In der Ukraine brodelt es

Nachrichten aus der Ukraine, die nicht in den Mainstreammedien stehen

Quelle: quer-denken

09. Dezember 2014  Wir hatten wieder Telefonverbindungen und es tut sich einiges in der Ukraine. Es sieht so aus, als gehe die Rechnung „des Westens“ nicht auf. In der Westukraine wächst der Zorn über den Westen, Berlin wird mit den Amerikanern in einen Topf eworfen, die Leute begreifen langsam, wozu sie verheizt werden. Und jetzt geht es in verschiednen Städten wieder los.

So, wie es aussieht, beginnen in der Westukraine seit einigen Tagen die ersten wirklich massiven Unruhen. Den Leuten geht es schlecht. Es gibt kein Gas aus Rußland und die eigene Kohle der Ukraine liegt hauptsächlich im Osten. Dorther bekommen sie aber in der Westukraine keine mehr – wegen der Kampfhandlungen und des Bürgerkrieges gegen die Rebellen. Man muß wissen, daß bis zum Frühjahr dieses Jahres ja noch ca. 5 Millineno Ukrainer im Raum Moskau und im Raum Sankt Petersburg gearbeitet haben. Das fällt nun vollkommen aus. Diese Männer sitzen nun daheim – und sind jetzt noch zu den schon sehr hohen Arbeitslosenzahlen hinzu gekommen.

Die Familien sitzen in ungeheizten Häusern, sie haben kein Geld mehr, Arbeitslosenhilfe gibt es so gut wie gar nicht, zu kaufen gibt es auch nicht viel und das ist ziemlich teuer. Kohlen zum Heizen sind aus. Dazu ist meistens von morgens bis spätnachmittag kein Strom da. Das Leben ist zur Zeit sehr schwierig. Um es auf den Punkt zu bringen: So hatten sich die Westukrainer das goldene Leben mit dem Westen nicht vorgestellt.

Im ukrainischen Parlament gab es Schubsereien und fast eine Prügelei wegen der express-eingebürgerten USA-Wunsch-Ministern und das Volk fängt langsam an zu begreifen, daß sie vom Westen nichts Gutes zu erwarten haben, daß alles nicht so funktioniert hat, wie gedacht, und daß die drei Neu-Ukrainer auf den Ministersesseln jetzt noch schnell aus dem Land rausholen und ausbeuten sollen, was noch zu greifen ist. Denn daß die IWF-Kredite niemalszurückbezahlt werden, ist schon klar. Nun geht es um die Ausweidung der Ukraine.

Jetzt beginnt der Gegenmaidan.

In Vinnitsa sind bereits schon seit 5 Tagen Demonstrationen und täglich werden die Demonstranten mehr. Sie fordern den Rücktritt des Gouverneurs, der vom „Rechten Sektor“ gestellt wird. In Chemelnitzki, Ternopil und Stry begannen die ersten Demonstrationen am Wochenende. Die Menge wird täglich wütender.

In Charkow wird’s jetzt auch brenzlig, bekommen wir berichtet. Das Zentrum ist nicht mehr sicher, in den letzten Tagen waren dort wieder mehrere Explosionen zu hören. Es soll Tote geben.
Nicht nur in Charkow, auch in Dnepropetrwsk, Zaparoshie bis Odessa brodelt es ebenfalls gewaltig. Es bilden sich nun auch in der Westukraine Bürgerwehren. Genaues ist nicht bekannt, aber es ist damit zu rechnen, daß dort in Kürze die Verwaltungen von den regionalen Bürgerwehren gestürmt werden.

In Kiew formiert sich anscheinend schon wieder der Maidan, diesmal allerdings gegen den „Rechten Sektor“ und die westliche „Marionettenregierung“. Genaue Infos haben unsere Informanten nicht, weil sich keiner, der nicht an solchen Kampfhandlungen und Protestaktionen beteiligen will, ins Zentrum von Kiew wagt. Es geht heiß her dort. Der Zorn und Hass in der Bevölkerung  gegen die Regierung in Kiew steigt praktisch stündlich. Es liegt nicht nur daran, daß die Wohnungen kalt bleiben und täglich 8 Stunden die elektrische Versorgung unterbrochen wird, sondern die Menschen wissen nicht mehr, wovon sie die nötigsten Lebensmittel kaufen sollen. Hunger macht sich breit.

In der Region Galizien bleibt es bisher relativ ruhig. Hier sind die faschistischen Kräfte sehr stark. Von hier hören wir, daß sich „Blockwartmentalität“ breitmacht. Die faschistischen Kräfte „verhaften“ oder verprügeln gern Menschen, die als nicht  linientreu denunziert werden.Es ist gefährlich, seine Meinung zu sagen. Da aber auch hier die Not sehr groß ist, befürchten viele, daß es zu Raubüberfällen. Es sei nur eine Frage der Zeit, sagte man uns, wann die ersten bewaffneten Raubzüge ins benachbarte Polen oder die Slowakei anfangen.

In Kiew gerät die Regierung offenbar langsam in Panik, die willkürlichen Verhaftungen nehmen täglich zu. Die Regierung, auch „Jatz und der Schokoprinz“ (Jazenjuk und Poroschenko) oder „die Junta“ genannt, sehen überall nur noch Terroristen. Wie schon gesagt, die Wut wächst täglich und in der Bevölkerung wird schon offen über Lynchjustiz geredet. Einer unserer Kontakte sagt „Wenn der Kessel explodiert, werden die keine Möglichkeit mehr haben, das Fluchtflugzeug zu besteigen“.

„Die Junta“ hat seit ein paar Tagen eine 180°-Wendung vollzogen. Noch vor zwei Wochen wurde der stellv. Energieminister gefeuert, weil er einem Betrieb in Zaparoshie die Genehmigung erteilt hatte, elektrischen Strom aus Rußland zu importieren.
NUn wird im Radio verkündet, die Regierung  will jetzt Kohle in Rußland kaufen – und die Verhandlungen seien soweit abgeschlossen. Nach Einschätzung unserer Informanten Beschwichtigungsgeschwätz. MAn würde es gerne so machen, aber Rußland wird der Westukraine nichts mehr ohne Vorkasse geben. Die ukrainischen Gas-Schulden an Rußland sind immer noch nicht beglichen und Kohle auf Rechnung wird wohl nicht geliefert werden – also wenn überhaupt – Vorkasse. Die hunderte Millionen, die die EU als milde Gabe zur Verminderung der Gasschulden bei Rußland überwiesen hatte, sind möglicherweise gar nicht in Rußland angekommen, sondern in den üblichen Kanälen in der Ukraine versickert.

Kommentar aus der Ukraine: „Ich vermute mal, daß nun der nächste Schachzug von Rußland kommt. Putin wird gegenüber Kiew die Bedingungen für die Ostukraine diktieren und wird sich dort als schützender, großer Bruder etablieren. Wenn Kiew mitspielt und auf Putins Bedingungen eingeht, weil es ansonsten von den Aufständen auf eigenem Territorium weggefegt wird, dann gibts auch wieder Kohle aus dem Donbass und die Ostukraine verdient wieder an ihrer Kohle.

Die Amerikaner dürften langsam verdammt schlechte Laune bekommen. Die Ukraine benimmt sich wie ein aufsässiger, bockiger Teenager, der nicht daran denkt zu kooperieren, sondern in seiner Unberechenbarkeit alles vor die Wand knallen läßt. Putin scheint gewußt zu haben, daß siech der Westen in der Mentalität der Leute in der Ukraine verrechnte hat und wartet einfach. Die Zeit spielt anscheinend für ihn.

Hoffentlich jagt das ukrainische Volk ihre prowestliche Regierung bald zum Teufel und enteignet sämtliche Betriebe der Oligarchen. Die Ausbeuter aus der EU, der USA und der NATO müssen vertrieben werden – so schnell wie möglich.

Es gibt nichts mehr zu verlieren. Die Ukrainer brauchen die EU, die USA und die NATO nicht. Liebe Ukrainer, lasst Euch nicht länger versklaven, wie es die EU mit ihren bürgern macht.

In der Ukraine brodelt es
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7 Kommentare

  1. Es ist wichtig, über die aktuellen Dinge in der Ukraine seriös zu berichten.

    Ich fahre regelmäßig in die Ukraine, spreche russich mit den Leuten, bin unmittelbar mittenmang. Ich traue nur dem, was ich selbst erlebe.

    Natürlich: die Armut ist furchtbar, unglaublich. In diesen Tagen erfolgen im ganzen Land Stromabschaltungen, die Leute sind tagsüber ohne Energie. Und ohne Wasser. Präsident Poroschenko empfiehlt den Unternehmen, möglichst nachts zu arbeiten – in den schwachen Zeiten.

    UND: die Unzufriedenheit mit dem Regime wächst; man erlebt es in jedem Gespräch. Die Ukrainier sind einfach sauer, daß sie der Spielball zwischen amerikanischen und russischen Interessen sind.

  2. Es soll Tote geben….Ich vermute mal…Genaue Infos haben unsere Informanten nicht..
    Das ist schlechte Propaganda. Da kann ich mir auch den klebrigen Klaus anhören.
    Leute, beschafft harte Fakten.

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  1. Die Ukraine, der Westen und Russland | Kreidfeuer

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