Uns geht das Geld aus …

Aktueller Newsletter von Gerhard Spannbauer (www.krisenvorsorge.com)

„… Uns geht das Geld aus“ …

… äußerte ein hoher Regierungsbeamter in Athen gegenüber der amerikanischen Wirtschaftszeitung Wallstreet Journal:

„Die nächste Tranche wackelt, und die Situation ist sehr schwierig.“ Sogar Schäuble, der bis zuletzt immer wieder betonte, ein Staatsbankrott Griechenlands und eine Entlassung Griechenlands aus dem Währungsverbund sei keine Option, muss sich angesichts des unaufhaltsam nahenden Endes neu positionieren.

In einem BILD-Interview sagte er „Niemand sollte sich Illusionen machen: Ohne eine positive Feststellung der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF), dass Griechenland seinen Verpflichtungen nachkommt, kann die nächste Tranche nicht ausgezahlt werden“.

Was aber geschieht, wenn die Verpflichtungen von Athen nicht erfüllt werden, wollte er nicht beantworten. Doch es ist vollkommen klar, daß Griechenland dann in eine ungeordnete Insolvenz fallen würde. Man kann eine Wette darauf abschließen, dass die Troika eine Begründung zustande bringt, so dass die nächste Rate ausgezahlt werden kann. Denn wenn diese nicht fließt, sehen wir uns mitten im Chaos.

Hinter den Kulissen plant man schon für den „worst case“

In Breslau trafen sich die Finanzminister der EU, um wieder einmal Auswege aus der Euro-Krise zu besprechen. Nicht einmal Einigkeit war dort zu erreichen, geschweige denn eine Lösung.

Ein Beschluss, der dort gefasst wurde zeigt aber deutlich, dass sich die Eurozone auf eine Griechenland-Pleite einstellt: Es wurde ein neuer Stresstest für europäische Banken beschlossen, und zwar unter der Voraussetzung des Staatsbankrott eines Eurostaates.

Es dürfte nicht allzu schwer zu erraten sein, um welchen es sich handeln würde. Die 27 Euro-Staaten wollen jetzt prüfen, welche Summen an Staatsanleihen insolvenzgefährdeter Staaten in den Bilanzen der Banken enthalten sind, und welche Auswirkungen ein Staatsbankrott hätte.

Es soll sichergestellt werden, dass nicht durch eine Kettenreaktion das gesamte Banken- und damit auch Finanzsystem Europas in den Abgrund gerissen wird.

Die Glaubwürdigkeit der Banken steht auf dem Spiel

Die bisherigen Stresstests sind von vielen Experten und Fachleuten belächelt worden, und sogar EU-Wettbewerbskommissar Michel Barnier räumte ein, man müsse „zur Kenntnis nehmen, dass die Stresstests das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der europäischen Banken nicht wiederhergestellt haben.“

Anscheinend weiß man aber, daß dieser neue Test nicht gut ausginge und man wahrscheinlich nicht einmal Zeit genug hat, ihn durchzuführen. Die Wirklichkeit könnte die Simulation überholen.

Daher haben die wichtigsten Zentralbanken der Welt beschlossen, zusammen mit der amerikanischen FED den europäischen Banken Dollar-Liquidität zur Verfügung zu stellen.

Das heißt nichts anderes, als dass sich die global handelnden Eliten darauf einstellen, mittels Dollarflutung den weltweiten Finanzsektor vor dem Absturz zu bewahren, denn eine Pleite Griechenlands würde erst ein paar wackelige europäische Großbanken und infolgedessen das gesamte Bankensystem ins Chaos und den Zusammenbruch stoßen.

Das Vertrauen in das Geld bröckelt

Vergessen wir nicht, dass Deutschland hunderte Milliarden an Garantien übernommen hat. Diese werden bei Zahlungsausfällen der gefährdeten Länder fällig werden. Diese Summen hat die Bundesrepublik bekanntermaßen nicht auf einem prall gefüllten Sparkonto liegen.

Die Wahrheit ist: Auch Deutschland ist selbst hoch verschuldet und müsste noch mehr Kredite aufnehmen, die letztlich der Bürger bezahlt. Nüchtern betrachtet steht für solch ein Schwergewicht, wie es die BRD ist, kein Finanzier bereit.

Es bliebe also letztlich nur das Neuschöpfen von Geld in irgendeiner Form, um die erforderliche Liquidität für all die Kredite oder Garantiezahlungen zu erschaffen – auch „Gelddrucken“ genannt.

Die schwankende Waage zwischen der weltweit riesigen Geldmenge, der jetzt schon zu wenige reale Güter und Sachwerte gegenüberstehen, würde vollends kippen.

Die Aufblähung der Geldmenge hat bisher erst langsam begonnen, Auswirkungen auf die Preise der täglichen Bedarfsgüter zu zeigen.

Mittlerweile aber haben wir schon ein ähnliches Maß an Geldinflation wie in den 1920-er Jahren. Die landläufig „Inflation“ genannte, ständig steigende Preiserhöhung für echte Waren und Werte ist auf dem Weg, und wird schon bald zweistellige Prozentzahlen erreichen.

Die Menschen fühlen es kommen. Bereits jetzt werden Milliarden von den deutschen Konten geholt und in Immobilien, Edelmetalle, Grund und Boden, Aktien und andere Sachwerte gesteckt.

Denn ein Bild ist den Deutschen immer noch im Gedächtnis geblieben: Die junge Frau, die in der Hyperinflation 1923 ganze Geldbündel im Kamin verheizt. Das könnte auch auf uns zu kommen. Zum Schluss noch ein Zitat:

„Jede Papierwährung kehrt immer zu ihrem wahren, inneren Wert zurück, nämlich Null.“ (Voltaire) 

Herzliche Grüße
Ihr
Gerhard Spannbauer

Uns geht das Geld aus …
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3 Kommentare

  1. Das liegt nicht am Geld-Material, sondern an seiner Eigenschaft, Zinsgeld zu sein. Eine Geldmengensteuerung mit dem Ziel gleichbleibender Durchschnittspreise ist mit Zinsgeld nicht moeglich, weil die Zentralbank nicht vorhersehen kann, wieviel ausgegebenes Geld wirklich nachfragewirksam wird (mal angenommen, das sei nicht nur das vorgegebene Ziel der ZB). Denn Zinsgeld laeuft immer Gefahr, gehortet zu werden, also dem Geldkreislauf zu entfliehen, d.h. „deflationsdrohend“. Damit es nicht gehortet wird, genau dafuer bezahlen wir ja den Zins – solange wir koennen. Die ZB muss immer eine gewisse Inflation in Kauf nehmen (also zuviel Geld ausgeben), um sicher eine Deflation vermeiden zu koennen – weil letztere noch schlimmere Auswirkungen auf die Wirtschaft haette als erstere.

    Eine erfolgreiche Geldmengensteuerung, d.h., ein stabiles Preisniveau, waere nur mit einem umlaufgesichertem Geld moeglich – das dann kein Zinsgeld mehr waere. Solch ein Geld scheuen die Herren, die auf unsere Kosten leistungslose Zinseinkuenfte beziehen, natuerlich wie der Teufel das Weihwasser…

  2. „Jede Papierwährung kehrt immer zu ihrem wahren, inneren Wert zurück, nämlich Null.“ (Voltaire)

    Wenn 2 Dinge gleichzeitig auftreten (hier: Geld aus Papier und Kaufkraftverlust desselben), heißt das noch lange nicht, dass sie ursächlich verbunden sind. Finden wir lieber die wirkliche Ursache des Kaufkraftverlustes unseres Geldes heraus! Dann kommt plötzlich auch Abhilfe in Sicht, auch wenn die Herren Voltaire und Spannbauer uns hier die Sicht verstellen wollen…

    • „Finden wir lieber die wirkliche Ursache des Kaufkraftverlustes unseres Geldes heraus!“

      Und welche sind das?
      Bitte Butter bei die Fische.

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