Syrien: Vorspiel zu einem Irankrieg ?

Sind die unprovozierten aggressiven Akte Israels gegen Syrien der Auftakt zu einem größeren Krieg?

Sollen die völkerrechtswidrigen Angriffe israelischer Kampfjets auf Syrien nur als Vorspiel zu einem Krieg des gesamten Westens gegen den Iran dienen?

Global Research News, 05.05.13

Die USA täuschen eine Ablehnung der israelischen Aggression vor – wie das schon 2007 geplant wurde.

Der Westen hat Israel bewusst die Rolle des „regionalen Rabauken“ spielen lassen, der immun gegen internationale Kritik ist; deshalb darf die israelische Regierung jetzt auch schändliche Kriegsverbrechen gegen das benachbarte Syrien begehen, weil man hofft, dass sich Syrien dadurch zu einem Vergeltungsschlag provozieren lässt und damit den USA und ihren regionalen Verbündeten die Rechtfertigung für eine schon lange beabsichtigte militärische Intervention liefert.

In den beiden letzten Tagen hat die israelische Luftwaffe grundlos, aber wiederholt Angriffe auf Syrien geflogen – auch auf die syrische Hauptstadt Damaskus; dabei scheint es sich um eine Reihe absichtlicher Provokationen zu handeln, die einen größeren regionalen Konflikt auslösen sollen, in den dann auch der eigentliche Drahtzieher USA militärisch eingreifen könnte. Da Israel weder von Syrien angegriffen wurde, noch glaubwürdige Beweise für eine Bedrohung durch Syrien vorlegen kann, behauptet die israelische Regierung, mit ihrem Überfall auf Syrien auf einen Bruch der Bestimmungen des Kapitels VII der Charta der Vereinten Nationen zu reagieren (s. http://www.documentarchiv.de/in/1945/uncharta. html ).

Noch schändlicher ist, dass die USA vortäuschen, die Verletzung des internationalen Friedens durch Israel zu verurteilen, obwohl sie in den beiden letzten Jahren den Bürgerkrieg in Syrien (gemeinsam mit Israel) angeheizt haben; es ist eine bewiesene Tatsache, dass die USA und Saudi-Arabien die israelische Regierung bewusst zu militärischen Angriffen auf Syrien und den Iran ermuntern, die sie selbst weder politisch, noch juristisch oder strategisch rechtfertigen können.

Jetzt hoffen die USA, Großbritannien, Frankreich und ihre regionalen Verbündeten darauf, dass Syrien und der Iran militärisch zurückschlagen, damit auch sie endlich in Syrien und – mit etwas Glück – bald darauf im Iran intervenieren können.

Dieser heimtückische Plan wurde bereits in den Jahren 2007 bis 2009 ausgeheckt und abgesprochen

Schon 2007 wurde berichtet, dass die USA, Saudi-Arabien und Israel ein Komplott geschmiedet haben, um die Regierungen des Irans und Syriens zu stürzen; schon damals hat man sich darauf geeinigt, terroristische Sekten, von denen viele in direkter Verbindung mit Al-Qaida stehen, zu diesem Zweck zu bewaffnen. Der Pulitzer-Preisträger und Journalist Seymour Hersh stellte in einem 2007 in dem Magazin The New Yorker unter der Überschrift „The Redirection“ (Die Neuorientierung, veröffentlichten Artikel dazu fest:

„Um dem Iran, der von Schiiten dominiert wird, zu schaden, hat sich die Bush-Administration dazu entschlossen, ihre Prioritäten im Mittleren Osten neu zu setzen. Im Libanon hat sie insgeheim mit der sunnitischen Regierung Saudi-Arabiens kooperiert, um die Hisbollah zu schwächen – eine schiitische Organisation, die vom Iran unterstützt wird. Die USA haben sich auch an geheimen Operationen beteiligt, die gegen den Iran und dessen Verbündeten Syrien gerichtet sind. Ein Nebeneffekt dieser Aktivitäten war die Förderung sunnitischer extremistischen Gruppierungen, die für eine militante Richtung des Islams eintreten und mit Al-Qaida sympathisieren, den USA aber feindlich gegenüberstehen.“

Die Kumpanei Israels mit Saudi-Arabien beschrieb Hersh so:

„Der Politikwechsel hat Saudi-Arabien und Israel in einer neuen strategischen Umarmung vereint, vor allem, weil beide Staaten im Iran eine existenzielle Bedrohung sehen. Sie haben gemeinsam an Gesprächen (mit den USA) teilgenommen, und die Saudis, die glauben, dass durch stabilere Verhältnise in Israel und Palästina der Einfluss des Irans auf die Region verringert werden könnte, haben sich auch auf direkte arabisch-israelische Verhandlungen eingelassen.“

Daneben informierte Hersh über Äußerungen saudi-arabischer Offizieller zu dem gewagten Balanceakt, auf den sich ihre Regierung einlassen musste, um ihre Rolle als Unterstützer der Ziele der USA und Israels in der gesamten Region zu verschleiern. Sie ließen sogar durchblicken, dass es Saudi-Arabien lieber wäre, wenn der offene Angriff auf den Iran von Israel und nicht von den USA ausginge, weil die Saudis dann nicht sofort hineingezogen würden. Hersh schrieb dazu:

„Der Saudi sagte, sein Land ginge ein politisches Risiko ein, wenn es zu offen mit den USA gegen den Iran paktiere. Die arabische Welt werfe (Prinz) Bandar schon jetzt eine zu große Nähe zur Bush-Administration vor: `Wir haben zwei Albträume,` erklärte mir der ehemalige Diplomat. `Wir befürchten, dass sich der Iran die Atombombe verschafft und dass die USA ihn dann angreifen. Es wäre uns lieber, wenn Israel den Iran bombardieren würde, weil wir Israel dafür verurteilen könnten. Wenn die USA es tun, werden wir dafür mitverantwortlich gemacht`.“

Dieses Komplott wurde im Jahr 2009 weiterentwickelt – durch den US-Think-Tank Brookings Institution, der von bei Fortune 500 gelisteten Konzernen finanziert wird. In einem Brookings-Dokument mit demTitel „Which Path to Parsia“ (Welcher Weg führt nach Persien?) wird auf S. 84/85 – bezogen auf den Iran, aber ebenso anwendbar auf Syrien – folgendes Vorgehen vorgeschlagen:

“ … es wäre vorzuziehen, wenn die USA eine iranische Provokation als Rechtfertigung für ihre daraufhin erfolgenden Luftangriffe benutzen könnten. Für die USA am vorteilhaftesten wäre, wenn sich die `iranische Provokation` als besonders abscheulich, folgenreich und völlig grundlos darstellen ließe. Natürlich wäre es für die USA sehr schwierig, den Iran in eine derartige Provokation zu treiben und gleichzeitig zu verhindern, dass die übrige Welt das Spiel durchschaut, weil es dann wertlos würde. Eine Methode, die Erfolg haben könnte, wäre die Anzettelung eines gewaltsamen Aufstands zur Herbeiführung eines Regimewechsels – in der Hoffnung, dass Teheran dann mit aller Härte oder wenigsten erkennbar gegen die Aufständischen vorginge; das ließe sich dann als `grundlose Aggression` der iranischen Regierung verkaufen.“

Und (auf S. 91 des Brookings-Dokuments):

„Israel scheint einen solchen Luftschlag schon intensiv vorbereitet und geübt und seine Flugzeuge vermutlich schon so nah wie möglich an den Iran herangebracht zu haben. Israel ist wahrscheinlich in der Lage, innerhalb einiger Wochen oder sogar einiger Tage loszuschlagen – wenn das Wetter passt und seine Geheimdienste den richtigen Zeitpunkt für gekommen halten. Da Israel außerdem weniger auf regionale Unterstützung angewiesen ist, vielleicht auch überhaupt kein Interesse daran hat, müsste Jerusalem auch nicht unbedingt auf eine iranische Provokation warten, um angreifen zu können. Kurz gesagt, Israel könnte sehr schnell losschlagen, wenn die Regierungen Israels und der USA das wollen.

Wie schon in einem anderen Kapitel erörtert, wären die Luftangriffe eigentlich nur der Auftakt zu dieser Politik. (Wenn man es aber dabei bewenden ließe ), würden die Iraner zweifellos versuchen, ihre Atomanlagen wieder aufzubauen und sich an Israel zu rächen; sie könnten aber auch die (Kriegsschiffe der) USA (im Persischen Golf) angreifen und der US-Regierung damit einen Vorwand für eigene Luftangriffe oder sogar eine Invasion liefern.“

Dass Israel nicht auf eine plausible Rechtfertigung wartet, um Syrien anzugreifen, hat sich gerade erwiesen. Man sollte aber besonders die Bemerkung am Ende des Zitats beachten die erkennen lässt, was das US-geführte Bündnis nach diesem ungeheuerlichen Verstoß gegen das Völkerrecht plant: Die ganze Golfregion soll in einen Konflikt hineingezogen werden, der endlich eine offene militärische Intervention dieses Bündnisses rechtfertigt. (Weitere Infos zu diesem Plan hier.)

Was sollten Syrien und seine Verbündeten tun?

Syrien, der Iran, Russland und die anderen Staaten, die das bedrängte Land unterstützen, kennen sicher das Brookings-Dokument „Which Path to Parsia“ und die daraus abgeleitete Strategie. Hoffentlich wurde alles von Wert, was die Israelis angreifen könnten, um die erwünschte Vergeltungsaktion und einen sich daraus entwickelnden Krieg zu provozieren, zusätzlich geschützt oder aus der Reichweite möglicher israelischer Angriffe gebracht.

Eine aufklärende Medienkampagne könnte helfen, das heuchlerische und entlarvende Zusammenspiel der von Al-Qaida dominierten so genannte Freien Syrischen Armee / FSA und der Intentionen Israels aufzuzeigen und auch noch den letzten Rest an Unterstützung zu beseitigen, den die zersplitterte, trotz der Unterstützung durch den Westen vor dem Scheitern stehende Terrorkampagne unter den Syrern noch hat.

Die USA haben Israel bewusst den Auftrag zu diesen Angriffen erteilt, weil die israelische Regierung ihr internationales Ansehen schon lange verspielt hat. Was sie in Syrien tut, ist ein schändliches Kriegsverbrechen und eine grobe Missachtung des Völkerrechts. In dieser Auseinandersetzung haben Syrien und seine Verbündeten das Recht auf ihrer Seite und sind einem Feind, der die Welt nicht mehr zum Narren halten kann, moralisch weit überlegen. Wenn Syrien in der Lage ist, die durch nichts zu rechtfertigende Brutalität Israels auszuhalten, sollte es am besten wenig oder nichts zu tun, um die gleiche internationale Empörung auszulösen, die Israels Brutalität gegen die Palästinenser ausgelöst hat.

Weil die USA die Israelis auf Syrien gehetzt haben, sollten Syrien und seine Verbündeten, wenn sie denn überhaupt reagieren wollen, das am besten „Einzeltätern“ überlassen, über die sie selbst verfügen. Die gleichen Mittel, mit denen die Hisbollah und die Palästinenser Israel sowohl strategisch als auch politisch besiegt haben, stünden jetzt auch Syrien zur Verfügung – nur in einem weit größeren Umfang.

Wegen der schändlichen Aktionen Israels, wegen des verwerfliche Doppelspiels, das die USA zu spielen versuchen, indem sie ein Zerwürfnis mit Tel Aviv vorgaukeln, und wegen der stillen Komplizenschaft der Vereinten Nationen fordern verzweifelte Menschen auf der ganzen Welt Syrien, den Iran oder beide zu Vergeltungsschlägen auf. Das wäre genau das, was der Westen will, um einen größeren konventionellen Krieg anzetteln zu können, in dem er alle Vorteile hätte. Wenn Syrien sich aber weigert, direkt zurückzuschlagen und sich selbst dann nicht zur Wehr setzt, wenn seine Hauptstadt bombardiert wird, nimmt es dem Westen politisch den Wind aus den Segeln und macht damit deutlich, wie ungerechtfertigt dessen Angriffe sind, weil Syrien niemand bedroht. Durch syrische „Einzeltäter“, die glaubhaft verleugnet werden könnten, ließe sich (in relativ kurzer Zeit) so viel taktischer und politischer Druck auf Israel ausüben, dass es seine Aggression einstellen müsste.

Es scheint so, als sei der vom Westen unterstützten Terrorfront in Syrien bereits der Todesstoß versetzt worden und ihr baldiger Zusammenbruch zu erwarten. Die israelischen Angriffe sind wohl ein Zeichen der Verzweiflung und der Versuch, einen Konflikt zu verlängern, der sonst bald enden könnte. Syrien und seine Verbündeten stehen in den kommenden Tagen und Wochen vor schwierigen Entscheidungen und an einem gefährlichen Scheideweg, denn eine Achse von Schurkenstaaten will mit immer schlimmeren Gräueltaten unbedingt Vergeltungsschläge provozieren.

Quelle: luftpost

 

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