Griechenland schafft sich ab

Unternehmen in Griechenland fallen Finanzamt zum Opfer

In Griechenland stellten infolge der Wirtschaftskrise und ständig steigenden Abgaben und Steuern seit 2010 über eine halbe Million Betriebe und Unternehmen ihre Aktivitäten ein.

In Griechenland beschlossen allein während der ersten vier Monate des Jahres 2012 mehr als 68.000 Gewerbetreibende (Unternehmen, Freiberufler, Selbständige), ihre Bücher zu schließen und beim Finanzamt mit der Erklärung abzugeben, den kontinuierlich wachsenden steuerlichen Belastungen nicht mehr entsprechen zu können.

Die Angaben der Datenverarbeitungszentrale des Finanzministeriums zeigen ebenfalls, dass sich in dem Zeitraum 2010 – 2011 ungefähr 432.000 Gewerbetreibende entschieden, den Betrieb ihres Unternehmens einzustellen und zur Schließung der von ihnen geführten Bücher zu schreiten. Seit 2010 und bis einschließlich Ende April 2012 schlossen folglich insgesamt mehr als 500.000 Gewerbetreibende ihre Bücher und stellten den Betrieb ihrer Unternehmen ein. Von den insgesamt 1.000.572 Gewerbetreibenden, die bis einschließlich 2009 bei dem Finanzamt eine aktive Steuernummer inne hatten, stellten also innerhalb von weniger als zweieinhalb Jahren 50% ihre Aktivitäten ein.

2010 und 2011 schlossen über 430.000 Betriebe und Filialen

Die Fakten des Finanzministeriums zeigen, dass die großen Probleme für die Unternehmen und Selbständigen 2010 begannen. Der erste große “Kahlschlag” auf dem Markt erfolgte 2010 auch infolge der Maßnahme der “Selbstveranlagung”. Insgesamt gaben 195.789 Unternehmen und Gewerbetreibende ihren Betrieb ein. Werden außer ihren jeweiligen Hauptsitzen auch ihre geschlossenen Filialen hinzugerechnet, erreicht die Gesamtzahl der 2010 geschlossenen Unternehmen 222.603.

2011 verschlimmerte sich das Problem mit der Erhebung der neuen Gewerbeabgabe, die im vergangenen Jahr erstmalig alle Gewerbetreibenden, Selbständigen und sogar auch Scheinselbständigen belastete (siehe auch Steuerwahn in Griechenland kennt keine Grenzen). 2011 meldeten dem Finanzamt insgesamt 172.418 Gewerbetreibende die Einstellung ihres Betriebs, während zusammen mit den Filialen (da diese fortan zusätzlich und eigenständig mit der Gewerbeabgabe belastet werden) die Gesamtzahl der Gewerbetreibenden, die ihren Betrieb einstellten, sogar 209.706 Betriebseinheiten erreichte.

Bemerkenswert ist, dass in den beiden Jahren 2010 – 2011 der Rhythmus der Einstellung des Betriebs des (Haupt-) Sitzes der Gewerbetreibenden im Verhältnis zu den Daten, über welche das Ministerium bezüglich der Unternehmensschließungen während der drei Jahre 2007 – 2009 verfügt, einen Anstieg in der Größenordnung von 30% bis 100% verzeichnet.

Neue Steuern und Abgaben bewirkten steilen Anstieg der Betriebsaufgaben

Speziell bezüglich der natürlichen Personen (Gewerbetreibende und Personenunternehmen) meldeten eine Einstellung des Betriebs: 79.290 Steuerpflichtige im Jahr 2007, 2008 weitere 79.332 und 2009 insgesamt 80.977 Unternehmen. 2010 schnellte die Anzahl jedoch auf 119.932 und 2011 auf 114.106 Steuerpflichtige empor. Was wiederum die Gesellschaften betrifft, stieg die Anzahl von 15.978 gemeldeten Betriebseinstellungen 2007 und 13.973 im Jahr 2008 im Jahr 2009 (als die ersten steuerlichen Sondermaßnahmen verhängt wurden) leicht an und verdoppelte sich 2010 und 2011, in welchen beiden Jahren sie entsprechend 27.756 und 26.813 Unternehmen erreichte.

Das Phänomen der massenhaften Betriebseinstellungen wird sich 2012 vermutlich verstärken, da die Gewerbeabgabe von 300 auf 400 – 500 Euro erhöht wird. Gemäß dem ratifizierten Gesetz über die Umsetzung des Rahmenprogramms für die Jahre 2012 – 2015 wird die Abgabe auf 400 Euro für die Unternehmen oder Gewerbetreibenden / Freiberufler festgesetzt, die ihren Sitz in touristischen Gebieten und in Städten oder Dörfern mit bis zu 200.000 Einwohnern haben, und auf 500 Euro für all jene, die in Regionen mit mehr als 200.000 Einwohnern aktiv sind. Die Einnahme erscheint jedoch zweifelhaft, solange die kleinen und mittleren Unternehmen schließen, anstatt die Abgabe zu entrichten.

Quelle: gr-blog

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