Faschismus im neuen Mittelalter

Von Michael Winkler

Letzten Sonntag gab es auf 3sat einen Thementag, bei dem ein Märchenfilm nach dem anderen gezeigt wurde. Froschkönig, Frau Holle, Schneewittchen, des Kaisers neue Kleider, Dornröschen, die Prinzessin auf der Erbse… Es war ein entspannendes Erlebnis, keine Metzeleien, keine Ballereien, alles völlig unamerikanisch. Eine schöne, heile Welt und binnen einer Stunde hatte immer das Gute gewonnen. Nach den Kostümen zu urteilen, spielte alles im 17. und 18. Jahrhundert. Die Gesellschaftsstruktur hingegen war mittelalterlich, sehr viele Unsichtbare, die unten lebten, und einige Wenige oben im Licht. Die Reichen haben sich beschäftigt, um die Zeit totzuschlagen, die Armen mußten arbeiten, arbeiten, arbeiten. Die Handlung spielte an Königshöfen, die Armen waren nur die Statisten, die Diener, das Küchenpersonal, die Wachen und Soldaten, sowie die Bauern, die artig die Hüte ziehen und sich vor der Herrschaft verbeugen.

Diese alte Ordnung wurde durch die Pest schwer erschüttert, durch die Renaissance aufgelockert, durch die Reformation und die Bauernkriege aufgebrochen, bis sie schließlich in der Aufklärung überwunden wurde. Im 19. Jahrhundert wurde das Bürgertum zur führenden Schicht. Ludwig II. von Bayern wurde zwar zum Märchenkönig ernannt, doch seine Märchenschlösser entstanden mit der modernsten verfügbaren Technik. Sie entsprachen nicht der Zeit, sondern wurden gebaut, um aus eben dieser Zeit auszubrechen. Gerade das Deutsche Kaiserreich war nicht mehr Mittelalter, sondern eine revolutionäre Neuerung.

Bevor ich zu den Märchen umgeschaltet habe, habe ich eine andere Sendung gesehen, einen Bericht aus der Welt der Reichen. Dort, wo man mal eben für ein paar Millionen eine neue Yacht kauft, wo schon mal ein Kaufhaus geschlossen wird, damit die Damen und Herren der oberen Gesellschaft ungestört vom Pöbel einkaufen können. Da wurden schöne Flakons für ein Parfum gezeigt, die aussahen wie massives Gold – und samt Inhalt 140.000 Euro gekostet haben. Davor habe ich den Presseclub gesehen, in dem über die Lohnforderungen der Gewerkschaft diskutiert wurde. Da wurde auch über den merkelhaften Aufschwung geredet, über das Beschäftigungswunder in Deutschland, das durch immer mehr Teilzeit und geringfügige Beschäftigungen erreicht wurde.

Daraus, aus dieser zufälligen Mischung, ergab sich ein Bild der Jetztzeit, eine interessante Mischung. Das Pseudo-Mittelalter der Märchen, in dem eine Königstochter mit einem goldenen Ball spielt, und das heutige Mittelalter, in dem eine Millionärstochter goldene Parfum-Flakons um sich aufschichtet. Dort sind es die Bauern, die Dienstboten, das Küchenpersonal, die als Staffage für den Reichtum dienen, hier sind es die Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen, die von ihren Hungerlöhnen kaum leben können. Ein Flakon, höchstens 125 Milliliter, für zehn oder mehr Jahreslöhne der Unterschicht.

Das neue Mittelalter ist weltweit ausgebrochen. Ja, was heute als Könige die bunten Blätter füllt, sind weniger Märchen-, sondern eher Operetten-Monarchen, ohne wirkliche Macht. Ihr Einfluß ist so gering wie jener des Bundesgrüßaugusts in Berlin, auch wenn die meisten von ihnen deutlich mehr Stil und Anstand besitzen. Heute erheben sich nicht mehr die Feudalherren in Zwingburgen über die ausgebeutete Bauernschaft, heute sind es die Schwerreichen, die abgeschottet in ihren Villen leben. Es sind nicht mehr die Fronvögte, die den ohnehin Armen ihre geringe Habe wegnehmen, sondern Finanzbeamte, sichtbar und unsichtbar, Kranken- und Rentenkassen, Abgaben allerorten.

Im Mittelalter waren die Abgaben klar geregelt: Es gab den Zehnten, eine Art Einkommensteuer, die Frondienste, unentgeltliche Arbeit für 60 Tage, sowie den Kirchenzehnten, eine zusätzliche Abgabe für die Kirche. 10% Steuer für den Grundherrn, 10% für die Kirche und nochmals 30% durch die Fronarbeit, summieren sich auf 50%, also die Hälfte der Arbeitsleistung. Es gab im Mittelalter keinen Urlaub, dafür sehr viele Kirchenfeste, die tagelang gefeiert wurden. Unterm Strich kamen die Leute damals auf 200 bis 250 Arbeitstage, etwa so wie heute. Betrachten wir den heutigen Arbeiter. Bei einem Durchschnittsverdiener sind die Steuern gering, setzen wir die Einkommensteuer ebenfalls auf 10% an. Die Kirche lassen wir leer ausgehen, dafür schlagen die Sozialversicherungen mit 20% Arbeitnehmeranteil zu Buche. Dann kommen die verdeckten Steuern hinzu: Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer, Tabaksteuer, Branntweinsteuer, Ökosteuer… Summieren wir das auf 25%, so sind wir schon bei einer höheren Abgabe als im Mittelalter. Aber das ist längst nicht alles. Betrachten wir ein simples Brot, das Kilo zu 2,50 Euro, inklusive 7% Mehrwertsteuer. Im Nettopreis von 2,34 Euro stecken nicht nur Löhne, sondern auch die Steuern auf diese Löhne, auf den Transport, auf jegliche Arbeit, die erbracht wurde, bis das Brot ins Regal gelangt ist. Nun sind wir bei 70%, vielleicht sogar bei 75%, die an Steuern und Abgaben heute, in der ach so freien Gesellschaft anfallen.

Im Mittelalter war die Welt überschaubar, für die meisten Menschen bestand sie aus einer Scheibe von bestenfalls 50 Kilometer Durchmesser – einen Tagesmarsch vom heimatlichen Dorfkirchturm in jede beliebige Richtung. Nachrichten von außen drangen als Gerüchte in diese Scheibenwelt, oder sie wurden als unverrückbare Wahrheiten von der Kanzel verkündet. Und heute? Heute ist die Welt ebenfalls für die meisten Leute eine Scheibe, mit 70 bis 120 cm Diagonale, rechteckig, im vorherrschenden Format von 9:16. Sicher, im Vergleich zu damals sind die Menschen weitgereist, haben Mallorca und Antalya gesehen, sich unter Pinien und Palmen betrunken, doch ihr Weltbild läßt sich in den Zentimetern der Mattscheibe messen.

Ja, ich nutze dieses Fenster in die Welt genauso, warum sollte ich leugnen, was ich schon zu Anfang eingestanden habe? Fernseher, Radio, Tageszeitung – das sind die Medien, die heute Gerüchte weitergeben und unverrückbare Wahrheiten verkünden. Von Menschen freigesetztes Kohlendioxid sorgt für das Abschmelzen der Polkappen, Gaddafi war ein blutrünstiger Diktator, Zuwanderung ist gut für Deutschland, wir müssen Griechenland retten, der Euro verhindert Krieg in Europa, wir alle sind schuld an der Vergasung von sechs Millionen Juden, wir haben beide Weltkriege begonnen, Preußen war ein kriegslüsterner Unterdrückerstaat, die Amerikaner haben uns befreit, Faschisten lauern hinter jeder Ecke, die Rechten müssen aus der Gesellschaft verbannt werden… Die Sonne dreht sich um die Erde, Gott hat das Universum in sieben Tagen erschaffen, Jesus ist für uns am Kreuz gestorben, wiederauferstanden und lebendigen Leibes in den Himmel aufgefahren, Maria hat Christus als unbefleckte Jungfrau geboren, die Bibel ist das Wort Gottes, der Teufel lauert hinter jeder Ecke, Hexen müssen auf den Scheiterhaufen…

Das Mittelalter erhebt sich wieder, die Kirche, welche die Menschen dumm hält, ist heute der Televisor, der Fürst, welcher die Menschen arm hält, ist der „demokratische“ Staat. Im einstigen Mittelalter waren Macht und Reichtum in einer Hand vereint. Schon die Bauernkriege haben gezeigt, daß diese Konstruktion ein paar Nachteile aufweist: Wenn die Bauern gegen ihre Unterdrücker aufbegehren, vernichten sie gerne deren Reichtum, seien es nun Burgen oder Kirchen. Die französische Revolution von 1789 verlief da etwas gemäßigter, zwar wurden Kirchen und Klöster gebrandschatzt, doch die Schlösser wurden meistens verschont – dort wollten die Führer der Revolution selbst einziehen. Und 1917 in Rußland wurde die Jahrhunderte alte Zarenburg in Moskau, der Kreml, zum Sitz der neuen, der roten Zaren.

Im Westen entwickelte sich die Demokratie schließlich zum Faschismus. Die Demokratie als Herrschaft durch das Volk für das Volk ist eine Erscheinung des 19. Jahrhunderts, in der zweiten und dritten französischen Republik und den USA bis hinein in die 1880er Jahre. In England kam diese Demokratie nie zur Ausprägung, dort entwickelten sich zwei parallele Herrschaftssysteme. Die Politik betrieb die Ausweitung des Empire, das reich gewordene Bürgertum die Ausbeutung der Arbeiter. Wobei beide Kräfte zum gegenseitigen Nutzen vorgingen, denn neue Kolonien bedeuteten neue Rohstoffquellen und neue Absatzmärkte. Der britische Weg war eine Folge der Kontinuität; die alten Adelsstrukturen hatten sich seit 1066 gehalten, dem Bürgertum wurden durch die Magna Carta und Cromwell neue Möglichkeiten eröffnet. Wer diese Chancen nicht zu nutzen wußte, war im 19. Jahrhundert entweder Kanonenfutter für das Empire oder Verbrauchsmaterial für die Fabriken der industriellen Revolution. Die menschenverachtenden Zustände in der britischen Industrie hat Karl Marx trefflich beschrieben. Ihm fehlte jedoch die geistige Fähigkeit, das bessere Modell zu erkennen, das sich in dem Land entwickelte, in dem er und Friedrich Engels geboren worden waren.

Der Faschismus hat sich im amerikanischen Bürgerkrieg entwickelt. Verwechseln Sie Faschismus nicht mit den Inszenierungen eines Benito Mussolini, diese sollten das Volk nur davon abhalten, sich in die Politik einzumischen. Faschismus ist die Vereinigung von Hochfinanz und Politik, wobei die Politik den vorgeschobenen Strohmann darstellt. Den Unabhängigkeitskrieg und den Krieg gegen Großbritannien von 1812 führte ein Staat im Entstehen, die Kriege gegen Mexiko und die Indianer waren bessere Scharmützel. Erst der Bürgerkrieg schuf den militärisch-industriellen Komplex. In diesem Bürgerkrieg lernte die Ostküste an militärischen Abenteuern zu verdienen. In den Folgejahren wurden die USA mehr und mehr zu einem Spielball der Interessen der Banken der Wall Street.

Die Hochfinanz hat im Faschismus dazugelernt. Im Römischen Reich erschacherten die Imperatoren den Thron für sich selbst, was oft genug zum beschleunigten Ableben der Herrscher geführt hat. Im als Demokratie getarnten Faschismus bezahlte die Hochfinanz dem neuen Imperator mit dem Titel Präsident den Weg zum Thron. Nach vier oder acht Jahren – bis auf den Sonderfall Rosenfeld – wurde der Präsident ausgewechselt. Der Haß des Volkes richtete sich gegen den Strohmann, mit dem nächsten Strohmann verband das Volk neue Hoffnung. So wurde das Volk ruhig gehalten, während die wahre Macht im Hintergrund ständig dieselbe blieb.

Der Türöffner für den Faschismus spielte fast immer die Rüstungsindustrie. Diese Rüstungsindustrie verführte die französische dritte Republik an der Wende zum 20. Jahrhundert, sie verführte Großbritannien. Nicht das Deutsche Reich, sondern diese beiden Mächte haben die Rüstungsspirale kräftig gedreht. Rußland wurde in diese Spirale einbezogen, befeuert von französischem Kapital rüstete der Zar kräftig auf. Die steuernde Hand dahinter saß jedoch schon damals an der Ostküste der USA. Dort hatten sich die Verehrer eines orientalischen Wüstengottes etabliert, die Religion des Baal Mammon. In Europa lag das Kapital von Jahrhunderten, erspart von den Bürgern oder zusammengeraubt von den Kolonialmächten. Auf dieses Geld hatten die Herren der Wall Street begehrliche Blicke geworfen.

In einer Plutokratie herrschen die Reichen ganz offen, im Faschismus lassen sie herrschen. Die Politik bildet den schützenden Schild gegen den Zorn des Volkes, falls eine Maßnahme der heimlichen Herrscher entgleisen sollte. Die politische Waffe des Großkapitals ist die Demokratie, das wußte bereits Oswald Spengler. In einer Demokratie herrschen die Mittellosen, die sehr empfänglich sind für die Geschenke der wahrhaft Reichen. Christian Wulff hat dies vorgeführt, doch er war ein blutiger Anfänger, ein Amateur in der untersten Liga. „Joschka“ Fischer und Gerhard Schröder sind viel professioneller vorgegangen, sie haben sich nachträglich bezahlen lassen, sie kassieren vom Beratervertrag bis zum Vortragshonorar ab, ohne daß auch nur ein Angehöriger jenes Volkes, das unter ihrer Politik zu leiden hatte, dagegen Einwände erheben könnte. Und wenn doch, dann baumeln Schröder und Fischer, während jene, die sie bezahlt haben, nicht angetastet werden.

Der erste Weltkrieg hat die Kassen der Wall Street gefüllt, das Geld aus Europa floß in die USA, das reiche Britische Empire war zum Schuldner und Bittsteller geworden. Das Deutsche Reich wurde gnadenlos ausgeplündert, das Fundament für den nächsten Krieg gelegt. 1918 waren die faschistischen Mächte zu erschöpft, um sich Deutschland völlig einzuverleiben, zumal es galt, die neue Sowjetunion abzuernten.

Betrachten wir die Sowjetunion, so finden wir dort nur scheinbar keinen Faschismus. Wir dürfen jedoch nicht übersehen, wer das Spiegelbild und der Komplementär der SU gewesen ist: Wir müssen nur die Buchstaben umdrehen, um herauszufinden, wer Lenins Revolution und Stalins Rüstung finanziert hat: US. Jedes Opfer des Kommunismus‘, jeder Tote in den Gulags, steht im Kontobuch der Wall Street. Die Politik war auch dort nur die schützende Schicht, der Schild der wahren Machthaber. Am Ende der Sowjetunion fiel der Schleier, unter Jelzin gelangten die Oligarchen zu ungeheurem Reichtum. Der Faschismus trat ganz offen zu Tage – bis Putin. Und weil Putin die Oligarchen entmachtet und so den Faschismus unterbunden hat, genießt er heute eine so schlechte Presse.

Während sich weltweit der Faschismus ausgebreitet hatte, beschritt das Deutsche Reich einen Sonderweg. Dort wurde eine Regierung der Obrigkeit zum Wohl des Volkes errichtet. Nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation waren die Kleinfürsten plötzlich Landesherren. Für die Großindustrie waren diese Duodez-Fürstentümer zu klein, für die Wall Street gab es lohnendere Ziele. Folglich wurde der erste Angriff politisch gefahren, mit der versuchten demokratischen Reichseinigung von 1848. Der preußische König hat damals die Kaiserkrone aus Demokratenhand abgelehnt – und damit den Faschismus für 120 Jahre aus Deutschland ferngehalten.

Das Deutsche Reich wurde 1871 von oben gegründet, mit einer Regierung, die trotz ihrer Rüstungsindustrie das Heft in der Hand hatte. Der preußische Arbeiter, der im dritten Hinterhof in ärmlichen Verhältnissen hauste, lebte immer noch besser, als sein britischer Kollege. Die Obrigkeit, der Staat unter Bismarck, erwies sich als Anwalt der Arbeiter. Die ersten Sozialgesetze wurden nicht von den Arbeitern erstreikt, sondern von der Obrigkeit zum Schutz der Volksgesundheit gewährt. Ja, es war ein Geschäft zum gegenseitigen Nutzen, denn ein gesundes Volk stellte dem Kaiser gesunde Soldaten. Diese gesunden Soldaten wollte der Kaiser jedoch nicht auf den Schlachtfeldern verbluten lassen; entgegen der heutigen Propaganda hat der Kaiser keinen Krieg geplant, dieser wurde ihm und dem Reich aufgezwungen.

Es ist heute Mode, den Nationalsozialismus als „Faschismus“ zu bezeichnen. Von den pompösen Auftritten abgesehen, bei denen sich Hitler von Mussolini inspirieren ließ, und dem Betonen des Nationalen, haben die beiden politischen Bewegungen nur wenig gemeinsam. Während in Deutschland „du bist nichts, dein Volk ist alles“ gegolten hatte, arbeitete Italien am „Imperio nuovo“. Das Dritte Reich war ein „bolschewistischer“ Staat, in dem Sinne, daß alles zum Wohl der Mehrheit des Volkes unternommen wurde. Hitler konnte sich bedenkenlos Volksabstimmungen stellen, weil er sicher war, sie zu gewinnen.

Der Faschismus begann in Deutschland erst 1968, mit einer „Studentenrevolte“, die zum „Marsch durch die Institutionen“ wurde. Die große Schere zwischen Arm und Reich war noch nie so weit geschlossen, wie in Deutschland in den Jahren um 1970. Was im Biedermeier begonnen hatte, als die Kleinfürsten sich um ihre Staaten gekümmert haben, anstatt Weltpolitik zu betreiben, was im Kaiserreich fortgesetzt wurde, mit seinen Sozialgesetzen zur Besserung des Loses der Arbeiter, was im Dritten Reich für die alles bestimmende Volksgemeinschaft getan wurde, gipfelte im Wirtschaftswunder. „Die Arbeiter sollen die Meere befahren“ – das war ein Leitspruch der KdF. Verwirklicht wurde es im Wirtschaftswunder, durch den Wohlstand für alle.

Dieser Aufstieg wurde unter Bundeskanzler Herbert Frahm beendet. Die Politik wurde zum Büttel der Hochfinanz. Das „halt sie dumm“ wurde von linken Bildungsideologen erledigt, das „halt sie arm“ durch den neuen sozialindustriellen Komplex. Durch die überbordenden staatlichen Wohltaten wurden die Kassen geleert und die Bürger in die Abhängigkeit getrieben. Das Mittelalter hat den Menschen 50% ihrer Arbeitsleistung genommen, die Demokratie ist längst bei 75% angekommen.

Unter Helmut Schmidt und Helmut Kohl wurde der Staat immer mächtiger, immer umfassender. Der Faschismus, die Herrschaft der Hochfinanz durch die untergeordnete Politik, war vollendet, als die 68er mit Gerhard Schröder die Macht übernommen hatten. Jetzt, unter Angela Merkel, führt uns der Faschismus zurück ins Mittelalter. Die Welt ist wieder zur Scheibe geworden, das dumm gehalten und verarmte Volk erfährt durch diese Scheibe vor allem die staatliche Propaganda.

Das Mittelalter, die Aufspaltung in Arm und Reich, greift immer weiter um sich. Ja, es gibt die Erfolgsgeschichten, den Tellerwäscher, der zum Millionär wird, auch in Merkeldeutschland. Doch das ist die große Ausnahme, nicht die Regel. Fast alle Tellerwäscher bleiben für immer Tellerwäscher, und sollten sie versuchen, sich nach oben zu arbeiten, droht der Absturz nach ganz unten, in die Gosse. Ein Aufstieg erfolgt nicht mehr durch eigene Leistung, sondern durch Gottes Gnade, durch glückliche Fügung. Oder dadurch, daß man seine Seele dem Teufel verkauft, ein treuer Diener des Baal Mammon wird. Heute ist das nicht mehr mit dem Scheiterhaufen bedroht.

Dies ist nicht mehr der Staat, in dem ich aufgewachsen bin. Dies ist nicht mehr der Staat, dem ich als Soldat geschworen habe, ihn tapfer zu verteidigen. Heute ist Deutschland ein faschistischer Staat auf dem Weg ins Mittelalter. Und wenn ich meinen Soldateneid ernst nehme, bin ich verpflichtet, gegen diesen Staat zu kämpfen. Nicht mit der Waffe in der Hand, denn damit könnte ich nur jene verletzen oder töten, die gleich mir Opfer dieser anderen Republik geworden sind. Nicht die physische Gewalt hat dieses Land verändert, sondern geistige Gewalt, die Beschränkung eines Volkes auf die kleine Scheibe mit der immer größeren Bildschirmdiagonale. Deshalb muß die Waffe die Feder sein, das Streitroß der Pegasus. Zu den Waffen, Kameraden! Dem Faschisten werden wir nicht weichen, schickt er auch seine Propaganda hageldicht! Wir kämpfen gegen das Rückwärtsgewandte, gegen das neue Mittelalter, mit dem erbarmungslosen Antlitz des Faschismus!

© Michael Winkler

Quelle: http://www.michaelwinkler.de/Pranger/Pranger.html

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Kommentare

Faschismus im neuen Mittelalter — 2 Kommentare

  1. Die Irrelevanz der Moral

    Die nicht existierende Polarität „gut oder böse“, an die kleine Kinder von dummen Eltern, zweitklassige Filmregisseure, Schmalspur-Philosophen und Theologen glauben, hat schon viele unkritische Systemkritiker zu dem Denkfehler verleitet, dass die „Reichen und Mächtigen“ dieser untergehenden Welt „gegen“ die Natürliche Wirtschaftsordnung (Marktwirtschaft ohne Kapitalismus) wären und darum durch einen wie auch immer gearteten „Volksaufstand“ dazu gedrängt werden müssten. Tatsächlich können sich diese Patienten aufgrund ihrer „gesellschaftlichen Position“ aber nicht einmal ansatzweise in den eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation hineindenken!

    Angenommen, Frau Dr. Merkel würde von der so genannten öffentlichen Meinung dazu gedrängt, in Deutschland ein allgemeines Bodennutzungsrecht sowie eine konstruktiv umlaufgesicherte Indexwährung einzuführen, um die „Finanzkrise“ zu beenden. Die „mächtigste Frau der Welt“ hätte keine blasse Ahnung, wie sie das praktisch umsetzen sollte, ohne dabei eine Katastrophe in der Katastrophe auszulösen, und sie würde auch keine studierten „Wirtschaftsexperten“ finden, die sie in dieser Angelegenheit beraten könnten, weil die gesamte universitäre Volkswirtschaftslehre nur aus Denkfehlern besteht.

    Die Verwirklichung der Natürlichen Wirtschaftsordnung ist eine Frage des Bewusstseins und nicht des „politischen Klassenkampfes“. Das (noch) bestehende, kapitalistische System zerstört sich gegenwärtig von selbst. Es kommt allein darauf an, dass noch während des bevorstehenden globalen Zusammenbruchs „Der Weisheit letzter Schluss“, der nicht in Frage gestellt werden kann und über den es nichts zu „diskutieren“ gibt, zuerst im Internet und dann auch in anderen Massenmedien soweit verbreitet wird, dass eine freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform in der Bundesrepublik Deutschland professionell durchgeführt werden kann, bevor die Weltwirtschaft ganz zusammenbricht. Weil Zinsgeld-Ökonomien (zivilisatorisches Mittelalter) gegenüber der Natürlichen Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft) in keiner Weise konkurrenzfähig sind, bleibt dem „Rest der Welt“ dann gar keine andere Wahl mehr, als die Natürliche Wirtschaftsordnung ebenfalls zu verwirklichen.

    „…viele Erste werden Letzte sein…“ Wer die folgende „Achterbahnfahrt fürs Gehirn“ hinter sich hat, wird auch diese Weisheit verstehen können:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html

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