Ein Fliegenschiss zur Rettung der Welt

Wer immer nur die Europakarte vor Augen hat, kommt leicht zu einer verzerrten Vorstellung der Größe Deutschlands. In unserer Einbildung ist Deutschland gar nicht so klein und liegt irgendwie in der Mitte.

Daß dies in Wahrheit ganz anders ist, läßt sich im Netz auf der Seite thetruesize.com in einer virtuellen Spielerei richtigstellen.

In der Weltsicht des belgischen Kartografen Gerhard Mercator (16. Jahrhundert) wird der runde Globus auf eine flache Ansicht gestreckt. Die wahre Größe Deutschlands im Verhältnis zum afrikanischen Kontinent sollte z.B. bei den Diskussionen um die Flüchtlingspolitik, wenn es um die Aufnahmekapazität unseres Landes geht, eine Rolle spielen.

Auf der Webseite the true size kann man Länder auf dem Globus verschieben, während ein Algorithmus die Größe und Form von Staaten auf ihre jeweilie Position umrechnet. Unsere Politiker könnten in einer Art Aha-Erlebnis zu ganz neuen Erkenntnissen gelangen.

1. Deutschland in Europa (Mercator-Projektion)

2. Deutschland in Afrika (Mercator-Projektion)

3. Deutschland in Afrika mit Invasionspfeilen (Mercator-Projektion)

Plötzlich wird die Bundesrepublik sehr klein. Die tatsächliche Größe im Weltmaßstab könnte zu ganz neuen Erkenntnissen und Einsichten führen.

„Wir werden kolonisiert“, sagen Rechtspopulisten wie Geert Wilders. Er spricht von den Niederlanden, wenn er sagt: „Unsere Bevölkerung wird durch Menschen mit Normen und Werten ersetzt, die nicht unsere sind – durch eine Kultur von Hass und Gewalt, aber das ist unser Land und wir müssen es zurücknehmen.“

Ob dazu in absehbarer Zeit noch eine Chance besteht, sollte nachdenklich stimmen. Mit einem wirksamen Schutz der EU-Außengrenzen ist nicht zu rechnen. Es wird zwar ständig davon gesprochen, aber praktisch läuft der Migranten-Zustrom weiter. Wie sollte diese Welle sich auch stoppen lassen, wenn ein Kontinent politisch und demografisch unbeherrschbar zu werden droht? Drei Beispiele:

Ruanda

Hankel, Gerd
Wie entwickelt sich ein Land nach einem Völkermord? Wie leben Täter und Opfer zusammen? Welche Wahrheit bildet das Fundament des Zusammenlebens? Und welcher Gebrauch wird von dieser Wahrheit nach innen bzw. nach außen gemacht? Mit welchem Erfolg? Über fast fünfzehn Jahre hinweg hat Gerd Hankel Ruanda und dessen Nachbarland, die Demokratische Republik Kongo, immer wieder besucht und dabei Antworten auf all diese Fragen gesucht. Das Bild, das er zeichnet, ist ernüchternd. Der Völkermord ist zu einem politischen Instrument geworden, das der Absicherung von Herrschaft dient. Nicht um Aufarbeitung und Versöhnung geht es, sondern um die Durchsetzung eines Geschichtsbildes, das keinen Widerspruch duldet. Hinter dem Vorzeigestaat in Zentralafrika, der gemeinhin als Leuchtturm der Entwicklung in der Region und als Vorbild der Vergangenheitsaufarbeitung gilt, verbirgt sich ein totalitäres Regime. Wie passt das zusammen? Wie viel Unrecht verträgt der Fortschritt?

Klimakriege

Harald Welzer
nennt sein Werk Klimakriege, meint aber den Kampf um Trinkwasser, Massengewalt,
ethnische Säuberungen, Bürgerkriege und endlose Flüchtlingsströme, die schon jetzt die Gegenwart bestimmen. Die heutigen Konflikte drehen sich nicht mehr um Ideologie und Systemkonkurrenz, sondern um Klassen-, Glaubens- und vor allem Ressourcenfragen.

Die wenigsten der einfachen Menschen, die ihre Familien, ihre Dörfer in Afrika verlassen, kennen vermutlich nicht die eigentlichen Ursachen ihres Elends. Was Millionen in Bewegung setzt, sind Hunger, Not, Krankheit und die Aussicht auf ein besseres Leben bei Frau Merkel. Sie hat es versprochen – das haben die meisten Flüchtlinge im Kopf.

Die größte Zahl kommt hierher, damit dieses Land etwas für sie leistet. Der Autor plädiert für ein neues Denken und zeigt, was jetzt getan werden müsste, um Menschheitskatastrophen abzuwenden.

Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann

Seitz, Volker
17 Jahre war der deutsche Diplomat Volker Seitz auf Posten in Afrika, zuletzt als Botschafter in Kamerun. Er hat die Ergebnisse der Entwicklungspolitik sehr genau vor Ort beobachten können. Er plädiert für eine radikale Veränderung dieser Politik. Er plädiert dafür, auf bombastische Konferenzen, Workshops, Tagungen zu verzichten und statt dessen auf die Gedanken der Afrikaner und Afrikanerinnen zu hören, die wissen, was für ihre Länder gut ist: Das Business der Barmherzigkeit muss gestoppt werden, den Herrschafftscliquen muss die Kontrolle über den Geldfluss entzogen werden.

Ein Fliegenschiss zur Rettung der Welt
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Kommentare

Ein Fliegenschiss zur Rettung der Welt — 1 Kommentar

  1. "…statt dessen auf die Gedanken der Afrikaner und Afrikanerinnen zu hören, die wissen, was für ihre Länder gut ist".

    Das wäre das Normale und Vernünftige, auf die Leute zu hören, die mit den Problemen konfrontiert sind.

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