Vorwürfe an die USA

Eine Verringerung der Konflikte scheint nicht angestrebt zu sein

Der russischer Ökonom und Berater von Putin zu Fragen der regionalen Integration, Sergej Glasjew, hat der USA vorgeworfen, sie würden einen weiteren Weltkrieg entfesseln, um das kollabierende transatlantische Finanzsystem zu retten. Den Schlüssel zur Lösung der gegenwärtigen Krise sieht er, wie er am 29. 3. in einem Interview erklärte, im Fortgang der von Rußland gezielt verfolgten Entwicklungsstrategie sowie in der eurasischen Integration. Wie Glasjew des weiteren ausführte, betrachteten das Weiße Haus und andere in Washington die Welt auch weiterhin durch das Prisma des Kalten Krieges und der britischen Konfrontation mit Rußland und Deutschland, und nun entfesseln die USA einen weiteren Weltkrieg.

Die Kombination aus den objektiven Problemen der amerikanischen Finanzoligarchie und der seltsamen Geisteshaltung der amerikanischen Geopolitiker droht einen Weltkonflikt auszulösen, was er wie folgt erläuterte: Die Wirtschaftsunternehmen, die die USA beherrschen, dienen einer Finanzoligarchie und haben das amerikanische monetäre und finanzielle System destabilisiert. Die Ursachen der globalen Finanzkrise von 2008 sind nicht verschwunden und die amerikanische Schuldenblase, Finanzpyramiden, die aus Derivaten und nationalen Schulden bestehen – wächst immer noch. …. Dieser Prozeß kann nicht unbegrenzt weitergehen.Hinsichtlich der Kriegspolitik als solcher sagte er: Wie immer in einer sich verändernden Weltwirtschaftsordnung versucht das Land, das die Führungsrolle verliert, einen Weltkrieg in Gang zu setzen, um die Peripherie zu beherrschen. Das amerikanische politische Establishment hat die Gespenster der Geopolitiker des 19. Jahrhunderts wieder heraufbeschworen. Damals war die wichtigste Frage, wie man das Russische Reich ruinieren konnte; und noch immer betrachten sie die Welt mit den Augen der Falken des 19. Jahrhunderts, als Großbritannien versuchte, seine Hegemonie zu retten, indem es den Ersten Weltkrieg in Gang setzte.Glasjew Antwort auf diese Gefahr ist folgender Vorschlag: Wir müssen eine breite, antimilitärische Koalition aufbauen, unsere vorrangige Entwicklungsstrategie und die eurasische Integration weiterverfolgen, unsere finanzielle und wirtschaftliche Souveränität zurückgewinnen und die eurasische Integration anstreben. Um den Krieg zu verhindern, müssen wir das Ziel des Präsidenten realisieren, einen gemeinsamen Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok zu schaffen. Es ist sehr wichtig, unsere europäischen Partner und unsere Partner im Fernen Osten und im Süden davon zu überzeugen, daß wir kooperieren müssen: Nicht, indem wir sie erpressen oder bedrohen, sondern durch Projekte zum gegenseitigen Vorteil, die unsere wirtschaftlichen Potentiale verbinden, während sie die Souveränität jedes Landes respektieren.[1]

Die Terror-Makers‹ 
Diesen Titel hat der bei Bonn lebende Dr. Izzedin Musa am 26. März seiner Betrachtung der gegenwärtigen Situation, aus der wir nachstehend einen Ausschnitt veröffentlichen, vorangestellt und wie folgt eingeleitet: »Als die von George W. Bush angeführte Allianz der Willigen den Irak im Jahre 2003 mit einer Lüge und gegen das Völkerrecht, überfiel und Saddam Hussein stützte, öffnete sie, ohne es zu wissen, die Tore der Hölle« – was heute vor unser aller Augen sichtbar ist.

»Nachdem Saddams Armee – ausschließlich sunnitisch – aufgelöst worden war und arbeits- und perspektivlos in alle Himmelsrichtungen zerstreut wurde, bildete sich daraus in der Folge der Kern von al-Qaida im Irak, aus der sich dann später der sogenannte Islamischer Staat im Irak und in Syrien [resp. Daesh] abspaltete, der die Amerikaner rachsüchtig bekämpfte und schwere Verluste beifügte, bis der Nachfolger von Bush, Barack Obama, sich dafür entschied, seine Soldaten aus dem Irak zurückzuziehen. Die Saat des Bösen war jedoch bereits gelegt und die Terrorgeschichte nahm ihren Lauf. Wer also glaubt, die Terroristen wären vom Himmel gefallen, der ist naiv und irrt gewaltig. Der Terror ist schon bei uns angekommen, ist unter uns und erst recht seine Macher. Saudi Arabien, Musterdemokratie und nachahmenswertes Beispiel für Menschenrechte, Demokratie und Freiheit, nahm diese versprengte Sunniten-Armee an sich und indoktrinierte sie mit seiner wahhabitisch-salafistisch-extremistischen (Un-) Islamrichtung, finanzierte und bewaffnete sie, um sie dann gegen Andersgläubige, hauptsächlich Schiiten, aber auch gegen Anhänger eines moderaten Islams einzusetzen. Die Saudis finanzierten auch – und tun dies immer noch – die kostenlose Koranverteilung in Europa und anderswo. Hierbei konnten ihre Handlanger viele willige perspektivlose und verkrachte Existenzen in aller Öffentlichkeit für ihre Ideologie rekrutieren, damit sie nach Syrien eingeschleust werden konnten, um dort das verhaßte Alawiten-Assad-Regime – einer Sekte der Schiiten – zu bekämpfen. Die Koranverteilung und der Versuch zur Rekrutierung gehen bis heute weiter, auch nach den Pariser und Brüsseler Anschlägen, was ich am heutigen Tag, dem 26. März, mitten auf dem Theaterplatz in Bad Godesberg selbst beobachten konnte.

Für die Einschleusung der Rekrutierten war und ist noch immer der sunnitische Neo-Sultan des Osmanischem Reichs, Recep Tayyeb Erdogan, zuständig. Die Gelüste des Sultans sind durch Gebietseinverleibung auf syrischer Seite begründet. Allerdings mußten diese Willigen zunächst ein Kampftraining auf neo-osmanischem Boden absolvieren, wurden dann bewaffnet und nach Syrien weitergeleitet. Der Sultan, der keine gegenteilige Meinung oder Widerspruch in seinem Land zuläßt, etablierte wohlwollend eine verdeckte Zusammenarbeit mit den Terrorbanden. Schließlich fanden sich in Syrien Terroristen aus 80 verschiedenen Ländern und Nationalitäten ein, darunter über fünftausend Europäer, die sich mehrheitlich dem Daesh angeschlossen haben. Die Terroristen aus Europa wurden an der Ausreise gen Syrien nicht gehindert, ja gar mehrheitlich dazu ermutigt, die Reise über die Türkei anzutreten. Daß diese,   kampferprobt und noch viel stärker radikalisiert als zuvor, eines Tages zurückkehren würden, konnte man sich in Europa nicht vorstellen. Man hatte gedacht, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Einerseits einen Regime-Change in Syrien zu erreichen, andererseits würden die Terroristen dort getötet und womit wir sie loshätten. Die Politiker und ihre Geheimdienste in der westlichen Welt haben sich diesbezüglich allerdings gewaltig geirrt.

Nach der Schah-Ära erhob das Wahhabiten-Herrscherhaus in Saudi- Arabien den Anspruch auf die Führungsrolle in der Region, die ihm der Iran, nach der 1979er Revolution, streitig gemacht hatte. Nun galt es, die schiitische Achse Iran-Irak-Syrien-Hisbollah zu brechen. Um dieses Ziel zu erreichen, war den Saudis jedes Mittel recht. Hier drängt sich Frage auf, warum Saudi- Arabien mit dem Schiitentum und den schiitischen Nachbarn vor 1979, zur Zeiten des Schahs, eigentlich keine Probleme hatte. Die Antwort ist denkbar einfach. Der Schah war ein Freund und Liebling Israels und der USA. In dieser Zeit waren die Saudis nichts anderes als mucksmäuschenstille Bedienstete der USA. Die Machtgelüste erwachten erst, als die USA ihren Freund und Liebling fallen ließen: Da sahen die Wüstensöhne ihre Zeit gekommen, um den Thron der Macht zu erklimmen. Die islamische Revolution mit Ayatollah Khomeini sollte kein Hindernis sein – wie sie dachten. Daß die Amerikaner keine Freunde, sondern lediglich nur eigene Interessen haben, die sie über alles stellen, können die arabischen Freunde, aber auch die Europäer, nicht verstehen und nicht nachvollziehen. Um das verhaßte, noch schwache Mullah-Regime im Iran, das den saudischen Interessen im Wege steht, niederzureißen, setzten die Kamelreiter den nach dem Fall des Schahs erstarkten Saddam Hussein als Instrument ein, um einen Krieg gegen den Iran vom Zaun zu brechen. Der ahnungslose Saddam wußte nicht, daß es galt, auch ihn am Ende zu schwächen, damit er zukünftig keine Gefahr mehr für sie darstellen und ihre Interessen bedrohen konnte. Würde man den Iran besiegen, bräche die schiitische Achse in sich zusammen. Also wurde das Instrument Saddam von den USA mit Waffen und von Saudi-Arabien mit einem Milliarden-Dollarregen überschüttet. Ein achtjähriger Krieg, 1980 bis 1988, begann. Amis, inklusive Israel und Saudis, hegten noch einen geheimen Wunsch, der darauf zielte, nicht nur den Iran in den Anfängen zu ersticken, sondern auch Saddam, vor dem sie sich fürchteten und den sie als ein Dorn im Auge betrachteten, zu schwächen. Deshalb sollten die Emirate den Iran unterstützen, damit sich beide Seiten, der Irak und der Iran, so lange aneinander zerreiben würden, bis beide geschwächt waren. Keiner der beiden sollte als klarer Sieger hervorgehen. Als der Krieg, mit unzähligen Opfern auf beiden Seiten, nach 8 Jahren zu Ende ging, zog der Iran daraus eine Lehre und baute sich auf allen Ebenen und Gebieten auf, worin er ununterbrochen fortfährt, um auf gleicher Augenhöhe mit dem Westen dazustehen. Und er hat es auch geschafft.

Andersherum versanken die Herrscher auf der arabischen Peninsula im Tiefschlaf und versenkten astronomische Milliarden und Abermilliarden von US-$ in den Sand, in Waffen-Geschäfte, zu Gunsten der USA, Frankreichs, Großbritanniens und Deutschlands, um unsinnige Kriege gegen souveräne Staaten wie Syrien, Irak und den Yemen zu führen. Sie haben es aber total versäumt, für einen Teil der verschleuderten Milliarden, etwas Verstand zu ersteigern. Die amerikanische Rolle in dem ganzen Theater war und ist, um es gelinde auszudrücken, ein dreckiges Spiel. Der US-Präsident und Nobelpreisträger für Frieden hat uns weißmachen wollen, daß der Krieg gegen den IS zehn oder gar zwanzig Jahre dauern wird. Er hat damit nichts anderes gemeint, als die Region, voran Syrien und den Irak, solange zu zerfleddern, bis alles auseinander fliegt. Die USA wollten eingangs nie, daß der Daesh für immer vernichtet wird. Oft haben sie in Irak irrtümlich Waffen und Munition für diese Terrororganisation abgeworfen. Was Saddam Hussein betrifft, so schnappte die Falle gegen den Größenwahnsinnigen 1991 zu. Der Rest hierüber ist bekannt. Die USA haben auch die Saudi-Allianz gegen den Yemen gutgeheißen und sie ermutigt, anzugreifen; wobei sie selbst durch die Lieferung großer Mengen an Waffen profitierten. Die erbärmliche Rolle der Vereinigten Staaten in Libyen ist uns immer noch in Erinnerung. Nutznießer von diesem ganzen Arabischen Tiefwinter ist einzig und allen Israel.

Zurück zu Europa. Man dachte, diese ganze Entwicklung in der Region des Nahen und Mittleren Ostens sei weit entfernt und gehe uns nichts an. Ein Schelm, wer sich Böses dabei denkt. Die USA und die Europäer sind nur noch Gefangene und Sklaven ihrer Wirtschaftinteressen und abhängig von Petrodollars, wofür sie auch bereit wären, ihre heiligsten Werte über Bord zu werfen. Sie haben dabei nicht bedacht, daß der von ihnen exportierte Terror irgendwann unweigerlich nach Europa heimkehren würde. Das Verhalten und Vorgehen gegen das Assad-Regime und das Atom-Abkommen mit dem Iran, das der französische Präsident François Hollande und sein zum Christentum konvertierter Außenminister Laurent Fabius, Angehörige der Grande Nation, an den Tag legten, ist bester Beweis dafür, wie sie sich nach dem milliardenschweren Waffendeal für Saudi-Arabien prostituierten. Unzählige Male hatte sich Fabius gegen das Abkommen mit dem Iran, das kurz vor dem Abschluß stand, quer gestellt und jede politische Lösung in Syrien torpediert, um Israel und Saudi-Arabien zufrieden zu stellen. Es ist kein Geheimnis, daß die französischen Geheimdienste den Wunsch äußerten, mit den syrischen Geheimdiensten verdeckt zu kooperieren, um den Terror zu bekämpfen. Allerdings stellte die syrische Seite die Bedingung, daß eine Zusammenarbeit in punkto Sicherheit erst dann erfolgen könne, wenn man gleichzeitig auf diplomatisch-politischem Terrain zusammen arbeitete, d.h. sich für eine politische Lösung einsetzte. Die Führung der Grande Nation lehnte ab, um Israel nicht zu erzürnen und den Milliarden-Waffen-Deal mit den Saudis nicht zu gefährden; und so lehnte auch Syrien eine Kooperation ab.

Deutschland ist nicht viel besser dran. Ob nun Merkel, Steinmeier oder Gabriel, sie alle gaben sich die Klinke im Königspalast in Riad in die Hand. Sie lieferten dem reaktionärsten Regime verfassungswidrig Waffen und warfen damit all ihre Werte über Bord. Das Verhalten der USA und Europas führte zur Stärkung der Terrorgruppen von ISIS, al-Nusra-Front und weitere. Nachdem auch Rußland in den Konflikt eingriff, steht der IS in Syrien wie auch im Irak auf einem steilen Hang und läuft von einer Niederlage zur nächsten. Er befindet sich auf dem Rückzug und sucht in allen Herrenländern Rückzugsgebiete, vor allem in Europa, was die USA und Europa nun endlich bemerkt haben; und es daher jetzt ernst meinen, den Terror bekämpfen zu wollen. Jedoch werden sie nicht verhindern können, daß viele, sehr viele der IS-Anhänger, im Kleide eines syrischen oder irakischen Flüchtlings versteckt, Zuflucht finden werden, vorzugsweise in Deutschland mit der Willkommenskultur und der Zusicherung Wir schaffen das. Was danach kommt, wäre eine Daesh-Scharia in Europa. Wer sollte das verhindern, wenn sich die Mörder von Paris und Brüssel unbehelligt durch das halbe Europa bewegen konnten, mit Übernachtungen in Ulm und anderswo? Man scheint den Ernst der Lage nicht bedacht zu haben. Mit Recht fordert der russische Außenminister Sergei Lawrow Europa auf, die geopolitischen Spielereien in der Nahostregion endlich zu unterlassen und den Terror gemeinsam zu bekämpfen, um zu einer ehrlich gemeinten politischen Lösung in Syrien kommen zu können.

In Europa hat man die Terror-Drohungen, die uns auf Deutsch, Französisch, Englisch und Arabisch über zahlreiche Medien erreichten, nicht ernst genommen. Sonst hätte sich der Top-Terrorist, Drogenkonsument, IS-Ideologieanhänger und Vollstrecker, Abdelsalam Salah, vom Geheimdienst unbehelligt nicht über vier Monate lang in seinem Geburtsort Molenbeek aufhalten können, bevor er gefaßt wurde. Diesem Terror sind wir in Europa jetzt ausgeliefert, da man hier das alles nicht wahrhaben wollte und nicht vorgesorgt hat. Man wird diesen Terroristen nichts oder sehr wenig entgegensetzen können. Die Mörder wollen Zivilisten töten. Wenn die Flughäfen gut gesichert sind, gehen sie in Metro-Stationen. Und wenn diese auch gut gesichert sind, gehen sie einfach ins Kino, ins Stadion oder auf ein Volksfest. Also dorthin, wo viele ahnungslose und unschuldige Menschen sind. Solche Ziele sind zahlreich und mannigfaltig. Die Politikerkaste der westlichen Welt ist gefordert und sollte endlich aus ihrem Tiefschlaf aufwachen und sich nicht mehr in die inneren Angelegenheiten der Staaten des Nahen Ostens einmischen. Sie sollten deren Ressourcen nicht ausplündern, sie nicht nur als Absatzmarkt benutzen, sie endlich auf gleicher Augenhöhe betrachten und behandeln, und sie vor allem nicht mit dem Vorwand und Schein der Freiheit, Demokratie und westlicher Grundwerte überfallen. Erst dann können Frieden und Eintracht erreicht werden. Solange wir das nicht tun, bleibt die große Frage: Wer wird der Nächste nach Madrid, London, Frankfurt, Paris, Ankara und Brüssel sein?

Dr. Izzeddin Musa
Wachtberg am 26. März 2016

»Ein Weltkrieg hat begonnen«  
Dies der Titel der Rede, die der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete englische Journalist John Pilger am 22. März an der Universität von Sidney hielt; in dieser legte er unter anderem folgendes dar: Wie vielen Menschen ist klar, daß ein Weltkrieg begonnen hat? Gegenwärtig ist es ein Propagandakrieg, ein Krieg der Lügen und der Ablenkung. Aber dies kann sich mit dem ersten falsch verstandenen Befehl, der ersten Rakete sofort ändern. 2009 sprach Präsident Obama im Herzen Europas vor einer jubelnden Menge im Zentrum Prags. Er verpflichtete sich, »die Welt von Atomwaffen zu befreien«. Die Menschen jubelten und einige weinten sogar. Die Medien reagierten mit einem ganzen Schall von Phrasen. Obama erhielt wenig später den Friedensnobelpreis. Aber es war alles nur Show. Er hatte dreist gelogen. Denn die Regierung Obama hat immer mehr Atomwaffen, atomare Sprengköpfe, Trägersysteme für Nuklearwaffen produziert und Atomfabriken gebaut. Unter Obama stiegen die Ausgaben allein für atomare Sprengköpfe stärker als unter jedem anderen amerikanischen Präsidenten. Über einen Zeitraum von 30 Jahren gerechnet belaufen sie sich auf mehr als 1 Billion $. Eine Mini-Atombombe ist in Planung. Sie ist unter der Bezeichnung B 61 Modell 12 bekannt. So etwas wie diese Bombe hat es noch nie gegeben. Der frühere stellvertretende Vorsitzende der Joint Chiefs of Staff sagte dazu: »Mit jeder Verkleinerung [wird der Einsatz dieser Atom-] Bombe denkbarer.«

Seit 18 Monaten findet entlang der russischen Westgrenze der größte militärische Aufmarsch seit dem Zweiten Weltkrieg statt. Die USA übernehmen dabei die Führung. Zum ersten Mal seit dem Einmarsch Hitlers in die Sowjetunion stellen ausländische Streitkräfte eine derartige reale Bedrohung Rußlands dar. Die Ukraine, die einst zur Sowjetunion gehörte, ist zu einem CIA-Themenpark geworden. Nachdem Washington einen Putsch in Kiew gesteuert hat, kontrolliert es nun ein Regime, das ein unmittelbarer Nachbar Rußlands und Rußland gegenüber feindlich eingestellt ist; zudem ist dieses Regime mit Nazis durchsetzt. Bekannte Persönlichkeiten des ukrainischen Parlaments gehören zu den politischen Erben der berüchtigten Faschisten der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) und der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA). Sie loben öffentlich Hitler und fordern die Verfolgung und Vertreibung der russischstämmigen Minderheit. Doch diese Informationen haben im Westen keinen Neuigkeitswert oder sie werden auf den Kopf gestellt, um die Wahrheit zu unterdrücken. In Lettland, Litauen und Estland – ebenfalls direkte Nachbarn Rußlands – stationiert das amerikanische Militär Kampftruppen, Panzer und schwere Waffen. Diese schwerwiegende Provokation der zweitgrößten Nuklearmacht weltweit wird vom Westen totgeschwiegen.

Aber eine vergleichbare Kampagne gegen China läßt die Aussicht auf einen Atomkrieg noch dramatisch weiter ansteigen. Es vergeht selten ein Tag, an dem China nicht als Bedrohung bezeichnet wird. Laut Admiral Harry Harris, dem Oberbefehlshaber des U.S. Pacific Command, errichtet China im Südchinesischen Meer eine gigantische Mauer. Er bezieht sich hier darauf, daß China auf den Spratly-Inseln, deren territoriale Zugehörigkeit zwischen China und den Philippinen umstritten ist, künstliche Landebahnen errichtet. Dieser Konflikt spielte eine untergeordnete Rolle, bis Washington Druck ausübte und die Regierung in Manila bestach. Dann begann das Pentagon eine Kampagne mit dem Schlachtruf Für die Freiheit der Schifffahrt! Was ist damit wirklich gemeint? Es bedeutet, daß Amerika die Freiheit für sich in Anspruch nimmt, seine Kriegsschiffe in die Küstengewässer Chinas zu entsenden und diese zu kontrollieren. Stellen Sie sich nur einmal vor, wie Amerika reagieren würde, wenn chinesische Kriegsschiffe das Gleiche vor der kalifornischen Küste täten. In meiner Dokumentation Der Krieg, den man nicht sieht sprach ich mit vielen herausragenden Journalisten aus den USA und Großbritannien. Dazu zählten bekannte Größen wie der langjährige Nachrichtenmoderator Dan Rather vom Sender CBS, Rageh Omaar von der BBC oder David Rose vom britischen Observer. Sie alle erklärten übereinstimmend: Hätten die Journalisten und Moderatoren ihren Job richtig gemacht und die Propaganda hinterfragt, nach der Saddam Hussein über Massenvernichtungswaffen verfüge, und wären die Lügen von George W. Bush und Tony Blair nicht von den Medien verstärkt und verbreitet worden, hätte der Einmarsch in den Irak 2003 vielleicht nicht stattgefunden, und Hunderttausende Männer, Frauen und Kinder wären möglicherweise heute noch am Leben.

Die Propaganda, die heute einem Krieg gegen Rußland und/oder China den Boden bereitet, unterscheidet sich davon nicht grundsätzlich. Meines Wissens stellt kein Mainstream-Journalist – das Äquivalent eines Dan Rather sozusagen – die Frage, warum China überhaupt Landebahnen im Südchinesischen Meer errichtet. Die Antwort liegt auf der Hand. Die USA kreisen China mit einem Netzwerk aus Militärstützpunkten, ballistischen Raketen, Trägerkampfgruppen und nuklearbestückten Bombern ein. Dieser tödliche Bogen spannt sich von Australien bis zu den Inseln im Pazifik, den Marianen und den Marshall-Inseln sowie Guam und weiter bis zu den Philippinen, Thailand, Okinawa, Korea und durch ganz Eurasien bis nach Afghanistan und Indien.

Amerika hat China eine Schlinge um den Hals gelegt. Das ist keine Neuigkeit, aber die Medien schweigen und sind damit am Propagandakrieg beteiligt.

2015 führten die USA und Australien unter hoher Geheimhaltung das größte einzelne militärische Luft-See-Manöver der jüngsten Geschichte durch, das unter der Bezeichnung Talisman Sabre bekannt ist. Gegenstand der Übung war ein Luft-See-Schlacht-Szenarium im Zusammenhang mit einer Blockade von Schifffahrtswegen – wie etwa der Straße von Malakka oder der Lombokstraße – die China von seiner Versorgung mit Erdöl und anderen wichtigen Rohstoffen aus dem Nahen Osten und Afrika abschneiden würde. In dem Zirkus, der auch als amerikanischer Präsidentschaftswahlkampf bekannt ist, wird Donald Trump als Verrückter, als Faschist dargestellt. Er ist sicherlich in vieler Hinsicht abstoßend, aber er ist zugleich Ziel einer Haßkampagne der Medien. Das alleine schon sollte uns skeptisch stimmen. Trumps Einstellung zu Einwanderern ist grotesk, aber auch nicht schlimmer als die Meinung von David Cameron. Nicht Donald Trump ist der große Abschieber in den USA, sondern der Friedensnobelpreisträger Barack Obama. Einer der ungeheuerlichen liberalen Kommentatoren sagte einmal, Trump »entfessle [in den USA] die dunklen Mächte der Gewalt« – er entfesselt sie? Tatsächlich?

Die USA sind das Land, in dem Kleinkinder ihre Mütter erschießen und die Polizei einen mörderischen Krieg gegen schwarze Amerikaner führt. Die USA sind das Land, das mehr als 50 Regierungen angegriffen und zu stürzen versucht hat. Viele dieser Regierungen waren demokratisch gewählt worden. Die USA haben von Asien, dem Nahen und Mittleren Osten alles bombardiert und sind für den Tod und die Vertreibung von Millionen von Menschen verantwortlich. Kein Land kommt an diesen systemischen Gewaltrekord heran. Die meisten Kriege Amerikas – praktisch alle gegen hoffnungslos unterlegene Länder ohne Verteidigungsmöglichkeiten – wurden nicht von republikanischen Präsidenten, sondern von liberalen Demokraten begonnen und geführt: Truman, Kennedy, Johnson, Carter, Clinton, Obama.

1947 wurde das vorrangige Ziel amerikanischer Außenpolitik in einer Reihe von Direktiven des Nationalen Sicherheitsrats als eine Welt beschrieben, die sich im Kern am Vorbild [Amerikas] orientiert. Diese Ideologie war reinster messianischer Amerikanismus. Wir sind entweder alle Amerikaner oder Ketzer. Und Ketzer treten entweder zum wahren Glauben über oder werden unterdrückt, bestochen, verleumdet oder vernichtet. Donald Trump verkörpert dies zwar auch, aber er ist zugleich ein sogenannter Maverick, ein Einzelgänger. Er erklärt offen, der Einmarsch in den Irak sei ein Verbrechen gewesen; und er will keinen Krieg mit Rußland und China. Die größte Gefahr für uns geht nicht von Trump, sondern von Hillary Clinton aus. Sie ist kein Maverick, sie verkörpert die Widerstandsfähigkeit und Gewalt eines Systems, hinter dessen behaupteter Einzigartigkeit sich ein Totalitarismus mit einer manchmal liberalen Maske verbirgt. Jetzt, wo der Wahltag im November immer näher rückt, wird Clinton ungeachtet ihrer Verbrechen und Lügen als die erste weibliche Präsidentin gepriesen, so wie Barack Obama als der erste schwarze Präsident in den Himmel gehoben wurde und die Liberalen sein Schwadronieren über Hoffnung schluckten. Und das Sabbern geht weiter. Nachdem der Kolumnist des britischen Guardian, Owen Jones, Obama als »lustig, voller Charme und mit einer Coolness, die praktisch allen anderen Politikern fehlt« beschrieben hatte, schickte dieser am folgenden Tag Drohnen aus, um 150 Menschen in Somalia abzuschlachten. Wie die New York Times berichtete, tötet er Menschen in der Regel dienstags, wenn ihm eine Liste mit potentiellen Todeskandidaten durch Drohnenbeschuß vorgelegt wird. Das ist wirklich cool.

In ihrem Präsidentschaftswahlkampf 2008 drohte Hillary Clinton damit, den Iran mit Atomwaffen »völlig auszulöschen«. Als Außenministerin unter Obama war sie am Sturz der demokratischen Regierung von Honduras beteiligt. Und ihr Beitrag zur Zerstörung Libyens 2011 nahm sich direkt schadenfroh aus. Nach der Beseitigung des libyschen Machthabers Oberst Muammar al-Gaddafi, dessen Ermordung möglicherweise mithilfe amerikanischer Logistik zustande kam, kommentierte Clinton seinen Tod hämisch mit den Worten: »Wir kamen, wir sahen, er starb.« [Die Redewendung veni, vidi,vici wird dem römischen Feldherrn Gaius Julius Caesar nach einem leicht errungenen Sieg zugeschrieben.] Zu den engsten Verbündeten Hillary Clintons gehört Madeleine Albright, ebenfalls eine frühere Außenministerin, die junge Frauen dafür kritisierte, Hillary nicht zu unterstützen; dieselbe Madeleine Albright hatte in dem berüchtigten Interview auf die Frage, ob der Tod von einer halben Million irakischer Kinder die ganze Sache wert gewesen sei, geantwortet: »Wir sind der Ansicht, daß es das wert war.«

Zu den wichtigsten Unterstützern Clintons gehören die Israel-Lobby sowie die Waffen- und Rüstungskonzerne, die die Gewalt im Nahen Osten anheizen.

Ihr Ehemann und sie haben von der Wall Street ein kleines Vermögen erhalten. Aber immer noch wird sie zur Kandidatin der Frauen hochstilisiert, die Donald Trump, die offizielle Verkörperung des Bösen, aufhalten soll. Zu ihren Unterstützern zählen angesehene Feministinnen wie Gloria Steinem und die Australierin Anne Summers. Seit etwa einer Generation hält eine postmoderne Ideologie, die heute als Identity Politics bekannt ist, viele intelligente und liberale Menschen davon ab, die Hintergründe, Motive und individuellen Personen zu hinterfragen, wie sie in Fällen öffentlicher Unterstützung gegeben sind, wie etwa im Zusammenhang mit der Irreführung in Bezug auf Obama und Clinton oder scheinbar progressiven Bewegungen wie Syriza in Griechenland, die ihr eigenes Volk betrog und mit ihren Feinden gemeinsame Sache machte.

Was ist aus der großartigen Tradition der von den Parteien unabhängigen direkten öffentlichen Aktionen geworden? Wo sind der Mut, die Einbildungskraft und die Entschlossenheit geblieben, die notwendig sind, um den mühseligen und langen Weg zu einer besseren, gerechten und friedlichen Welt einzuschlagen? Wo sind die Dissidenten in der Kunst, dem Film, dem Theater und der Literatur? Wo sind diejenigen, die das Schweigen brechen? Oder warten wir so lange, bis die erste Atomrakete abgefeuert wurde?

[1] http://www.bueso.de/node/8555   7. 4. 16
[2] https://www.rt.com/op-edge/336785-world-war-break-silence/ 22. 3. 16
A world war has begun. Break the silence – John Pilger

Quelle: politonline

Vorwürfe an die USA
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5 Kommentare

  1. Es ist ganz einfach, schaut man sich nur einmal das Verteidungsbudget (Verteidungshaushalt) der USA an: 596 Milliarden US-Dollar.

    Glaubt hier wirklich jemand, die USA hätten ein echtes Interesse daran, das Frieden in der Welt herrscht?

  2. Die Amis haben nichts Anderes als Waffen und ihr Betrugsgeldsystem. Und die Waffentechnik ist noch geklaut. Diese lemuren wüssten bis heute nicht, wie man Rakete schreibt, wenn nicht alles geklaut wäre (Operation paperclip) mal recherchieren. Warum weht wohl die Handels und Kriegsdlagge über dem Land?! Die Friedensflagge sieht anders aus! Die USA brauchen 70Mrd. Dollar an erfundenen Geld jeden Monat um nicht zahlungsunfähig zu sein. Dazu zählen auch Land oder Bodenschätze.

    • Einen nicht unerheblichen Teil der Gelder die die USA monatlich brauchen steuern die Deutschen bei.Ich möchte nicht wissen wieviel Steuergelder
      dorthin wandern.Ohne die Kuh Deutschland die fast endlos gemolken werden kann wäre wohl die USA schon längst am Ende.
      Allen wqs die USA nach 1945 an Patenten aus Deutschland gestohlen haben.Es waren Werte in Billionen höhe.

      • Nicht nur die eigene Besatzung bezahlen wir, sondern wir exportieren Waren und lassen uns dafür mit wertlosen Baumwollzetteln, auf denen Zahlen stehen, abspeisen. Frei erfundenes „Geld“ ohne jeden Wert. Das wird verkauft als Exportweltmeister. Es ist unglaublich, aber viele „fressen“ diesen Scheiß und meinen, das sei doch super.

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