Hotelsterben in Griechenland

Dem Hotelsterben in Griechenland fielen allein in Athen über 20 teilweise weltweit bekannte Häuser zum Opfer, während landesweit 3.000 Hotels zum Verkauf anstehen.

Es war der 05 September 1997, als Juan Antonios Semarang bekannt gab, Athen werde die Stadt sein wird, welche die Olympischen Spiele 2004 ausrichten würde. Ab jenem Tag und für die nächsten sieben Jahre begann die Verwandlung der Hauptstadt, und in der ersten Reihe befanden sich bei dieser “Party” Dutzende Unternehmer aus dem Raum der Hotel- und Tourismusbranche. Die Erwartung einer touristischen Explosion zugunsten der griechischen Hauptstadt nach 2004, gemäß dem Beispiel Barcelonas, führte zu Investitionen von Millionen Euro für die Renovierung Athener Hoteleinheiten. Somit erhielt die Stadt in Aufwertung des touristischen Profils des Landes sowohl im Zentrum als auch in den Randgebieten diverse wunderschöne Hotels mit 3, 4 und 5 Sternen. Außerdem kommt ein großer Teil der 16,17 Mio. Touristen jedes Jahr in Athen vorbei.

Innerhalb weniger Jahre zerbrach jedoch die Vitrine der Hauptstadt. Kriminalität, Gettoisierung, hunderte Demonstrationen und Zwischenfälle jedes Jahr, das Immigrantenproblem und zuletzt die Wirtschaftskrise haben der Hotelbranche ungeheuren Schaden zugefügt. So stellten in den letzten 18 Monaten mehr als zwanzig Hotels in Athen den Betrieb ein, während Befürchtungen geäußert werden, dass sehr bald auch andere Einheiten schließen werden.
Von dem Glanz der Olympischen Spiele zu Verfall und Gettoisierung

Eins ist sicher. Von dem Glanz der Olympischen Spiele gelangten wir innerhalb weniger Jahre in die Dunkelheit des Verfalls. Und Zeus Xenios wohnt inzwischen nicht mehr in Athen. Beweis dafür ist, dass Marktfaktoren weitere Schließungen in der Hotelbranche sowohl in Athen als auch im übrigen Griechenland erwarten.

2011 schlossen in ganz Griechenland 250 Hotels, aber das Bild der Auflösung setzt sich auch in diesem Jahr fort. Die jüngst erfolgte aufsehenerregende Schließung des Athens Imperial ist die Spitze eines Eisbergs, da immer mehr Hoteliers daran denken, ihre Unternehmen zu schließen, und viele haben Verkaufsschilder ausgehängt. Laut Immobilienmaklern stehen von den 9.700 im ganzen Land existierenden Hotels sogar wenigstens 30% bzw. mehr als 3.000 Einheiten versteckt oder offensichtlich zum Verkauf an.

Die Unternehmer – Hoteliers mögen im vergangen Jahr (2011) mit den insgesamt rund 16,5 Mio. Touristen Atem geschöpft haben, in diesem Jahr hat jedoch der Zusammenbruch der Wirtschaft und hauptsächlich die Tatsache den Tourismus um viele Jahre zurückgeworfen, dass der “Produktname” Griechenland aufgrund der Regierungslosigkeit und allgemeineren Unsicherheit nicht wiedergutzumachenden Schaden erlitten hat. Bis heute und speziell im Mai 2012 zählt die touristische Saison Verluste von zwei Millionen Touristen. An jedem Tag, der verstreicht während das Land ein Bild der Auflösung bietet, liegen die Reservierung bei knapp über 50.000, gegenüber 100.000 im vergangenen Jahr. Die Auslastungen in den Hotels sinken dramatisch und trotz der Tatsache, dass die Zimmerpreise signifikant gesenkt wurden.

Und in der Szenerie des Zusammenbruchs hat das erste Wort die Stadt Athen, welche das schlimmste touristische Jahr seit vielen Jahrzehnten durchlebt. Laut den Abgaben des Panhellenischen Hotelier-Verbands (POX) sank die Auslastung der Hotels in der Hauptstadt auf 46,9%, wogegen die Konkurrenzstädte eine Auslastung von über 60% haben. Im vergangenen Jahr befand sich die Auslastung auf Ebenen bei 54,4%, womit also ein Rückgang um 13% verzeichnet wird. Was den durchschnittlichen Zimmerpreis betrifft, belief sich dieser in den ersten vier Monaten des Jahres 2012 auf 87,8 Euro, gegenüber 93,1 Euro im vergangenen Jahr, und die Einnahmen je verfügbarer Einheit fielen auf 41,2 Euro, gegenüber 50,7 Euro im vergangenen Jahr.

Es ist also zu erwarten, dass die Hotellandschaft der Hauptstadt sich radikal ändert und alte und historische Hotels nicht mehr existieren.
Griechische Kundschaft hat kein Geld, ausländische fürchtet sich

Die Wirtschaftskrise hielt hauptsächlich die griechischen Kunden von den Athener Hotels fern, während die Ausländer die Hauptstadt meiden, da sie die Instabilität in der Wirtschaft, aber auch die politische und gesellschaftliche Unruhe fürchten. Seit zwei Jahren zeigen im Ausland tausende Veröffentlichung und Fotografien die Stadt Athen in den Schwaden der Molotow-Cocktails und Tränengasbomben “erstickt”, während tausende Touristen bei ernsthaften Vorfällen eingeschlossen worden sind, welche die Stadt in Kabul verwandelt haben.

Die drei großen Hotels am Syntagma-Platz waren sogar viele Male gezwungen, die Rollladen herunterzulassen, ausländische Gäste durch die Hinterausgänge in Sicherheit zu bringen oder zigtausende Euro für die Beseitigung der Schäden zu zahlen, welche die berüchtigten vermummten Randalierer anrichteten. Auf der anderen Seite ist das Zentrum Athens auf Gnade und Ungnade der Gesetzlosigkeit und der unkontrollierten Migration ausgeliefert worden und hat sich in ein Getto gewandelt, das am Syntagma-Platz beginnt und bis in die Bezirke Patisia und Petralona reicht. Die Hotelschließungen sind somit die Chronik eines vorangekündigten (touristischen) Todes einer Stadt, die einmal Athen war.

Ende Mai 2012 verlor die Hauptstadt ein Hotel-Schmuckstück, ein 5-Sterne-Unternehmen, das bei Aufnahme seines Betriebs bestrebt war, den Bezirk unterhalb der Omonia umzugestalten. Die Schließung des “Athens Imperial” mit 550 Betten rief in der Welt des Tourismus einen Schock hervor, da es sich um ein Luxushotel handelte, welches 2007 renoviert worden war. Es ist die dritte Einheit des Konzerns Daskalantonaki, die geschlossen wurde, während die selbe Gesellschaft, die sowohl das “King George” am Syntagma-Platz in Athen als auch das traditionsbehaftete “Makedonia Palace” in bester Zentrumslage in Thessaloniki verwaltet, ihre Absicht erklärt hat, sich auch von diesen Hotels trennen zu wollen.

Das Esperia Palace an der Stadiou-Straße, ein 4-Sterne-Hotel mit 338 Betten, wurde im vergangenen (2011) Jahr geschlossen. Das Gebäude gehört der Versicherungskasse der Juristen, die sich weigerte, die Pachtzahlungen zu senken, was zum Ergebnis hatte, dass der Unternehmer M. Kalligeros zur Schließung eines kosmopolitischen Hotels schritt, welches seinen Betrieb 1963 aufnahm, drei Renovierungen unterzogen wurde und in dessen Restaurant “Athineo” sich große Namen der politischen und unternehmerischen Szene einstellten. 80 Beschäftigte blieben auf der Straße und das Gebäude ist fortan ein “Geisterhaus”, während die Juristenkasse 1,5 Mio. Euro im Jahr verliert.
Das “verfluchte Gebiet” im Stadtzentrum von Athen

Als Resultat der Abwertung und der Kriminalität zählen die Omonia und das Umfeld dieses Bezirks in den letzten Jahren die meisten “Opfer”. Das 3-Sterne-Hotel City Plaza am Victoria-Platz war für viele Jahre ein Treffpunkt. Es schloss wegen der Situation in der Gegend und somit gingen 239 Betten verloren. Vor 5 – 6 Jahren schloss das 3-Sterne-Hotel La Mirage, für welches Überlegungen bestehen, es in ein Studentenheim umzuwandeln. Das Acron und das Fashion Hotel des Konzerns Daskalantonaki, mit insgesamt 550 Betten, wurden geschlossen, da sie das Unglück hatten in einem Gebiet betrieben zu werden, das sich schnell in ein Getto verwandelte. Wenige Meter höher gab es das Kaningos 21, welches die Abwertung und das Ausbleiben von Kunden ebenfalls nicht aushielt.

In diesem “verfluchten Gebiet” und konkret an der Straße Agiou Konstantinou existierte das Jason Prime, ein riesiges Hotel des Unternehmers A. Dourou. Es schloss im Oktober 2011, obwohl es erst 2003 für 3 Mio. Euro renoviert worden war. “Sehr gutes Hotel in einem schrecklichen Bezirk“, schrieben die ausländischen Besucher in ihren Kommentaren. Der lange Katalog des Hotelzusammenbruchs der letzten Jahre umfasst ebenfalls das Athinea, das Amaryllis, das Baby Grand in der Straße Athinas usw. Abgesehen von dem touristischen Prestige Athens brachte all das Vorstehende das Hotelpotential um fast 3.000 Betten, während hunderte Arbeitnehmer arbeitslos wurden. Der Markt der Hauptstadt ist “verwelkt” und erinnert die Faktoren des Tourismus an die Periode 1985 – 1987, als 82 Hotels geschlossen worden waren.

Der Tourismus in Athen, mit dem internationalen Symbol der Akropolis für Millionen Touristen einen Pol der Anziehung darstellend, hängt derzeit am Tropf. Die Hotelschließungen, der dramatische Rückgang der Auslastungen und die Einnahmen und die pessimistischen Prognosen neuer Schließungen in den kommenden Monaten stellen für die Schwerindustrie des Landes einen Schandfleck dar. Wenn im Ausland das Bild der Hauptstadt und ganz Griechenlands nicht schnell wiederhergestellt wird, werden sowohl dieses Jahr, aber auch die nächsten Jahre verloren gehen.
Schätzungen zufolge stehen in Griechenland 3.000 Hotels zum Verkauf an

Derweilen befinden sich mehr als 1.500 Hotels in ganz Griechenlands in den Portefeuilles der griechischen und ausländischen Maklerbüros und warten auf Käufer. Nicht wenige Insider erhöhen diese Zahl der Verkaufsangebote jedoch auf 3.000, da immer mehr Unternehmer aus dem Beruf aussteigen wollen. Die meisten Hotels sind kleine Einheiten im ganzen Land, die wegen der Krise in Saisonbetriebe umgewandelt wurden. Es gibt jedoch auch große Hotelkomplexe, die für mehr als 50 Mio. Euro zum Verkauf anstehen.

In Athen gibt es wenigstens zwölf Hoteleinheiten, die angeboten werden und für welche der verlangte Betrag insgesamt 200 Mio. Euro tangiert. Trotz des Angebotes existieren jedoch keine Käufer, obwohl in vielen Fällen auf den anfänglichen Preis “Nachlässe” von bis zu 50% erfolgen. Ebenfalls stehen weitere fünfzehn Einheiten auf Attika zum Verkauf an, zu einem angestrebten Betrag von über 150 Mio. Euro.

Die meisten zum Verkauf anstehenden Hotels haben eine Kapazität von unter 100 Betten und sind zum Teil mit vielen baurechtlichen Verstößen konfrontiert. Es gibt jedoch auch etliche “Diamanten” und allbekannte Hotels in Athen, mit ab zwei bis fünf Sternen, die als durchaus interessante Investitionsobjekte gelten. Informationen zufolge steht ein der ersten Kategorie angehörendes großes Hotel im Zentrum von Athen seit Jahren zu einem Preis von über 150 Mio. Euro zum Verkauf an, jedoch würde sich der Verkäufer vermutlich auch mit 100 Mio. Euro abfinden. Ebenfalls stehen vier große Hotels auf Attika zu Preisen um 100 Mio. Euro zum Verkauf an.
Schockierende Zahlen

In ganz Griechenland stehen 3.000 Hoteleinheiten zum Verkauf an.
In Athen wurden in den letzten Jahren 25 Hotels geschlossen.
In ganz Griechenland wurden 2011 laut dem Institut für touristische Forschungen und Prognosen (ITEP) 250 Hotels geschlossen.
Auf dem Athener Markt gingen in letzter Zeit 3.000 Betten verloren.
In der diesjährigen Saison sind für Griechenland 2 Mio. Touristen verloren gegangen.
Der Rückgang bei den Auslastungen der Athener Hotels beträgt 13,8% im Verhältnis zum Vorjahr.
Seit dem 06 Mai 2012 (Anmerkung: Tag der ersten Parlamentswahlen 2012) gibt es täglich 50.000 Reservierungen weniger als im Vorjahr.


Quelle: gr-blog

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Kommentare

Hotelsterben in Griechenland — 1 Kommentar

  1. Ich sorge mich
    6.6.2012

    Teil 2
    Wo bleiben zukünftig deutsche Interessen in einem bald wieder auseinanderdriftenden Europas und wo bleibt die Demokratie,wird sie wegen der Dringlichkeit kommender Euro-Rettungs-Entscheidungen lästig?

    Letztere Frage drängt sich in bedrückender Intensität immer öfters auf!

    Die undemokratische Fakten:
    Zu keinem Vertrag zur Euro-Etablierung wurde der Souverän,dass Volk gefragt.Zu allen Rettungsschirmen ebenfalls nicht.Zu der stillen Aushöhlung unserer Solvenz durch die,von der Bundesregierung wohl unter Schweigepflicht gestellten Target2 Salden der Bundesbank mit zur Zeit 650 Milliarden Euro nicht einbringbaren Außenständen auch nicht.Hier wird die Zerstörung unseres demokratischen Konsenses,somit der Demokratie von den gewählten Volksvertretern Inkauf genommen,da die Bevölkerung ohne Einflussnahme für alles in Haft genommen wird! Dieser, für einen demokratisch denkenden,handelnden Bürger unwirkliche Zustand, indem in Brüssel Paris,Berlin scheinbar ohne jegliches Unrechtsbewusstsein nur wegen kurzfristiger Scheinerfolge in den Ergebnissen der Traum von einem einigen Europa zerstört wird erfüllt uns mit blankem Entsetzen!
    Am Ende dieses sich stetig beschleunigenden Prozesses steht eine wieder einmal zerrissene, finanziell ruinierte gesamteuropäische Ruine ohne Einfluss in den wirtschaftlichen wie politischen Kraftzentren der Erde! Von dem Desaster erschöpft wird man sich dann kaum für einen neuen Aufbruch zu einem einigen Europa aufraffen können!Wir fühlen uns in Europa von einer solchen,nur Misserfolge produzierenden,stümperhaften,mittelmäßigen wahlorientierten Politik zutiefst beleidigt!
    Das erste Euro-Opfer
    In Griechenland zerlegt sich gerade in atemberaubender Geschwindigkeit
    eine europäische Demokratie mit der Option eines Eingreifens des Militärs bei zerbröselnder öffentlicher Ordnung!Militärjunta,das hatten die Griechen schon.
    Dies sind hauptsächlich die Folgen der Euroeinführung in diesem Land, ohne die jeweiligen Regierungen,welche sich dreist in den Euroraun hineingelogen haben zu entschuldigen Die Verschuldungsorgie,jenseits griechischer Wirtschaftsleistung ist nicht Schuld der Bevölkerung,sondern ihrer korrupten Regierungen!
    Doch generell kan man schon feststellen,dass hier die erste Demokratie unter die Räder der Euro-Fehlplanung geraten ist.Welche Demokratie wird folgen?
    Die in Brüsseler Maratonverhandlungen,(mit Erschöpfungszuständen der Beteiligten) entstandenen Vertragsergebnisse, herausgehoben der „ESM“ werden zu Erosion des demokratischen Konsenses der Bevölkerungen zu ihren gewählten Regierungen beitragen.Das Jahr 2012 wird eine Zesur in der Eurogeschichte werden!
    Austerität passé?
    Zunehmend steht Frau Merkel und zu wenige andere noch solventer Staaten bald mit dem Austeritätsgebot alleine,mit dem Rücken zu Wand.
    Gläubigerstaaten können zum Selbsterhalt keine weitern Schuldenübernahmen akzeptieren,verständlich!
    Schuldnerstaaten brauchen mangels eigener finanzieller Ressourcen weitere Schulden um ihre Wirtschaft nicht weiter abzuwürgen, auch verständlich,
    nur sind sie zunehmend in Überzahl und nutzen dies auch,üben Druck aus.
    Der Kanzlerin Strategie, einschneidende Veränderungen an der Eurokonstruktion aus dem Wahlkampf 2013 heraus zu halten, zu verschieben, wie bei NRW Wahlen schon gehabt, geht wegen falscher politischer Weichenstellungen sich nun potenzierenden Europrobleme nicht auf. Das muss Frau Merkel mittlerweile klar sein.Griechenland-Spanien-Italien,Portugal nun auch Zypern, ganz Europa, werden in Kürze dermaßen unter Druck kommen,dass die einheitliche Eurostruktur in Europa wohl nicht mehr aufrecht erhalten werden kann.
    Da aber auch nun alle negativen Entwicklungen im Euroraum schon in diesem Jahr wohl anstehen mit der Tendenz europaweiter Ablehnung beider Verträge Fiskalpakt-ESM drohen, diese außerdem an Demokratiefeindlichkeit kaum zu überbieten sind, kann eine Entscheidung Deutschlands wie der anderen noch solventen Staaten betreffend einer Änderung hin zur Aufsplitterung des Eurolandes sehr schnell fallen.
    Anstatt nach eventuell gewonnener Wahl 2013 sich dieser Probleme anzunehmen,schmälern jetzt anstehende Entscheidungsfindungen ihren Wahlerfolg.
    Einheitswährung,auch passé?
    Doch was bedeutet eine Aufsplitterung des Eurogebietes und…..geht das überhaupt noch in dieser wirr verflochtenen Schuldengemeinschaft, mit welchen Folgen?
    Die Regierung Merkel schweigt,trixt, vernebelt, da das Aufzeigen endgültiger Wahrheiten schon immer politisch verpönt waren und heute zur Ruhigstellung der Deutschen Seitens der Regierung Schweigegebot mit Einlulleffekt zu sehen ist.
    Dieses sind aber zu beantwortende Fragen bei dieser undurchsichtigen Gemengelage, bei der selbst die involvierten Regierungen anscheinend nicht mehr den Durchblick über die Summe wie Folgen ihrer fehlerhaften Weichenstellungen haben.
    Doch was wären schon alleine bei einem voraussichtlichem Austritts Griechenlands nach den Parlamentswahlen am 17.6.2012 die Folgen für Deutschland? Mit den wider den Maastichtverträgen übernommenen Schulden wie die anteiligen Target2 Salden,Schuldenschnitt, beider Rettungsschirme, ohne die Anteile an IWF Leistungen bleibt Deutschland auf über 65 Milliarden Euro sitzen,die Bundesbank wäre sofort pleite und müsste gestützt werden,von wem(?), natürlich vom deutschen Staat,und wer ist das(?),natürlich wir,die dann auf allen Ebenen Kürzungen mit vielen hehren Worten hinnehmen müssen!!!
    Doch die Target2 Salden entarten wider ihrer Bestimmung, bei Zahlungsverkehr zwischen den nationalen Zentralbanken bei Zwischenschaltung der EZB lediglich als durchlaufender Posten zu dienen.Wiederum durch Versäumnisse der deutschen wie europäischen Politik laufen nun Milliardensummen ohne jeglichen Rückzahlungswillen auf .So ist die EZB der größte Schuldner bei der deutschen Bundesbank mit sagenhaften 650 Milliarden Euro,logischerweise die Bundesbank der größte Gläubiger bei unbegrenzt steigender Inanspruchnahme dieser bequemen Kreditanstalt!!!Kein Deckel,keine Obergrenze,keine Hinterlegung von Sicherheiten!!!
    So bezahlt die Bundesbank, letztlich wir der deutschen Wirtschaft den deutschen Exportboom,wir liefern mit dem Export unserer Waren gleich die Kredite mit,welche längst nicht mehr bedient werden,schlimmer,nicht mehr bedient werden können!!!
    Ja,wo leben wir denn,jeder Privatmann muss sich für einen Kredit bis zur Selbstverleugnung durchleuchten lassen und die deutsche Bundesbank gibt wie bei einem Pferdehandel auf Handschlag 650 Milliarden Kredit nur mit dem Versprechen,dass bei Kreditausfall über die EZB jeder solvente Staat der Eurogemeindschaft anteilmäßig haftet! Doch wer ist bald noch solvent in Europa?
    Bei der Pleite mehrerer Staaten,was immer wahrscheinlicher wird,können eben diese auch nicht mehr haften und die Summe ,auf der die Bundesbank sitzen bleibt wird immer höher und wächst mit jedem weiteren Pleitestaat ins Unermessliche ……dann sind wir alle auch längst insolvent, wie sagt man….pleite!So geht es auch den anderen Targrt2 Gläubiger/Geberländer Luxemburg, Holland,Finnland.
    Was für eine Werte-Gemeinschaft!?
    Das Target2 Spiel in einem Bierdeckel-Vergleich:
    Sie wollen in einem Lokal dinieren haben kein Geld und bekommen bei Eintritt ins Lokal vorab den voraussichtlichen Rechnungsbetrag zur Bezahlung als Kredit ausbezahlt.Sie sind zufrieden.Der Ober legt die Rechnung vor,sie lassen auf dem Bierdeckel zu späteren Begleichung auf Vertrauen anschreiben,nehmen den Kreditbetrag, ….gehen zu ihrer Bank und lassen dieses Geld für sich arbeiten oder kaufen sich etwas dafür, da sie ja jetzt welches haben.Nur der Wirt freut sich langsam nicht mehr, sein Ober wird bezahlt,sein Koch mit Küchenpersonal bekommt sein Geld,die Reinemachefrau auch,nur er steht im Risiko und weil schon mehrere Kunden so gepolt sind stapeln sich bei ihm Bierdeckel wie Schulden.Wären Sie gerne der Wirt, wenn die Ahnung über die zunehmend verfallende Zahlungsmoral ihrer Kundschaft ihnen den Schlaf nimmt,ihr ganzer Familienclan für die Zahlungsausfälle geradestehen muss und die Clanpatriarchin,die das Sagen hat, alles duldet,fordert?
    Unser Staat steht alles in allem mit über einer Billion Euro im Risiko,Tendenz
    steigend, mit aktiver Mitwirkung unserer Bundesregierung unter Führung der
    Kanzlerin.Nur ein kleiner Fehltritt in diesem europäischen Minenfeld bei dem
    jeder Polit-Akteur gleichzeitig mit den verantwortlichen,aus Feigheit nicht an die Kandare gelegten Banken auch Minenleger ist,löst entsetzliches Leid allerorten aus!
    Der ESM
    Doch wäre unser schönes Demokratiebild nicht schon genug ramponiert,mutet man uns dieses Vertragsmonster „ESM“zu.Das ist kein Rettungsschirm wohlgemerkt,dass ist eine völlig autarke Firma mit einem erwünschten Stammkapital von 800 Milliarden Euro,welche anteilig aufgebracht werden muss.An der Spitze steht ein Gouvereursrat der jederzeit dieses Stammkapital per Order di Mufti erhöhen kann.Bei Schwierigkeiten im Euroraum sei es bei Banken oder Staaten können ebenfalls per Order di Mufti von den Mitgliedsstaaten Milliardensummen abgerufen werden! Ohne Wiederspruchsrechte müssen die geforderten Beträge ohne Rücksicht auf Haushaltsrechte der jeweiligen Parlamente,welche sich auf ein Miniparlament zur schnelleren Abwicklung der Forderungen reduzieren, innerhalb von 7 Tagen angewiesen werden! Das diese durch die parlamentarische Schrumpfkur auch noch zusätzlich ihre demokratischen Legimitation verlieren, wird von unserer Bundesregierung und anderen Vertragsländer als Kollateralschaden hingenommen,einfach so.
    Obwohl es Verschuldungsobergrenzen durch den noch zu verabschiedenden
    Fiskalpakt gibt,müssen so zwingend neue Schulden aufgenommen werden!!!
    Die Logik des einen Vertrages, ESM konterkariert so den andern,den Fiskalpakt!
    Angesammelte Werte in jeglicher Form Geld-Gold-Landbesitz sind Eigentum dieser Firma ESM und sich bei richtiger Anlage bildender Gewinn ebenfalls.Der ESM kann damit schalten und walten je nach Belieben ohne Konsequenzen fürchten zu müssen.
    Was aber diesen ESM Vertrag so pervers macht,ist die Tatsache,dass alle Mitglieder des Gouverneursrats Niemandem jemals Rechenschaft ablegen müssen,keinem Staat,keiner Rechtsbehörde, völkerrechtlich immun,so niemals einem Rechtsverfahren ausgesetzt werden können,auch nach Ausscheiden aus Amt und Würden nicht.
    Niemals können an die Mitglieder des Gouverneursrats Schadenersatzforderungen gestellt werden,auch nicht bei Fehlentscheidungen.Dasselbe gilt auch für alle untergeordneten Mitarbeiter.Mir bleibt der Atem stehen,je länger ich mich mit diesem Vertragstext befasse!
    Wo bleibt das Recht?
    Wobei zwingend einmal die Frage gestellt werden sollte,wer denn den Verhandlern beim ESM die Feder geführt hat, da es unbegreiflich ist, dass Vertreter demokratischer Staaten einen dermaßen die Demokratie verachtenden Knebelvertrag paraphieren und zur Ratifizierung an die sich so selbst kastrierenden Parlamente weiterleiten konnten!!!Ich sehe hier nur die Banken wieder mal im Vorteil, Ihre Zocker Risiken weiterhin auf die Bevölkerung abzuwälzen, sie immer Systemrelevant sind!! Beide Verträge im deutschen Parlament als eine Einheit zur Abstimmung zu stellen ist ein unerhörter,dass Vertrauen schädigenden Vorgang!!Wie unsere Kanzlerin, Frau Merkel dieses noch mit ihrem Kanzlereid „Schaden vom deutschen Volk zuwenden, seinen Wohlstand zu mehren in Einklang bringen kann, entzieht sich meinem demokratischen Empfinden, sie bricht in halt, einfach so, den Gegebenheiten gehorchend .Die Eurobonds, Seitens der Regierung noch(!)verpönt, werden mit dem ESM so durch die Hintertüre zum Vertragsgegenstand, bemerkenswert! Obendrein verweigert die Kanzlerin dem Bundesrat Mitspracherecht mit der fadenscheinigen Begründung,dass dies ein völkerrechtlicher Vertrag sei und keiner Einlassung des Bundesrats bedürfe!
    Ein völkerrechtlicher Vertrag,der nationales Recht auf vielen Ebenen bricht, eliminiert, ist ein Unding und darf noch nicht einmal paraphiert,geschweige zur Abstimmung vorgelegt werden!Auf was lassen wir uns da ungefragt ein?
    Unglaublich,hier ist zwingend das Bundesverfassungsgericht gefragt,diesen Verfassungsfeindlichen Vertrag zu verbieten,da er ja auch die Rechte dieses hohen Hauses,wie andere nationalen Verfassungen tangiert!!!
    Ach Europa.
    Nun rächt es sich,dass unsere europäischen Spitzenjongleure es vor und nach Einführung des Euros mangels gemeinsamen Willens versäumt haben die Grundkonstruktion eines einigen Europas zu schaffen,denn nur in einem einigen Europa können die Geberländer ihrer Bevölkerung eine Schuldenverallgemeinerung erklären.Ohne erkennbare Einigungsbemühungen prallen bald die Interessengegensätze der Gläubiger wie Schuldnerländer erbittert aufeinander und werden bis zur gegenseitigen Erschöpfung so lange ausgetragen,bis die Gläubigerstaaten sich selbst durch Missachtung der ursprünglich bindenden Maastricht-Verträge durch neue undemokratisch zustande gekommenen Verträge entmündigt wie ruiniert haben.
    Immer wieder wird argumentiert,dass Deutschland ein reiches Land sei und für anfallende Refinanzierungen, dass sind pro jahr 300 Milliarden Euro, kaum oder wenig Zinsen bezahlen muss, richtig, doch der Zinns- Dienst kostet uns pro Tag über 100 Millionen Euro und steht als Einzelposten mit über 37 Milliarden Euro im Bundeshaushalt.
    Richtig ist aber auch,dass durch die exorbitant hohe Risikoübernahme von sagenhaften 1 Billion Euro für Schuldnerstaaten die Ratingagenturen schon mahnend die Finger heben, wir infolge dieser hohen Risiken für unsere Kredite steigende
    Kreditausfallversicherungszahlungen( Credit Default Swap),Kürzel „CDS“
    hinnehmen müssen.Das spricht Bände und zeigt realistisch auf unsere Verwundbarkeit!
    Wenn es jemals eine ernst zu nehmende Vision eines gemeinsamen europäischen Hauses gab,müssten auch die fundamentale Reihenfolge beim Hausbau beachtet werden,zuerst ein gemeinsames Fundament,dann statisch gleichwertige Wände und zum Schluss das gemeinsame Euro Dach mit Eurobonds!!In Gegensatz dazu steht heute als Glanzleistung der europäischen Politik, eine Fehlkonstruktion—-man schuf zuerst das Dach,eine statische Unmöglichkeit mit allen bedrückenden Folgen!
    Die Vision eines in den wesentlichen Punkten geeinten Europas rückt so in unerreichbare Ferne,da der Euro an den vorprogrammierten Interessenkonflikten in seiner bisherigen verbindenden Funktion unweigerlich scheitern muss!!!
    Ach Europa.
    Schulden der Menschen Gedanken bedrohen.
    Schulden lassen wieder die Sprache verrohen.
    Schon wieder schaut man all zu vehement,
    nur auf das,was wieder trennt.
    Ohne Bedacht,was man so zerstört,
    obwohl man doch letztlich zusammen gehört.
    Schon Geschaffenes stellt man wieder in Frage,
    bedenkt,was wollt ihr euren Kindern sagen!!!
    Ach Europa
    von
    Heiner Hannappel
    Raiffeisenstrasse 63
    56072 Koblenz
    E-Mail: Heiner.Hannappel@gmx.de

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