Gold- und Silberblase? – Blödsinn!

Eine Analyse hierzu von Manfred Gburek (21. Januar 2011)

Gold, Silber, Edelmetallaktien: Analyse und Prognose

Es ist an der Zeit, die Entwicklung der Preise von Gold und Silber näher unter die Lupe zu nehmen. Daraus lassen sich einige interessante Schlussfolgerungen für den weiteren Preistrend der beiden Edelmetalle wie auch für die Kurse der Gold- und Silberaktien ziehen.

Der Goldpreis erreichte in US-Dollar, der international üblichen Messlatte, von Mitte Oktober bis Anfang Januar vier Gipfel, unterbrochen nur durch kurzfristige Talfahrten. Nachdem der zweite und der dritte Gipfel jeweils höher gelegen hatten als die Gipfel davor, erreichte der vierte gerade noch etwa die Höhe des dritten. Danach begann eine neue Talfahrt, die bis jetzt anhält.

Die ganze Konstellation spricht dafür, dass in erheblichem Umfang Gewinne mitgenommen wurden und werden. Dieses Fazit liegt auch deshalb nahe, weil SPDR Gold Tust, der größte börsengehandelte Goldfonds, seinen Goldbestand seit dem Jahresende um rund 30 Tonnen abgebaut hat. Gewinnmitnahmen dieser Art sind üblich, zumal sie hier im großen Zusammenhang gesehen werden sollten. Das heißt, von Ende Juli bis Ende Dezember, also in einer recht kurzen Zeit, stieg der Goldpreis um 23 Prozent, zunächst fast drei Monate lang nur mit kleinen Unterbrechungen, als wäre er vom ersten Gipfel magisch nach oben gezogen worden, und erst im Endspurt ging er zur Berg- und Talfahrt über. Dass er vom letzten Gipfel Ende Dezember bis zum 21. Januar nur zirka 7 Prozent verloren hat, kann nach dem schnellen 23-prozentigen Anstieg zuvor nicht genug gewürdigt werden. Denn diese Entwicklung spricht dafür, dass kein akuter Verkaufsdruck auf dem Goldpreis lastet.

In den vergangenen fünf Jahren gab es keine vergleichbare Gipfelkonstellation. Wir haben es jetzt also mit Neuland zu tun. Falls keine negativen Überraschungen kommen (Notverkäufe wie Mitte und Ende 2008), dürfte der Goldpreis sich spätestens bei 1300 Dollar fangen. Ich komme darauf, weil mir von kompetenter Seite zugesteckt wurde, dass auf dieser Basis massive Kaufaufträge von Großinvestoren vorliegen.

Steigende Zinsen gehören auf Sicht der nächsten Monate nicht zu den negativen Überraschungen, weil sie mit sinkenden Anleihekursen einher gehen. Das ist im Endeffekt eher gut für den Goldpreis, weil AAA-Anleihen neben dem Gold bisher den Ruf des sicheren Hafens genossen haben, den sie bei sinkenden Kursen verlieren würden. Gut für den Goldpreis sind auch steigende Inflationsraten und weltweit wachsende Schuldenberge.

Deutsche Anleger, die Goldbarren und -münzen besitzen oder sie erst kaufen möchten, müssen die bisher hier angestellten Überlegungen um eine weitere ergänzen: die Entwicklung des Goldpreises in Euro. Denn dadurch, dass nicht nur der Goldpreis in Dollar, sondern auch der Dollar gegenüber dem Euro gefallen ist, ergibt sich eine günstige Gelegenheit für Käufe bzw. Nachkäufe, in diesem Fall unter 1000 Euro je Unze. Damit sollten Sie jetzt beginnen und in den kommenden Monaten sukzessive weiter kaufen.

Silber bewegt sich zwar fast immer in dieselbe Richtung wie Gold, aber seine zwischenzeitlichen Preisausschläge sind doch anders und deshalb gesondert interpretationsbedürftig. Nehmen wir nur den Silberpreis in Dollar von Ende Juli bis Ende Dezember: plus satte 77 Prozent, also weit über die 23 Prozent des Goldes hinaus. Gemessen daran, ist der Rückgang des Silberpreises vom Jahresende bis zum 21. Januar ein Klacks: an die 12 Prozent. Das heißt, unter dem Strich glänzt Silber im Vergleich zum Gold durch seine relative Stärke.

Während auf dem Kauf von Gold in Form von Barren und Anlagemünzen keine Mehrwertsteuer lastet, muss man für Silberbarren den vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent und für gängige Münzen wie den American Silver Eagle oder den australischen Kookaburra 7 Prozent berappen. Damit sind Silberbarren im Vergleich zu Silbermünzen für die Direktanlage weniger interessant.

Vorausgesetzt, die relative Stärke von Silber hält weit über die nächsten Monate hinaus an (wofür viel spricht), gilt beim Kauf solcher Silbermünzen aus Sicht von Euro-Anlegern erst recht: Von nun an sukzessive einsteigen bzw. nachkaufen. Die 7 Prozent Mehrwertsteuer dürften im Zuge des nächsten Anstiegs schnell egalisiert sein.

Um das Thema Steuern abzurunden: Gewinne aus der Wertsteigerung von Gold und Silber in Form von Barren oder Anlagemünzen im Privatvermögen sind nach einem Jahr generell steuerfrei. Das sollten Sie nutzen, solange dieser Vorteil noch gilt. An der entsprechenden Vorschrift (§ 23 Einkommensteuergesetz) hat der Gesetzgeber in den vergangenen Jahren bekanntermaßen schon einige Male zu Lasten der Steuerzahler kräftig herumgefummelt. Dabei sind unter anderem Gewinne aus Wertpapieren, die früher nach einem Jahr steuerfrei waren, im Fall von Käufen seit Anfang 2009 der Abgeltungsteuer zum Opfer gefallen.

Im Frühjahr und Sommer 2010 war beim Silberpreis ein Phänomen zu beobachten, das damals kaum ein Kommentator erwähnenswert fand: der Widerstand nach unten im Bereich von 17,50 Dollar. Während der fraglichen Zeit sprang der Goldpreis wild hin und her. Normalerweise ist es umgekehrt. Das Phänomen lässt den Schluss zu, dass seinerzeit einige Großanleger gezielt hohe Silberpositionen aufgebaut haben. Und wenn man die im Vergleich zum vorherigen Preisanstieg geringe Preisreaktion nach unten während des bisherigen Verlaufs im Januar beachtet, liegt ein weiterer Schluss nahe: Die hohen Positionen werden noch nicht abgebaut. Die weitere Entwicklung des Silberpreises verspricht also Spannung pur.

Die Kurse der Gold- und Silberaktien sind volatiler (schwankungsintensiver) als die Preise der Edelmetalle. Das liegt an der Hebelwirkung, das heißt, die Preisbewegungen schlagen überproportional auf die Gewinne der Minen durch. Wer das geschickt zu nutzen versteht, kann mit den Aktien bei gutem Timing trotz Abgeltungsteuer mehr Geld verdienen als mit den Edelmetallen selbst.

Nun stellt sich die Frage, mit welchen Aktien. Die der großen Konzerne (Barrick, Goldcorp, Newmont) lassen in letzter Zeit ja absolut und relativ zu wünschen übrig. Also liegt es nahe, nach anderen Kandidaten Ausschau zu halten. Hierzu empfiehlt sich unter anderem die Internetseite www.mcewencapital.com (englisch). Dort finden Sie sog. Junioraktien, die nach den bisherigen Erfahrungen beim nächsten Preisaufschwung der Edelmetalle zu den großen Gewinnern gehören dürften (was sie zum größten Teil auch bisher schon bewiesen haben). Zunächst sollten Sie ihre Kurse allerdings erst verfolgen und nicht zu hastig einsteigen, denn Junioraktien sind besonders volatil, sodass man sich bei falschem Timing schnell Verluste einhandeln kann.

Zu guter Letzt: Eine besondere Art von Hebelwirkung ist bei den Südafrikanern zu beobachten (Anglogold, Gold Fields, Harmony Gold, DRDGold): Steigt ihre Währung Rand gegenüber dem US-Dollar, wirkt der Hebel negativ, weil sie ihre Kosten in Rand und ihre Erträge in Dollar verbuchen. Das war über weite Strecken 2010 der Fall, sodass ihre Kurse trotz des Goldpreisanstiegs im Vergleich zu den Kursen der Nordamerikaner enttäuschten. Fällt dagegen der Rand gegen den Dollar, ist es umgekehrt. Genau diese Chance bietet sich jetzt, nachdem der Dollar in kürzester Zeit aus der Zone um 6,60 Rand in den Bereich um 7,10 Rand je Dollar hochgeschossen ist. Für den Fall, dass daraus ein Trend wird, müssten die Südafrikaner also beim nächsten Aufschwung des Goldpreises eine beträchtliche relative Stärke zeigen.

Quelle: http://www.gburek.eu/

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