache Volk an die Tür des Weißen Hauses, die Wählerschaft von Trump, deren Initiative einmal mehr die Tatsache bestätigt, dass das heutige Amerika in einem heimlichen Bürgerkrieg steckt: Der Krieg, dessen erster kraftvoller Akkord der Einzug von Trump ins Weiße Haus ist; der Krieg, der seitdem latent über der amerikanischen Gesellschaft schwelt, der auch manchmal ausbricht, wie wir vor kurzem in Charlottesville gesehen haben, die dortigen Ereignisse führten wahrscheinlich zur Entstehung dieser Petition.

Was für eine Reaktion kann man darauf erwarten?

Vor allem natürlich ist das eine Information wert. Heute wird das Informationsfeld von Amerika, zwar mit Einschränkungen, jedoch hauptsächlich durch das Geld von Soros gelenkt. Doch mit der richtigen Verwendung der Ressourcen vom Weißen Haus könnte diese Petition „gegen Soros“ zu einem „Sammelpunkt“ für ein anderes Amerika werden, zur Kristallisation der heutigen amerikanischen Konfrontation.

Die konservative, traditionelle Amerika nannte seinen Feind bei seinem Namen, zeigte mit dem Finger auf ihn, personalisierte ihn als George Soros, den bekannten Finanzier und Börsenspekulant und d a s Gesicht der Globalisierung.

Wer ist denn überhaupt George Soros?

George Soros, (Schorosch György – so wird sein Name im Ungarischen ausgesprochen) geboren am 12. August 1930 in einer jüdischen Familie in Budapest. Sein Vater arbeitete in einer Anwaltspraxis. Während des Zweiten Weltkriegs zog die Familie Soros nach England, wo George Soros während seines Studiums an der London School Of Economics fasziniert war von den Ideen des Karl Popper von der „offenen Gesellschaft“.

Die Ideen von Popper waren bereits damals keine große Neuigkeit und Offenbarung mehr. Die „Welt ohne Grenzen“, die freie Bewegung des Kapitals, das Absterben des Staates und die Macht der „Zivilgesellschaft“, all jene Ideen schleppt der Liberalismus seit John Locke mit sich herum (Locke gilt allgemein als Vater des Liberalismus). Die Ideen von Popper sind die philosophische „Zwischenschicht“ von Neoliberalismus und Globalismus.

Zu diesem Anlass gibt es eine wunderbare Geschichte.

In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts bereiteten die Neokonservativen und Neoliberalen ihre „Revolution“ in der Stille der Parallel-Lehrstühle der Universität von Chicago vor: Die Ersteren – am Lehrstuhl der politischen Philosophie von Leo Strauss, die Zweiten – am Lehrstuhl für Wirtschaft von Milton Friedman.

Zu dieser Zeit wurde versucht, Karl Popper auf den Lehrstuhl von Leo Strauss zu befördern.

Herr Strauss (der Konservativ-Judaist) wandte sich an Eric Voegelin (den Traditionalisten-Christ) mit der Bitte, ihm seine Meinung über Karl Popper zu äußern. Eric Voegelin, nachdem er ein paar Werke von Autor Popper studiert hatte, stufte diesen als Vollidioten ein, derart primitiv, dass der nicht in der Lage sei, zwei Seiten von Plato zu lesen und sie richtig zu verstehen.

Diese Anekdote bezüglich einer eventuellen Förderung von Popper ist ein lebendiger Beweis dafür, wie selbst bei Menschen, die sich gern als Intellektuelle bezeichnen, die Fähigkeit, kritisch zu denken verschwinden kann und ebenso die, zuvor die Realität kritisch wahrzunehmen.

Heute geht es noch weiter, sogar mit primitiver PR-Technologie (Anm. d. Redaktion: sprich Agitation und Propaganda), kann man aus fast jeder beliebigen Person eine Weltrang-Figur zusammenbasteln.

Aber zurück zu unserem Anti-Helden. Im Jahr 1956 zog, mithilfe von Vitamin B (die Beziehungen des Vaters), George Soros nach New York, wo er die spekulativen Offshore-Fonds „First Eagle Funds“ verwalten durfte. Im Jahr 1970 eröffnet er einen eigenen spekulativen Fond „Quantum“, der ihm fabelhafte Gewinne zu bringen beginnt.

In den ersten zehn Jahren seines Bestehens war der Ertrag von „Quantum“ 3365%. Bis Mitte der 1990er Jahre belief sich das Kapital des Fonds auf 10 Milliarden US-Dollar (große Resonanz fand der sogenannte „schwarze Mittwoch“, 15 September 1992, als „Quantum“ im Laufe des Tages am Absturz des Pfundes mehr als eine Milliarde US-Dollar verdiente und die Zeitungen Soros den Spitznamen, „der Mann, der die „Bank of England“ zu Falle brachte“, gaben.

Wie verdient denn Soros, dieses „Genie der finanziellen Weitsicht“, wie ihn die Zeitungen nennen, die von ihm finanziert sind?

Die Antwort ist einfach: Durch Insider-Informationen. (Anm. d. Red.: So wurde er 2006 von Frankreichs Höchsten Strafgericht wegen Insider Handels im Zusammenhang mit der französischen Bank Societe Generale zu einer Geldstrafe von 2,2 Millionen Euro verurteilt.)

Seine „Spekulationen“ sind jetzt auch Deckmantel-Geschäfte für das Kapital, das im „Fonds Soros“ für die spätere Verwendung akkumuliert wird. Für was ist dieses Kapital bestimmt? Für die Förderung von Programmen der „Offenen Gesellschaft“, also der Globalisierung.

Die Filialen der „Offenen Gesellschaft“ (Open Society Foundations), also „Soros-Stiftung“, deren Hauptsitz sich in New York befindet, arbeiten in mehr als 30 Ländern auf der ganzen Welt.

Herr Soros finanziert allerlei „Bildungsprogramme“ für die „Gender-Gleichstellung“ (gemeint ist die Gleichheit von allen und allem Möglichen, es geht bereits schon um etwa vierzig Gender-Sparten), Reformen des Bildungswesens von der Vor- bis zur Hochschule, „Schutz der Menschenrechte“, „Globale Strategie zur Stimulation der Abtreibung“ usw.

Über das Europäische Parlament und der von Soros im Jahr 1990 als „Europäischen Universität“ in Osteuropa erschaffenen Hochschulen (Budapest, Prag und Warschau) finanziert Soros auch Migrations-Programme.

Viktor Orban beschuldigt Herrn Soros direkt der Zusammenstellung des „Einwanderungs-Planes“, wonach die EU-Länder jährlich „bis zu einer Million Migranten“ aufnehmen sollen.

Soros selbst verbirgt das nicht und erklärt offen, dass die Einwanderung eine der notwendigen Bedingungen für die Förderung der Globalisierung ist .

Die Macht von Soros über die Bürokratie der Europäischen Union ist auch beeindruckend, was den Eindruck erweckt, dass er einfach Jeden aus dem Europäischen Parlament kauft.

Ein weiterer Ausgabenposten von den „humanitären Fonds“ des George Soros ist die Organisation „farbiger Revolutionen“ (Soros‘s Stiftungen sind regelmäßig in die Skandale im Zusammenhang mit der Finanzierung der regierungsfeindlichen Kräfte in den verschiedenen Ländern verwickelt).

So finanzierte seine „International Renaissance Foundation“ (IRF), die in der Ukraine seit 1990 tätig ist, die „Orange Revolution“ von Juschtschenko im Jahr 2004 und den Maidan im Jahr 2013 (allein nach offiziellen Angaben wurden während dieser Zeit mehr als 130 Millionen US-Dollar verwendet). Die Soros`sche Stiftung in der Ukraine finanziert die Ukrainische Regierung, fördert Menschen in der Regierung und befördert andere in die Regierung.

Nun, es scheint, das ist erstmals genug, um einen Gesamteindruck über das Ausmaß der Tätigkeit dieses „Genies der finanziellen Weitsicht“ und die Botschaft der Autoren der Petition zu erkennen.

Kann ein weiterer Skandal zu einer Beschränkung seiner Aktivitäten führen?

Ich persönlich zweifle daran. Soros steht seit Langem immer im Mittelpunkt der Skandale. Er ist eine Person aus dem Magazin-Cover, ein Prügelknabe, ein „offensichtlicher Pirat“. Das sind die Regeln des Spiels:

Man darf ihn zwar mit Tischtennis-Bällen bewerfen, aber seine Fonds müssen geschützt werden. Einen solchen Menschen braucht man. Ohne ihn kann man nicht auskommen.

Mit einem Wort, „die Beschlagnahme von Vermögenswerten“ des „Genies“ wird für Trump kaum möglich sein, aber es ist durchaus möglich, dass er helfen kann, gegen ihn eine nationale Empörung im Stil der legendären Bewegung „America first“, unter deren Motto Millionen von Amerikanern im zwanzigsten Jahrhundert gegen die Einbeziehung Amerika in den Krieg antraten (also gegen die damalige Globalisierung) zu befördern.

Er kann eine eigene Bewegung „America first“ organisieren, sprich seine „nationale Armee“, seine „Volksfront“ aus Vertretern des traditionellen Amerikas, von Kleinbauern und Kleinstädtern, den Arbeitern des „Rost-Gürtels“ Amerikas. Das ist das, was Trump heute braucht, wenn er im Weißen Haus bleiben will. Ob er diese Aufgabe bewältigen kann, werden wir schon in naher Zukunft sehen.

Der Feind des konservativen Amerika
2 Stimmen, 5.00 durchschnittliche Bewertung (98% Ergebnis)

2 Kommentare

  1. „Die Erfindung von Gewichten und Maßen
    macht Diebstahl leichter.

    Das Unterzeichnen von Verträgen, das Daruntersetzen von Siegeln
    macht Diebstahl sicherer.

    Das Lehren von Liebe und Pflicht liefert eine geeignete Sprache,
    in der sich beweisen lässt, dass Diebstahl eigentlich dem Gemeinwohl dient.

    Ein Armer muss baumeln, wenn er ein Koppelschloss gestohlen hat.
    Aber wenn ein Reicher einen ganzen Staat stiehlt, feiert man ihn
    als Staatsmann des Jahres.

    Willst du also die allerbesten Reden über Liebe, Pflicht, Gerechtigkeit und dergleichen
    hören,
    dann lausche führenden Politikern!“

    Aus: „Der Mann des Tao und andere Geschichten“, übertragen von T. Merton, Goldmann-Verlag 2005 S. 62

    • Ha,

      erinnert mich daran, mit siebzehn, hatte ich mir Laotse, tao te king, angetan; und natürlich, erstmal, kein Wort verstanden! 😉

      Mit der Zeit, lernte ich das, für mich völlig neue, Denken schätzen! Muß mal gucken, wo das Büchlein abgeblieben ist?

      Danke Maria, für die Erinnerung! 🙂

       

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*