Rentenexperten?

von Gert Flegelskamp (flegel-g)

Irgendwie komme ich vom Thema Rente nicht los, dabei wollte ich eigentlich nichts mehr dazu schreiben. Ich habe geglaubt, dazu schon alles gesagt zu haben, aber lese ich nun die Berichte in der Presse, z. B. in der FAZ(1), schwillt mir der Kamm. Doch ich habe mich noch beherrscht und schweigend die Aussagen eines stets als Finanzwissenschaftler und Rentenexperten dargestellten Vertreters der privaten Versicherungskonzerne und INSM-Botschafters mit Namen Bernd Raffelhüschen mit knirschenden Zähnen unkommentiert gelassen.

Doch nun schlägt ein weiterer als Experte dargestellter Politiker (Jens Spahn) in die gleiche Kerbe, unterstützt von einem weiteren INSM-Mitglied (Michael Hüther). Halten wir zunächst fest, die INSM wurden von einem der größten Arbeitgeberverbände gegründet (Wirtschaftsverband Gesamtmetall und von den Wirtschaftsverbänden der Eisen und Elektroindustrie(2) und mit Millionenbeträgen subventioniert, mit dem Ziel, durch geschickt aufgebaute Darstellungen politische Aktivitäten in Richtung Arbeitnehmerrechte ins Gegenteil zu verkehren. Zur Unterstützung der INSM wurde das Institut für Wirtschaft Köln (IW) eingebunden. Schützenhilfe bekamen sie von weiteren Institutionen wie z. B. Meinhard Miegel (Bürgerkonvent). Zu Miegel habe ich bereits meine Meinung in dem Beitrag „Kapitalismus wagen(3) von 22.11.2008 geäußert und habe dem nichts hinzuzufügen. Die von Miegel immer wieder angeführte Begründung stützte sich vor allem auf die Demographie-Keule und die Aussage, dass Deutschland vergreist(4). Ein Thema wurde stets negiert, die als Folge der Rentenkonzepte durch Politik und so genannter Rentenexperten zu erwartende Altersarmut(5).

Die Arbeit der INSM habe ich ebenfalls in vergangenen Beiträgen immer wieder angeprangert und Aussagen eines Raffelhüschen(6) als Botschafter der INSM (wie ich denke) widerlegt und seine Methoden angeprangert. Er wird als Wissenschaftler geführt. Man sollte aber mal den Wortinhalt „Wissenschaft“ analysieren, denn der besagt, dass Wissenschaft Wissen schafft und nicht wie Raffelhüschen es macht, Wissen verbiegt.

Klar, wenn ein Arbeitnehmer Beiträge für die Rente zahlt, zusätzlich Beiträge für die Riesterrente, deren steuerliche Subventionierung ebenfalls von den Beitragszahlern der gesetzlichen Rentenversicherung bezahlt wird und dann noch weitere und garantiefreie Zahlungen für Firmenrenten leistet, wobei bei den letzten beiden privaten Versicherungen dann bei den Rentenzahlungen auch noch der volle Beitrag in die Kranken- und Pflegeversicherung zu zahlen ist und nach neuer Rechtsprechung incl. der gesetzlichen Rente auch voll versteuert werden muss, dann sollte eigentlich allen klar werden, dass dieser so genannte Finanzwissenschaftler Konzepte entwirft, wie man den Rentnern das Geld aus der Tasche zieht und sie bereits im Arbeitsleben in die Armut treibt. Ich schlage vor, dass man seine und Rürups Konzepte zuerst mal bei den Pensionsansprüchen von Richtern und Uni-Dozenten anwendet, alles Leute, die keinen Cent für ihre Alterssicherung aufbringen müssen, aber immer zu wissen scheinen, wie man von den Rentenbeiträgen der gesetzlich Rentenversicherten neben den bereits bestehenden Fremdlasten weitere Gelder abzweigen kann.

Nun hat ein weiterer „besonderer Freund“ von mir, der inzwischen zum Staatssekretär avancierte Politiker Jens Spahn, eine Forderung aufgestellt, nach der die abschlagsfreie Rente(7) mit 63 abgeschafft werden soll. Seine Aussage lt. Fokus: „Die Rente mit 63 für langjährige Versicherte wird vor allem von männlichen Facharbeitern genutzt, die wir eigentlich noch brauchen.“

Presse und Arbeitgeberverbände hauen in die gleiche Kerbe und der Widerspruch der Gewerkschaften ist mehr als lahm. Offenbar erinnert sich in diesen Kreisen niemand mehr daran, dass bereits seit den 80er Jahren immer wieder von den Arbeitgeberverbänden geforderte und von der Politik unterstützte Frühverrentungsprogramme aufgesetzt wurden, deren Finanzierung über steuerliche Subventionen der dafür fälligen Rücklagen der Arbeitgeber und über die Sozialprogramme (z. B. Arbeitslosenversicherung, die dann von den Unternehmen aufgestockt wurde) durchgezogen wurden. Das meines Wissens letzte dieser Programme nannte sich Altersteilzeit und es waren IMMER vor allem die Arbeitnehmer mit hohem Einkommen, die an diesen Programmen teilnahmen, weil sie die damit verbundenen leichten Abschläge ihres Einkommens problemlos verkraften und sich somit leisten konnten. Und wurden nicht stets diese Programme von der Presse bejubelt und als „Verjüngung“ der Unternehmensmitarbeiter bezeichnet? Und nun sollen diese Arbeitnehmer so wichtig sein, also das genaue Gegenteil dessen, was zuvor über Jahrzehnte praktiziert wurde? Und die Presse spielt wie üblich mit. Sie hat keinen Charakter, denn für sie zählen nur die Anzeigenkunden und was gestern wunderbar war, ist heut „bäh“. Da sieht man, es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen der Politik und der Presse.

Nicht zu vergessen, um die abschlagfreie Rente mit 63 zu bekommen, muss man mindestens 45 Beitragsjahre nachweisen und Arbeitnehmer, die das können, werden immer seltener, dank der Arbeitsplatzvernichtenden Politik in Berlin!

Fußnoten

(1) Wie wappne ich mich fürs Alter? FAZ v. 10.10.217
(2) Initiative neue soziale Marktwirtschaft INSM
(3) Kapitalismus wagen Meinhard Miegel
(4) Deutschland vergreist Lebenserwartung und Altervorsorge
(5) Altersarmut
(6) 3 Fakten zeigen, was für ein Wahnsinn die Rente mit 63 ist Fokus vom 31-10-2017
(7) An den Bundestagsabgeordneten Jens Spahn Flegel-g. v. 20.10.2010

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Rentenexperten?
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10 Kommentare

  1. So werden die Milliarden in die Kassen der privaten Versicherungen geleitet und die deutsche Rentenversicherung ausgehungert.

    http://t3n.de/news/carsten-maschmeyer-unternehmer-743292/

    "1998: Maschmeyer finanziert eine Wahlkampagne der SPD. Der Spruch: „Der nächste Kanzler muss ein Niedersachse sein.“ Er sei nicht pro Schröder, sondern contra Lafontaine gewesen, sagte er später".

    Klar, er wusste, das er mit seinen prvaten Rentenversicherungen bei Oskar Lafontaine am Ar..h, vorbei gehen würde. Also sponn er sich in Schröders Netzwerk ein.

    "Der Drückerkönig und die Politik". So macht ein Versicherungsverkäufer oder Vermittler SPD- Politik. Wundert mich da noch etwas?

    https://www.youtube.com/watch?v=X-fFocf8Xfs

    „Gewinner sind die Rentnerinnen und Rentner“

    https://www.youtube.com/watch?v=LGnzCjkpHik

     

  2. Der CDU und natürlich der FDP, die SPD und GRÜNEN sind hier allerdings ebenfalls nicht besser, sind die restdeutschen Arbeitnehmer und Rentner vollkommen egal. Das haben diese Parteien in der Vergangenheit immer wieder bewiesen. Wenn der Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) Professor Michael Hüther jetzt seine Sprüche loslässt, dass die Rente mit 63 eine Fehlentscheidung der Großen Koalition war und die Zuwanderung für den weiteren Wohlstand Deutschlands sorgt, geschieht das im Auftrag der Industriekonzerne und der Politik gleichermaßen. Die abschlagsfreie Rente mit 63 ist dabei sowieso schon Geschichte, denn diese galt nur für die Jahrgänge 1951 und 1952 mit gleichzeitiger 45jähriger versicherungspflichtiger Beschäftigungszeit. Alle Spätergeborenen müssen pro fortgeschrittenes Geburtsjahr um zwei Monate länger arbeiten, trotz erreichten 45 versicherungspflichtigen Beitragsjahren. Folge dessen dient die jetzt wieder ausgelöste politische Diskussion lediglich der Ablenkung von Problemen die durch vollkommen desorientierte Politiker entstanden, die immer weiter ihre staatszerstörende Politik, im Auftrag globalisierter Konzernen, Banken, Milliardären und mit transatlantischen Befehlen durchzogen, ungehindert betreiben möchten.

    Das Rentenproblem ist nicht bei der Rente mit 63 zu suchen, denn wer vorgezogen seinen Ruhestand antreten kann hat bereits mehr in die Rentenkasse eingezahlt, als jemals in seinem Restleben herauszuholen ist. Die Rentenkassen werden nicht von den Einzahlern geplündert, sondern alleine von den Politikern. Mit Wahlgeschenken und immer mehr Fremdleistungen wird die Rentenkasse ausgehöhlt. Witwen-, Waisen-, Mütter-, Erwerbsunfähigkeitsrenten, sowie die anrechenbaren Rentenanwartschaften von Spätaussiedlern die in den Herkunftsländern erworben wurden, oder die Anwartschaften der ostdeutschen Renten von vor 1990 sind alle gesamt aus Steuermitteln zu begleichen. Hierfür wäre ein neuer Haushaltsposten einzurichten und nicht die Rentenkasse zu belasten. Somit begehen Politiker nicht nur Rentenlügen sondern auch Steuerlügen. Nur Personen die ein Volk vollkommen haftungslos belügen und ausnehmen dürfen, können sich derartige Verhaltensweisen erlauben. Mit jeder Wahl wird gleichzeitig das weitere Lügen und Betrügen gewählt, in den unterschiedlichsten Koalitionen perfektioniert und am Ende glaubt der wählende Michel auch noch die immer frecher und direkter vorgetragenen Lügen seiner gewählten Politiker.

    Ebenso müssten die niedrigen Renten nicht sein, diese sind politisch absolut gewollt. Diese liegen im Interesse der privaten Versicherungswirtschaft, schließlich bestückte bereits der SPD Zigarrenkanzler Schröder mit Gelder aus der gesetzlichen Rentenversicherung die private Versicherungswirtschaft. Das es auch anders geht zeigt das Nachbarland Österreich, mit monatlich höheren Rentenzahlungen um die 500 Euro aus der gesetzlichen Rentenkasse. Denn wie steht es denn in Deutschland mit den Zusatzrenten? Bei den Betriebsrenten z. B. wird der doppelte Pflege- Krankenversicherungsbeitrag abgezogen und zusätzlich erfolgt noch die Besteuerung. Hier bleibt nicht viel übrig von der Zusatzrente. Überhaupt ist die Besteuerung der Renten ein schlechter Witz, indem bereits versteuertes Geld nochmals besteuert wird. In der Folge einer Klage eines überversorgten Beamten wurde die Rentenbesteuerung eingeführt, damit eine angeblich bestehende Ungleichheit abgeschafft wird. Ungerechtigkeit zwischen Beamtenpensionen und Renten? Ja, aber diese besteht darin: Beamte erhalten 75 Prozent ihres letzten Gehaltes, Rentner erhalten derzeit 48 Prozent ihres durchschnittlichen Gehaltes. Diese 48 Prozent werden jedoch noch auf 42 Prozent abgesenkt. Der Beamte erhält allerdings immer 75 Prozent. Hier liegt die Ungerechtigkeit, und wenn die gerichtlich festgesetzte Besteuerung der Renten vorzunehmen ist, dann stände die Politik in der Pflicht die Gerechtigkeit zwischen Pensionen und Renten anzugleichen und nicht die Ungerechtigkeit immer weiter zu fördern, indem das Rentenniveau immer weiter abzusenken ist. Die Gerechtigkeit wäre mit der Anhebung des Rentenniveaus auf 60 Prozent und der Absenkung der Beamtenpensionen auf 60 Prozent auszugleichen. Doch von Politikern die lediglich an ihre persönliche Überversorgung durch den Steuerzahler denken, kann keine Gerechtigkeit zu erwarten sein.

    Keine Rente mit 63 trotz niedrigen Rentenniveau, denn die Rentenkasse ist mit Fremdleistungen überhäuft und Milliarden Steuergelder fließen in die Armutsmigration

    https://www.diefreiemeinung.de/2017/10/keine-rente-mit-63-trotz-niedrigen-rentenniveau-denn-die-rentenkasse-ist-mit-fremdleistungen-ueberhaeuft-und-milliarden-steuergelder-fliessen-in-die-armutsmigration/

     

  3. apropo  …."besonderer Freund"  (auch von mir…. den beobachte ich schon seit längerer Zeit!)

    JENS SPAHN, guter Freund von FDP-Lindner  (Atlantikbrücke, Bilderberger) ……. man dutzt sich!

    und  mit seinem gesamten Umfeld, das sind die Politiker-Kreaturen die erbarmungslos + brutal

    deutsche Menschen  in die Armut treiben und dabei sich selber bestens versorgen lassen!

    Ein Sprichwort:  …der schlimmste Feind des Deutschen ist der   D e u t s c h e !

     

     

    • Genau: erst wenn sie ihr eigenes Nest beschmutzen, haben wir sie da wo wir sie haben wollen.

      Sie wissen auch nur zu gut das kein Gläubiger Hartz4 Emfänger und auch Nichtemfänger für Pensionsansprüche eines Ungläubigen irgendwelche Beiträge leisten.

      Also so schnell wie möglich Taschen füllen und ABSETZEN, man kennt das ja schon von Früher.

      • Im Krieg war das ja nicht anders. Da haben die Gauleiter die Jungen und Alten zusammengefasst, um in diesen Fällen, wirklich sinnlos gegen den Feind zu kämpfen. Volkssturm wurde das genannt. Dort ist mein Großvater u.a, umgekommen. Der Herr Gauleiter, der den Volkssturm zusammen gefasst hat, das war allerdings Zwang, und wer sich widersetzte wurde einfach erschossen, schaute sich noch einmal um, was man noch so mitnehmen kann, und verließ die Stadt, die er vorher noch zur Festung ernannt hatte. Der Herr Gauleiter konnte sein "wertvolles Leben" bewahren, sowie seinen miesen Charackter und seine Unmoral weitervererben, während die Mitglieder des Volkssturm schlicht und einfach, durch Artillerie, Katjuschas und Schlachtflieger zusammen geschossen wurden. Noch folgendes, bevor er sich „Absetzte“ der saubere Herr Gauleiter, ließ er noch, quer durch die Stadt eine Startbahn anlegen. Jedwedes Haus, das im Wege war, wurde gesprengt. 

          • Verbittert? Wie kann ein heutiger Mensch so etwas fragen? Doch nur um das von mir geschriebene zu entwerten. Desweiteren, sind wir hier in Europa in Gefahr, wieder in eine Diktatur abzugleiten. Oder wir werden sogar dorthin gelenkt. Hier geht es um Deutsche, die sinnlos zu tausenden geopfert wurden, damit ein Mitglied eines faschistischen Regimes, samt Enturage sich seiner Verantwortung entziehen kann. Hitler und seine Mannen, waren keine ehrbaren Männer.

            • " Verbittert? Wie kann ein heutiger Mensch so etwas fragen? Doch nur um das von mir geschriebene zu entwerten. "

              Nun, wie Du siehst, ich kann das!

              Was hätte ich davon, auf diese Weise, einen Beitrag entwerten zu wollen? Wenn ich das wollte, dann würde ich es direkt sagen, wie bisher auch; sei versichert!

              Ich versuche, zu verstehen, warum einer sich äußert, wie er das tut?  Hier im Forum oder zuhause, egal wo. Die Motivation dahinter zu erkennen, ist oft hilfreicher, wie die eigentliche Aussage!

              Zurück zum eigentlichen Thema!

              "Hitler und seine Mannen"

              Da hast Du ja schon auf meinen letzten Beitrag, zu diesem Thema, Dir gegenüber, nicht geantwortet.

              Egal, man kann von dieser Nationalsozialistischen Idee halten, was man mag. Nur, Charakterschweine, wird es immer und überall geben! Ich halte es deshalb für fatal, im Umkehrschluß, von eben diesen, auf das Ganze schließen zu wollen! Selbst "Demokratie" würde funktionieren, wenn es die, dafür geeigneten, Menschen gäbe!  😉

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