Jetzt klauen sie uns auch noch unsere Sonne

Photovoltaik in Griechenland – Alles den ollen Deutschen

Nun klauen sie Griechenland sogar die Sonne: Alles den ollen Deutschen und unseren sonstigen “solidarischen” Partnern in Europa und jenseits des Atlantik!

Mit diesem Tenor erschien am 22 März 2012 ein Artikel in der Zeitung “To Pontiki” (Το Ποντίκι, übersetzt: Die Maus) und moniert: “Sie stehlen uns die Sonne und wir freuen uns auch noch darüber! Nur dass nunmehr auch die Regierung und speziell die Personen ihren Stempel darunter setzen, welche das Land in die heutige Situation geführt haben!“

“To Pontiki” hat es Euch seit Monaten gesagt. Der neue institutionelle Rahmen, den das Ministerium für Umwelt, Energie und Klimawandel (in dem Gesetzentwurf über das Areal des ehemaligen internationalen Athener Flughafens “Ellinkou”) für die photovoltaischen Anlagen vorantreibt, ist auf Basis der Interessen der Deutschen maßgeschneidert, die ihre weltweite Führungsposition in der Branche erhalten wollen …

Das “kleine” Griechenland mit seinen beschränkten Installationsflächen für die konkreten Systeme stellt wegen seiner hohen jährlichen Sonneneinstrahlung, aber auch der (inzwischen) billigen Arbeitskosten das “Filetstück” für alle Ausländer dar, die in der Solarenergie tätig sind. Somit haben unsere Partner jene Änderungen in die Bahnen geleitet, die sie haben wollten – und zwar mit der Hilfe unserer Regierungsfunktionäre, die keinerlei Bedenken hegen, ihnen den Weg zu ebnen und … die exklusive Nutzung abzutreten! Die Tatsachen sprechen für sich:
Novellierungen zu Gunsten der Handelsvertreter …
Am vergangen Donnerstag (22 März 2012) befand sich Giorgos Papakonstantinou in Berlin, wo er sich mit allen Vertretern der deutschen Interessen traf, allen voran Wolfgang Schäuble. Es gilt als gegeben, dass er mit ihnen alle Aspekte der deutschen Forderungen an Griechenland und hauptsächlich das Thema des Programms “Helios” (griechisch: “Ήλιοs”) diskutierte, auf welches die Deutschen ungeduldig warten.

Kurz bevor er sich zu dem Treffen mit Schäuble begab, war der griechische Minister in einem Interview mit der Station Vima FM überdeutlich: “Dieses Programm wurde zu meiner Zeit als Finanzminister aus Diskussionen auch mit der deutschen Regierung geboren, damit wir die komparativen Vorteile unseres Landes nutzen und den Vorgang des Aufschwungs wieder ankurbeln. Obwohl das deutsche Finanzministerium nicht die gegenständliche Zuständigkeit hat (…), ist es ein kritisches Glied, damit die deutsche Regierung dieses Programm stützen kann. (…) Und heute werden wir bei dem Treffen mit Herrn Schäuble das Thema betrachten, wie die deutsche Regierung dieses große Projekt stützen und es umgesetzt werden kann.“

Einen Tag nach den Begegnungen in Berlin legt der Minister Änderungen des Gesetzentwurfs vor, der die “Verwertung” des Areals des Ellinikou und das Programm “Helios” umfasst. Unter den forcierten Modifikationen ist auch die folgende … Einzelheit enthalten: Für alle Investoren, die für ihre photovoltaische Anlage zu wenigstens 80% europäische Ausrüstung wählen, erhöht sich der garantierte Verkaufspreis der Kilowattstunde (Einspeisungstarif) um 10%! Und diese Bestimmung wird für die neuen Verträge und nicht für all jene gelten, die bis heute abgeschlossen worden sind!

Manche hätten natürlich anstatt des Wortes “europäisch” lieber “deutsche Ausrüstung” gewollt, jedoch überlegten sich einige andere Vernünftigere, nicht provozieren zu müssen! Außerdem verschaffen sie selbst auch mit dem Begriff “europäisch” den deutschen Interessen, die auf dem Sektor der Photovoltaik auf weltweitem Niveau eine Führungsposition inne haben, den größtmöglichen Vorteil.

Privilegierte Tarife, Fast Track und keine Kontrollen

Und die Geschichte ist hier nicht zu Ende. In einem anderen Artikel des selben Gesetzentwurfs wird bestimmt, dass die Erzeugerpreise für elektrische Energie aus regenerativen Quellen auf Basis der Preissteigerungsrate des Vorjahres angeglichen werden, unter Ausnahme der photovoltaischen Anlagen. Die Systeme, welche die Deutschen (und andere “Investitionsmächte”) interessieren, bleiben unbeeinträchtigt, und die Verkaufspreise werden wie auch bisher durch Ministerialbeschlüsse festgesetzt.

Wie Giorgos Papakonstantinou gegenüber deutschen Medien klarstellte, werden außerdem die Genehmigungsverfahren der Projekte, welche in das Programm “Helios” eingegliedert werden, nach einem speziellen System erfolgen, also den Charakter des “Fast Track” haben, damit die ausländischen Investoren keinen Hindernissen begegnen, aber auch keinen Kontrollen unterliegen werden … .

Laut Informationen brachten Schäuble und die von griechischer Seite Beteiligten auch das Thema des Preises zur Rede, zu dem sie die elektrische Energie von Griechenland kaufen werden. Die Preise des Stroms aus den griechischen PV-Anlagen werden mit einer speziellen zwischenstaatlichen Vereinbarung bestimmt werden, die sich in den Schubladen befindet.

Jetzt klauen sie uns auch noch unsere Sonne

Nun ist fortan absolut klar: Die Deutschen wollen die griechische Sonne “stehlen”, wie wir bereits seit Mitte vergangenen Oktobers schrieben, und zwar wird der Diebstahl in aller Legalität und zu den bestmöglichen Bedingungen für jene erfolgen … .

Außerdem ist das Programm “Helios” auf Basis der deutschen Interessen maßgeschneidert. Wie in den Kreisen der Energiefunktionäre inzwischen offen geäußert wird, werden die großen Projekte bei den erneuerbaren Energien und speziell den photovoltaischen Systemen mit Hilfe der deutschen Kreditversicherungsorganisation Euler-Hermes, also eines Trägers finanziert werden, der in Fällen wie dem in Griechenland Sicherheiten, aber auch “warmes Geld” bereitstellt. Außerdem ist der selbe Träger auch im Fall der DEI aktiviert worden, indem er praktisch den Weg öffnete, damit die griechische Elektrizitätsgesellschaft unter die Kontrolle der großen deutschen Energiekonzerne gelangt.

Der Leiter der DEI, Arthur Zervos, befand sich in Deutschland und setzte die Suche nach Möglichkeiten und Kapital zur Finanzierung der Investitionen fort, welche das Unternehmen geplant hat. Abgesehen von anderen Kontakten hatte er auch Begegnungen mit Funktionären des deutschen Finanzsektors und stellte die Finanzierung ungefähr der Hälfte der Kosten sicher, die für die Erstellung der Einheit “Ptolemaida V” erforderlich sind. Das auf fast 700 Mio. Euro geschätzte Kapital wird die KfW-Bank geben.

Natürlich geben die Bankiers weder Almosen, noch verschenken sie Geld … . Mittels der Anlage in Ptolemaida sputen sich ihre Landsleute einfach nur, die DEI noch fester an ihren Wagen zu “binden”, bevor ein anderer (Amerikaner, Russe, Chinese oder Franzose) zuvorkommt und einen Anteil und den Zugang zum griechischen Energiesystem erwirbt. Natürlich finden sie auch Bereitwillige, ihnen einen roten Teppich auszurollen, damit sie eintreten!

Quelle: http://www.griechenland-blog.gr/

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