Was bezwecken die Pläne zur Bargeldabschaffung?

von Prof. Dr. Eberhard Hamer, Mittelstandsinstitut Hannover (zeit-fragen)

Früher verstanden die Menschen unter «Geld» nur die Geldmünzen oder nachher die Geldscheine, die sie in der Hand hatten. Inzwischen aber macht dieses Bargeld nur noch wenige Prozente des gesamten Geldvolumens aus. Die Masse dessen, was wir als Geld bezeichnen, sind Kontoguthaben, Kontoforderungen oder Kontoverbindlichkeiten. Dieses letztere «Buchgeld» dominiert im gesamten Finanz- und Bankensystem international und wird sekundenschnell durch Computerklick milliardenfach um die Welt gejagt, ohne dass jemand etwas davon sieht. Es erscheint nur als Kontoabbuchung oder Kontozuwachs.

Für die Banken ist Buchgeld billiger als Bargeld. Letzteres müssen sie sortieren, zählen, transportieren und sichern. Bargeld verursacht deshalb im Bankensystem und im Handel höhere Kosten als Buchgeld.
Deshalb haben schon bisher Banken und Handel das Kreditkartensystem gefördert, welches den Zahlungsvorgang auch auf eine einfache elektronische Abbuchung reduzierte, billiger war und Bargeld entbehrlich machte. Nun kommt immer häufiger der Vorschlag, das Bargeld überhaupt abzuschaffen und mit dem 500-Euro-Schein zu beginnen. Hinter diesem Vorschlag stehen mächtige Interessenten:
Die Banken könnten ihre ganzen Kassenautomaten, ihre Bargeldabteilungen und die Bargeldsicherung abschaffen, würden also erhebliche Kosten sparen.

Der Handel und die Dienstleistungen würden ebenfalls durch Verbot des Bargelds sparen. Sie brauchten nicht mehr Bargeld zu zählen, dies umzutauschen und nicht mehr für Transportsicherheit zu sorgen.
Industrie und produzierendes Gewerbe haben ebenfalls wegen der harten Mehrwertsteuerkontrollen schon überwiegend auf Überweisungszahlungen (Buchgeld) umgestellt.

Die Zentralbanken als Herausgeber des Geldes würden ganze Abteilungen und wesentliche Kosten sparen, wenn es kein Bargeld mehr gäbe, sondern nur noch Buchgeld.

Vor allem aber will der Steuerstaat nur noch Buchgeld, weil die Finanzämter jedes Konto jedes Bürgers, jeder Bank und jedes Unternehmens durchleuchten können, Bargeldvorräte aber nicht.
Gegen die Abschaffung des Bargelds sind etwa 70 % der Bevölkerung, weil ihnen das Bargeld gewohnt ist und sie dies als Freiheitskategorie für Einnahmen und Ausgaben sehen.

Probleme einer Bargeldabschaffung gäbe es auch für viele der 42 % Klein- und Einzelhandwerker, weil sich für sie über Konto abzurechnende Kleinleistungen (zum Beispiel Auswechseln eines Schalters) nicht mehr lohnen würden und private Dienstleistungen (Nachhilfestunden, Singstunden, Babysitting und anderes) über Konto (wegen der Steuern) viel teurer werden müss­ten und sich deshalb für Anbieter und Nachfrager häufig nicht mehr lohnen würden.

Die vorgenannten sachlichen Gründe für oder gegen das Bargeld sind aber nicht der eigentliche Grund, weshalb Zentralbanken und Staaten das Bargeld abschaffen wollen, sondern ein hinterlistiger Grund: Die allseitige Kontrolle aller Zahlungsvorgänge und die betrügerische Vorbereitung der Geldwertkorrektur, einer Währungsreform.

Wie früher die Fürsten in ihren Münzanstalten die Gold- und Silbermünzen durch Zugabe von minderwertigem Metall (Kippen und Wippen) vermehrten, haben die Zentralbanken in den letzten Jahrzehnten die Geldmenge verfünfzigfacht (bei nur verfünffachtem Realwachstum), also eine riesige Geldblase erzeugt, die schon mehrfach zu platzen drohte (US-Immobilienkrise, Euro-Krise), aber immer durch weitere Geldflutung gehalten werden konnte. Auch die theoretisch auf Geldflutung eigentlich zwangsläufig folgende Inflation haben sie künstlich durch Nullzins ausgeschaltet, damit die Geldentwertung durch die Geldflutung noch nicht sichtbar wurde. Mit dem gefluteten Geld haben sich vor allem unsolide Banken für ihre Spekulationsgeschäfte und unsolide Staaten für Luxus-Sozialleistungen verschuldet. Der Geldflut folgte also die Kredit- und Schuldenflut mit Haftung aller Soliden für alle Unsoliden (ESM) und weitere hemmungslose Zahlungen der Zentralbanken an alle Unsoliden.
Das Spiel wird nicht mehr lange gutgehen. Die Börsen und Märkte sind schon «volatil». Die sich andeutende Rezession würde eine Geldmengenkorrektur erzwingen – wenn nicht die Staaten beziehungsweise ihre Zentralbanken mit einer Währungsreform die überschüssige Liquidität schon vorher vom Markt nehmen.

Die geplante Währungsreform wird erheblich billiger, wenn die Zentralbanken nicht mehr das alte Bargeld einziehen und neues Bargeld produzieren und ausgeben müssen, sondern nach Abschaffung des Bargelds nur noch auf den Knopf des Digitalgeldsystems drücken und die Abwertung in Minutenschnelle eingeben und damit allseits durchsetzen können.
Bargeldabschaffung ist in diesem Zusammenhang Währungskorrekturvorbereitung.

Allerdings würde die Abschaffung des Bargeldes den betrügerischen Hintergrund breiten Bevölkerungskreisen deutlich machen und deshalb schon jetzt einen entscheidenden Vertrauensverlust für die Währung (zum Beispiel Euro) bringen, der die Klugen sofort dazu bringt, aus der Buchwährung auszusteigen und ihr Vermögen wieder in traditionellen Zahlungsmitteln wie Gold und Silber zu horten. Das haben wir auch schon unter Hitler gehabt: Wenn die Währung zerfiel, blieben Gold und Silber sichere Zahlungsmittel. Und im Gegensatz zu einem Verbot von Bargeld hat ein Verbot von Gold- und Silbergeld in der Welt noch nie funktioniert. Der einzige Effekt des Bargeldverbots wäre also ein noch früherer Verlust der Glaubwürdigkeit der Zentralbank und der Zusammenbruch ihres Geldsystems.
Und wenn Staat und Presse das Bargeldverbot mit «Kriminalitätsbekämpfung» begründen, ist dies nicht glaubhafter als die hinter dem Vorwand der «Terrorismusbekämpfung» von den USA gezündelten Eroberungskriege.

Dennoch hat das Experiment der bargeldlosen Gesellschaft eine Chance, weil alle Banken aus Eigeninteresse (Kosten) ihren Kunden bereits den Umgang mit Bargeld über Gebühren und Negativzinsen abzugewöhnen versuchen. Aber das ist ja nicht die einzige derzeit laufende Aktion von Bevormundung und Freiheitsberaubung sowie Vermögenskontrolle der Bürger.

Was bezwecken die Pläne zur Bargeldabschaffung?
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9 Kommentare

  1. hab ich heute bekommen per email, ob es stimmt weiss ich nicht

    „Lieber Newsbrief-Leser, liebe Newsbrief-Leserin,

    folgende Warnung wird momentan im Netz verbreitet:

    „In den letzten Tagen sind etlichen Redaktionen in Deutschland interne Dokumente aus dem Finanzministerium zugespielt worden, dass Wolfgang Schäuble Vorbereitungen trifft, den Euro endgültig abzuwickeln. Inoffiziell, um keine Verunsicherung in der breiten Öffentlichkeit zu erzeugen.

    Die Anhörung Finanzen fand bereits am 9. November 2016 als geheimer Entwurf statt. Es ist geplant die Notstandsgesetze in der BRD in Kraft treten zu lassen. Wieder haben die Bankenrettungen Vorrang unter hoher Beteiligung privater Gläubiger. Aus 1.000 Euro Nominalwert werden 100 „Neue Mark“…
    Private Geldvermögen werden gesetzlich beschnitten. Die Handlungsfähigkeit des Staates wird durch eine Notstandsverfassung geregelt und gesichert. Die Grundrechte der Bürger werden dafür beschränkt. Das Brief- und Fernmeldegeheimnis soll aufgehoben werden. Es soll für eine gewisse Zeitspanne Versammlungs- und Demonstrationsverbote geben.Die Reisefreiheit und die Bürgerrechte werden eingeschränkt. …….

    Plötzlich kann es kein Geld mehr am Automaten geben. Hartz IV nicht ausbezahlt werden. Der Warennachschub wird gestoppt. Wird an die Stelle der Verabschiedung des Euro nun bald die neue Währung auch in Deutschland sein? Was wird in der EU geschehen, wenn wir dieses (Notstand) in der BRD erleben? Wird das jetzt wirklich über Nacht auf uns zukommen? Die Bürger sollen damit überrascht werden, um sich nicht mehr vorbereiten zu können…“

    Cartoon

    Was ist davon zu halten?

    Letztendlich muss man davon ausgehen, wenn die Quellenlage so unklar ist, dass wir es hier mit einer Fälschung zu tun haben. Natürlich bleibt eine Restwahrscheinlichkeit, dass es genau so ist.

    Aber!!!

    Es wäre grob fahrlässig, wenn genau so ein Plan nicht schon existieren würde. Schäuble hat durchaus immer wieder einmal angedeutet, dass es wenn notwendig, genau so gemacht würde. Dass zumindest eine gedruckte neue Währung schon länger bereits fix und fertig in den Kellern liegt, weiß ich durch eine gute Quelle aus dem Umfeld der Noten-Druckerei Giesecke & Devrient. Ich gehe aber davon aus, dass diese neue Währung in Banknotenform nur dann kommen wird, wenn es den Euro doch zu früh zerreißen sollte.

    Die EU bekommt momentan an allen Ecken Risse. Das kann auch sehr schnell den Euro mitreißen. Für nächstes Jahr gibt es eine Reihe von sehr ernstzunehmenden Vorhersagen, dass wir im ersten Halbjahr große Probleme im Finanzsystem bekommen werden. Von daher kann ich Ihnen nur empfehlen, diese Meldung so zu behandeln, als wäre sie echt und Ihre Vorbereitungen dahingehend abzuschließen und das umgehend. Sie wissen schon – Gold, Silber, Krisenvorsorge, etc…

    Wir haben es auf Zypern gesehen, wir haben es hochaktuell in Indien gesehen, wo man zuvor davon ausgehen konnte, dass man so etwas dort nicht machen könne. Man hat es dennoch getan und derartige Aktionen kommen immer völlig unerwartet von einem Tag auf den anderen, eben damit die Menschen sich dem nicht entziehen können.

    Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche,

    Peter Denk“

  2. Interessant ist, daß nur allgemein von „Bargeld“ gesprochen wird.
    Gemeint ist aber EUR – Bargeld.
    Die Amis werden sich nicht die Abschaffung des US $ vorschreiben lassen.
    Damit ist aber das Argument der angeblichen Bekämpfung von Schwarzarbeit, Drogenhandel, Waffenhandel, Prostitution, etc. ad absurdum geführt, die jeweiligen Täter weichen auf den „Greenback“ aus.
    Der „kleine Bürger“ kann immer noch in schweizer Franken, notfalls in polnische Zloty ausweichen.
    Es bleibt der Fakt, daß tatsächlich nur die Kontrolle des gläsernen Bürgers gewollt ist, der bei zu erwartenden Minuszinsen und evtl. zu erwartenden staatlichen Zwangsbeiträgen („bail out“) wömöglich die Frechheit besitzt, noch fix seine Kröten in bar abzuholen!

    Außerdem wird ein zentrales Argument von den Verfechtern des Elektro – Spielgeldes stets verschwiegen:
    Bargeld ist echtes Eigentum!
    Wer sein Geld auf ein Sparbuch, LV, Bausparvertrag, Girokonto, etc. einzahlt, verliert das Eigentum an diesen Beträgen! Dieses Geld gehört der Bank! Der Bürger hat einen „Anspruch“ bzw. eine „Anwartschaft“!
    Ist jedoch die Bank / Versicherung weg, ist der Anspruch wertlos!

    • „Wer sein Geld auf ein Sparbuch, LV, Bausparvertrag, Girokonto, etc. einzahlt, verliert das Eigentum an diesen Beträgen! Dieses Geld gehört der Bank! Der Bürger hat einen „Anspruch“ bzw. eine „Anwartschaft“!
      Ist jedoch die Bank / Versicherung weg, ist der Anspruch wertlos“

      Danke für den Hinweis, sollte es so sein.

      • Ja, Jürgen, so ist es in der Tat.
        Mach Dir mal den Spaß, geh zu deiner Bank und beantrage einen kleinen Kredit von z.B. 5.000 Euro, die Du gerne bar ausgezahlt haben möchtest.
        Bereite Dich gut auf die Fragen zur Bargeldauszahlung vor.
        Keine Bank gibt Kredite als Bargeld.
        Und warum machen die Banken das nicht?
        Stichwort: Fractional Banking

        • das mit dem Schöpfen von Geld (Giralgeld) aus dem Nichts war mir bishar schon klar. Wenn ich einen Betrag x geliehen haben möchte, schreiben sie es meinem Konto gut, sonst müssten sie es ja aus den „eigenen“ vorhandenen Mitteln nehmen, um es in bar auszahlen zu können. Nur, wenn ich nicht ausgegebenes Geld in irgendeiner Form der Bank überlasse, warum soll es nicht mehr „meines“ sein und ich darauf nur noch einen Anspruch haben dürfen? Zumal es ja eine Einlagensicherung bis 100.000 € (?) geben soll im Fall einer Bankenpleite?

          • Jürgen, nicht wirklich, oder?

            „Zumal es ja eine Einlagensicherung bis 100.000 € (?) geben soll im Fall einer Bankenpleite?“

            Glaubst Du das wirklich?
            Hierzu ein kurzer Auszug (Seite 63) aus dem Buch „Steht uns das Schlimmste noch bevor?“
            http://www.kopp-verlag.de/?websale8=kopp-verlag&pi=A3100090&refhex=5753506172746e657250726f6772616d6d&subrefhex=536f72646f6e20446965746572&wspartnerid=77&wsdc=no

            Im Oktober 2008 traten die Bundeskanzlerin Frau Merkel und der damalige Finanzminister Peer Steinbrück vor’s Mikrofon und verkündeten:

            „Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind. Auch dafür steht die Bundesregierung ein.“

            Dies ist eine Lüge wie viele andere auch, die unsere Polit-Darsteller unter’s Volk bringen, um es zu beruhigen. Die Bundesregierung haftet schon mal gar nicht, sondern der Einlagensicherungsfond der Banken. Eine Garantie gibt es aber nicht, so ein Urteil des Landgerichts Berlin. „In Wirklichkeit handelt es sich um eine unverbindliche Hoffnung “ …

            Bedenke bitte, was der Banker Carl Fürstenberg sagte:

            „Wenn der Staat Pleite macht, geht natürlich nicht der Staat pleite, sondern seine Bürger.“

  3. Die Banken können bei Vorlage von irgendwelchen Schrottpapieren von der EZB zu Null Sollzinsen Zentralbankgeld bekommen und wenn sie Geld bei der EZB anlegen zu – horribile dictu – Minus 0,5 % Habenzinsen. Damit hat das Zentralbankgeld seine Funktion als Wertaufbewahrungsmittel verloren und fungiert nur noch als Zirkulationsmittel, um als Schmiermittel der Arbeitsteilung zu dienen. Wer bei dieser Sachlage noch Sachwerte wie Grundstücke verkauft, muß mit dem Klammersack gepudert sein.

    Die von Rogoff propagierte Bargeldabschaffung wird aus verschiedensten Gründen niemals erfolgen, weil sie am menschlichen Egoismus scheitern muß. Selbst wenn es gelänge, den überwiegenden Teil digital über Konten abzuwickeln, müßte doch ein kleiner Teil über Bargeld abgewickelt werden und würden damit das Prinzip der Bargeldeliminierung ad absurdum führen. Wie sollen unsere Zeitgenossen, die ihr Sachvermögen in Edelmetall angelegt haben, ohne Bargeld dieses in Zentralbankgeld konvertieren, ohne den Fiskus auf sich aufmerksam zu machen? Was wird aus der Schwarzarbeit, ohne die ca. 15 % unserer Wirtschaft kollabieren würde? Wer kauft noch ohne Schwarzarbeit bei Baumärkten? Was wird aus dem Zusatzbrot der Schwarzarbeiter? Wie gibt der Ehemann seiner Frau das Haushaltsgeld, wenn er mit ihr keine gemeinsames Konto haben will, weil sie verschwenderisch veranlagt ist. Was wird aus den vielen Millionen, die kein Konto haben, weil sie nicht kreditwürdig sind und mit Geld nicht umgehen können, die im Schuldnerverzeichnis sind? Wer garantiert die Sicherheit vor Trojanern bei Zahlungen mit dem Smartphone?

    Vor einiger Zeit haben Lidl und Konsorten schon einmal einen Versuch gemacht, der kläglich gescheitert ist: An der Kasse stand, man solle abrunden, um das Kupfergeld, das tatsächlich 50 % des Nennwerts entspricht, zu vermeiden. Es hat aber niemand abgerundet.

    Ohne Bargeld werden viele Arbeiten nicht mehr gemacht werden, oder man wird zum Tauschhandel übergehen müssen und privates Geld, etwa Stückelung von Silber, schaffen.

    Wie dämlich können nur „unsere“ Politiker wie Schäuble sein, um ernsthaft in Erwägung zu ziehen, ihre verbrecherische Finanzpolitik, z. B: ESM, durch die Abschaffung des Bargelds zu konterkarieren.

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