Willy Wimmer an Dr. Ursula von der Leyen

Willy Wimmer, Staatssekretär des Bundesministers der Verteidigung a.D. in seinem offenen Brief an Ursula von der Leyen: „Sie äußern sich gewohnt schnoddrig über die Wehrmacht und ich habe vor wenigen Tagen auf der Krim bei dem Besuch des deutschen Soldatenfriedhofs unweit von Sewastopol “Wehrmacht“ sehen können…“

(re-posting von epochtimes.de)

Sehr verehrte Frau Bundesministerin,

Sie äußern sich seit einigen Wochen in Zusammenhang mit der ehemaligen Deutschen Wehrmacht und man wird den Eindruck nicht los, dass diese Tiraden von anderem ablenken sollen. Die Ernsthaftigkeit in der Auseinandersetzung zu diesem Thema war jedenfalls den meisten Ihrer Amtsvorgänger, die sich den damit verbundenen Fragen gestellt haben, im Gegensatz zu Ihnen nicht abzusprechen.

Ja, es ist zutreffend, dass die Kapitulation der Deutschen Wehrmacht dem Zweiten Weltkrieg ein Ende gesetzt hat und sich zahlreiche Spitzenvertreter der Wehrmacht vor den Kriegsverbrecher-Tribunalen der Alliierten in Nürnberg haben verantworten müssen, mit allen sich daraus ergebenen Folgen. Es gab Konsequenzen aus diesen Verfahren und diese finden sich in der Charta der Vereinten Nationen und den Bestimmungen über das Gewaltmonopol des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen wieder. Danach sollte es nie wieder einen Krieg wie den des Zweiten Weltkrieges geben. Das auf einem Kontinent, der seit dem Dreißigjährigen Krieg, den Napoleonischen Kriegen, dem Ersten Weltkrieg und zahlreichen anderen weltkriegsähnlichen Kriegen verheert worden war.

Der Aufbau der Bundeswehr und die Mitgliedschaft der Bundesrepublik Deutschland in der NATO wäre ohne diese rechtliche Einbindung in die von der Charta der Vereinten Nationen legitimierte Völkerrechtsordnung überhaupt nicht möglich gewesen. Nur so konnte der Deutsche Bundestag der Mitgliedschaft in der NATO in der einzig zulässigen Form einer Verteidigungsallianz entsprechend der Charta der Vereinten Nationen zustimmen.

Sie wissen selbst, dass der von der NATO bestimmte Westen die entsprechenden Grundsätze der sogenannten Charta von Paris aus dem November 1990 schmählich verraten und über die von der Charta der Vereinten Nationen nicht legitimierte Selbstermächtigung beim ordinären Angriffskrieg im April 1999 gegen die Bundesrepublik Jugoslawien nicht nur alles unternommen hat, die Charta der Vereinten Nationen zu zerstören, sondern aus der NATO eine weltweit einsetzbare Angriffsformation zu machen. Von den Konsequenzen der Nürnberger Prozesse keine Spur.

Wenn Sie sich der Mühe unterziehen sollten und die Direktiven des jeweiligen amerikanischen Präsidenten zur Nationalen Sicherheit und einem möglichen Kriegseintritt der Vereinigten Staaten jenseits der allein zulässigen Legitimation durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen lesen, dann müsste Ihnen völkerrechtlich gesehen „schummerich“ werden. Was unterscheidet die faktische Selbstlegitimation des amerikanischen Präsidenten zum Kriegseintritt eigentlich von den rechtlich begründeten Vorwürfen gegen Führungspersönlichkeiten der Deutschen Wehrmacht vor den Nürnberger Tribunalen? Man kann sich von der Wehrmacht so distanzieren, wie man will. Dann sollten Sie die Bundeswehr, alleine schon mit dem Blick auf das eigene Grundgesetz ausschließlich nach der Charta der Vereinten Nationen und dem Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zu dem Verteidigungsbündnis NATO, das es heute nicht mehr gibt, führen. Sonst bewegen Sie sich näher an den Kriterien, die einen in Nürnberg auf die Anklagebank brachten, als uns allen lieb sein kann.


Das zeigt sich doch in diesen Tagen in besonderer Weise. Es sind doch rechtliche Formelkompromisse, die eine Scheinlegitimation für die deutschen Tornados in der Türkei liefern. Weder die eigene Verfassung noch die Charta der Vereinten Nationen noch Beschlüsse des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen legitimieren diesen Einsatz. Wenn jetzt wegen intransingenten türkischen Verhaltens die deutschen Tornados aus der Türkei abgezogen werden, gibt es in Übereinstimmung mit der nationalen und internationalen Rechtsordnung, die uns doch von der Wehrmacht angeblich unterscheiden soll, nur ein zulässiges Ziel: die Fliegerhorste in der Heimat. Nein, man spricht außerhalb des NATO-Gebietes von Jordanien. Dann ist es eben für die Bundeswehr morgen nach Ansicht unserer Partner der Einsatz in Korea.

Sie lassen sich da auf etwas ein, das weder in der Verfassung noch in den Nürnberger Kriterien eine irgendwie geartete Legitimation findet. Aber das hat Ihnen die Bundeskanzlerin mit Ihren eigenmächtigen Entscheidungen aus dem September 2015 bestens vorgemacht. Sie äußern sich gewohnt schnoddrig über die Wehrmacht und ich habe vor wenigen Tagen auf der Krim bei dem Besuch des deutschen Soldatenfriedhofs unweit von Sewastopol „Wehrmacht“ sehen können. In einem Tal von fast überirdischer Schönheit sind dort gut fünfundzwanzigtausend Soldaten der Wehrmacht zur letzten Ruhe gebettet worden. Das in einem Land, das wie kein anderes unter dem Krieg gelitten hatte. Fast täglich werden verstorbene deutsche Soldaten wegen der regen Bautätigkeit auf der Krim bei den Arbeiten an den Baustellen gefunden und sie sollen ihre letzte Ruhe finden. Das geht aber nicht, weil die zuständigen deutschen Behörden die Zusammenarbeit zwecks notwendiger Identifikation verweigern.


Unsere Soldaten können nicht beigesetzt werden, weil die Heimat sie im Stich läßt. Ich habe deshalb sofort nach meiner Rückkehr den Herrn Bundespräsidenten informiert. Sie sollten nicht annehmen, dass ich eine Antwort erhalten habe. Haben Sie sich bei Ihren Aussagen zur „Wehrmacht“ eigentlich einmal gefragt, was die Angehörigen der deutschen Streitkräfte heute empfinden, wenn sie von diesem Verhalten ihres Staates gegen gefallene deutsche Soldaten erfahren? Ich habe vor Jahren einen Gefallenen-Austausch zwischen Israel und dem Iran in die Wege leiten können und den Abschluss sichergestellt. Man lässt keine gefallenen Soldaten zurück.

Sie können sich weiter über die „Wehrmacht“ äußern. Dann müssen Sie aus den Protokollen der Bundesregierung aber auch die grandiose letzte Rede des verstorbenen Präsidenten der Französischen Republik, Herrn Mitterrand, im Berliner Schauspielhaus auf Einladung des Bundeskanzlers, Herrn Dr. Helmut Kohl, löschen lassen. Es war gerade in dieser Rede kurz vor seinem Tod, in der sich der französische Präsident mit Respekt über die Armee und die Soldaten seines Gegners im Zweiten Weltkrieg geäußert und seine Achtung öffentlich gemacht hatte.

Wir haben, auch und gerade als bewusst gewollte Konsequenz aus Versailles 1919 als Nation einen Weg nehmen müssen, zu dem Teile der Reichswehr-Führung im Januar 1933 einen mehr als verhängnisvollen Beitrag geliefert haben. Noch nach der Wiedervereinigung unseres Landes 1990 haben Gruppen des Bundeswehr-Establishments versucht, an bestimmte Teile des historischen Armee-Verständnisses aus ihrer Sicht anzuknüpfen. Diese Tendenzen sind weiter offenkundig und erscheinen wegen 1933 wie unter einem Brennglas. Wie man sich diesen Fragen auch nähern kann, hat das epochale amerikanische Weltkriegs-Epos „Band of Brothers“ deutlich gemacht. Dort lässt der amerikanische Kriegsgegner ehrenhaft und ohne jeden Beigeschmack einen deutschen General Worte an seine, die deutschen Soldaten, richten.

Von einer solchen Haltung, sehr verehrte Frau Bundesministerin, sind Sie zu weit entfernt. Da Sie sich in der bei Ihnen gewohnten Weise zu diesen Fragen zunächst öffentlich geäußert haben, behalte ich mir diese Möglichkeit in Zusammenhang mit diesen Anmerkungen zu Ihrem Verhalten ebenfalls vor.

Mit freundlichen Grüßen
Willy Wimmer
Staatssekretär des Bundesministers der
Verteidigung a.D.

Quelle: World Economy

Der deutsche Krieg

Stargardt, Nicholas


Einzigartig und fesselnd erzählt der renommierte Oxford-Historiker Nicholas Stargardt in ‚Der Deutsche Krieg‘ aus der Nahsicht, wie die Deutschen – Soldaten, Lehrer, Krankenschwestern, Nationalsozialisten, Christen und Juden – den Zweiten Weltkrieg durchlebten. Tag für Tag erleben wir mit, worauf sie hofften, was sie schockierte, worüber sie schwiegen und wie sich ihre Sicht auf den Krieg allmählich wandelte. Gestützt auf zahllose Tagebücher und Briefe, unter anderem von Heinrich Böll und Victor Klemperer, Wilm Hosenfeld und Konrad Jarausch, gelingt Nicholas Stargardt ein Blick in die Köpfe der Menschen, der deutlich macht, warum so viele Deutsche noch an die nationale Sache glaubten, als der Krieg längst verloren war und die Gewissheit wuchs, an einem Völkermord teilzuhaben. Ein verstörendes Kaleidoskop der Jahre 1939 bis 1945 im nationalsozialistischen Deutschland. „Ein Meisterwerk der Geschichtsschreibung, das die ‚Vogelperspektive‘ nahtlos mit einer Mikrogeschichte dieser verhängnisvollen Periode des 20. Jahrhunderts verbindet.“ Jan T. Gross

Willy Wimmer an Dr. Ursula von der Leyen
9 Stimmen, 5.00 durchschnittliche Bewertung (99% Ergebnis)

Kommentare

Willy Wimmer an Dr. Ursula von der Leyen — 12 Kommentare

  1. Und wieder kam heute früh ein Kommentar von mir nicht durch, was ist hier eigentlich los ??

    Wie oft habe ich schon einen Kommentar geschrieben, gepostet und dann … nichts !!!

     

    Hier liegt wohl eine externe Zensur vor, so langsam bin ich es leid, Zeit und Energie zu opfern, wenn dann alles umsonst war … wir leben in einer perfiden, subtilen und brutalen Diktatur !!!!!!!!!!!!!

    Geht es eigentlich nur mir so ???

        • Ich wüßte nicht, daß ich in meinem Kommentar den Eindruck vermittelt hätte, daß mir etwas Sensationelles widerfahren wäre, ich wollte lediglich wissen, ob es anderen auch so ergeht und woran es möglicherweise liegen könnte.

          Und ob Dieter dazu etwas beisteuern kann bezweifle ich doch sehr, denn er wußte auch nicht, warum oder von wem meine Kommentare öfters "moderiert" werden und somit auf eine Freischaltung warten mußten … auf jeden Fall geht es hier nicht mit rechten Dingen zu.

    • Ich habe das jetzt schon ein paar mal gelesen, Stahlfront. Auch von anderen. Mir ist das bis jetzt noch nie passiert. Hast du mal bei Dieter nachgefragt, woran das liegen könnte? Das einzige, was mir bisher aufgefallen ist, dass die Seite manchmal ewig lange lädt, oder auch gar nicht zu öffnen ist.

  2. Bei allem verdienten Respekt, gegenüber Willy Wimmer, möchte ich ihn bitten, doch seinen Augenmerk mit auf den Rückzug der Politik, als Schutz des Staates, der staatlichen Identität und seiner Menschen, gegenüber den nun auch sichtbar bestimmenden Einfluss, der NWO-Globalisten, zu richten.

    Weder unsere Polit-Darsteller, die immer schärfere Gesetze gegen kritische Bürger durchziehen wollen, noch die Globalisten, halten sich an die Regeln eines Rechtstaates. Den Globalisten ist massiver Einfluss, bei der UN gelungen um ihr "Projekt" durchzuziehen. Den Staatsbürgern ihre Identität zu rauben, diesen mittels massiver Zuwanderung, ihr Menschsein, ihre Kultur abzusprechen und zu vernichten. Somit wird auch sichtbar, das die "GRÜNEN" eine solche Globalistenorganisation sind.

    Die öffentlichen Dienstleistungen, Forste, Unternehmen und Anlagen, sollen privatisiert werden. Zu wessen Gunsten? Zu Gunsten, der Milliardäre, die alles Aufkaufen und wiederum teuer vermieten oder zur Verfügung stellen. So gehen wertlose Digital-Dollar von den Cayman-Islands, anonym über den Teich und werden durch den "Ankauf" erst mit Wert gefüllt. Auf Lagerhalde oder in Bits und Bytes, sind sie nichts, aber auch gar nichts Wert. Deshalb müssen sie gewaschen, getauscht werden. Dazu benötigt man einen Dummen, der für eine Ladung Spielgeld ein Krankenhaus tauscht.

    Wir werden zu "Leasingnehmern" unserer eigenen, von unseren Eltern und uns längst finanzierten und aufgebauten Einrichtungen. Dazu zählen u.a., Krankenhäuser, Schulen, Forste, Kläranlagen, Wasserwerke, selbst die zu – und abführenden Leitungen von Wasser und Energie, Brücken, Bahn und Autobahn. Jede Dienstleistung, die sich daraus ergibt, lässt die Kassen im Finanzministerium klingeln, da die MwST., jedesmal fällig wird.

    Das Leben wird unwürdig, für arme deutsche Menschen, diese bekommen von niemandem Hilfe. Hart4 und Grundsicherungen, sind nur Feigenblätter. Die Politik, hat sich den Globalisten einfach unterworfen und erfüllt deren Wünsche, weil sie dadurch ohne viel Aufwand ebenso profitiert. In den Aufsichtsräten der dann zu gründenden Gesellschaften.

    Ich habe hier einen sehr interessanten Artikel von "Info Direkt". Zitat:

    "Wir sind 99 Prozent. Wenn uns das klar wird, haben wir gewonnen"

    "Globalisten im Kampf gegen die Völker"

    Zitat: "Durch die Wahl Donald Trumps wurde zum Jahresende 2016 sichtbar, was viele schon vermutet hatten. Jetzt tritt zu Tage, dass die Globalisten keine bestimmte Nation besetzt haben, sondern weltweit operierend gegen die Völker agieren. Nicht „die USA“ oder „die Engländer“ sind Völkerfeinde, sondern das internationale Kartell.

    Putin, Orban und Trump kämpfen an vorderster Front gegen diese Globalisten – und die von den Kosmopoliten inszenierten Widerstände im Inneren".

    "Die Frage, wem diese globalisierte Welt nutzt, verriet – und dafür müssen wir ihm ehrlich dankbar sein – einer der begeistertsten Globalisten selbst".

    "George Soros, Multi-Milliardär und Börsenspekulant, hielt fest, dass seine Globalisierung weniger als ein Prozent der Menschheit bereichern würde".

    "Die restlichen 99 Prozent werden in der Globalisierung ausgenutzt und ausgesaugt – für immer mehr Profite. Wie in einem riesigen Monopoly-Spiel sollen die Menschen, wurzellos und heimatlos, von A nach B verschoben werden können, wenn die Weltwirtschaft es wünscht. Und die Herren dieser Weltwirtschaft sind das eine Prozent, Joachim Fernau sprach damals von der „Hochfinanz“, welche die USA fest in ihrem Griff hätte".

    "Um die Massen gefügig für dieses kranke Spiel zu machen, ist es wichtig, ihre Strukturen zu vernichten. So wird die Familie als kleinste Keimzelle zerstört und durch Fremdkonstrukte ersetzt. Es geht hier um die völlige Entwurzelung der Menschen, die Vollendung der 200 Jahre alten Parole nach „Gleichheit“ der Menschen".

    Zitat, aus dem LINK unten.

    http://info-direkt.eu/2017/05/02/wenn-uns-das-klar-wird-haben-wir-gewonnen/

     

     

  3. Unter Gefallenen und Vermissten zählt meine Sippe 14 (vierzehn) Front-Männer.

    Mein Vater und zwei Onkels kämpften u.a. auch in Russland. Ein Onkel ist gefallen (Luftwaffe, ledig) , der zweite ist dort vermisst (Infanterie, zwei Kinder) und mein Vater (Artillerie, zwei Söhne) entkam lebend weil er in Stalingrad verwundet wurde und dadurch noch kurz vor dem Schliessen des "Kessels" ins Lazarett nach Kiew verlegt werden konnte. 

    Von den Anderen versuche ich immer noch näheres zu erfahren.

    (An dieser Stelle hatte ich einen Kommentar verfasst den ich aber nach einigem Überlegen dann doch gelöscht habe. Man weiss nicht was man von "Diesen Leuten" überhaupt noch erwarten kann . . . ; jedenfalls bestimmt nichts "Gutes" !)

    Gruss an alle Deutschen Familien und Sippen die Ihren Toten Soldaten noch gedenken und in Ehren halten !

  4. „Unsere Soldaten können nicht beigesetzt werden, weil die Heimat sie im Stich läßt. Ich habe deshalb sofort nach meiner Rückkehr den Herrn Bundespräsidenten informiert. Sie sollten nicht annehmen, dass ich eine Antwort erhalten habe“.

    Das ist eine Ungeheuerlichkeit. So viele Menschen, warten auf eine, auf die letzte Nachricht, das man ihren Verwandten oder Grossvater gefunden hat, und selbst das verweigern diese Mitglieder einer merkwürdigen Politorganisation den Menschen hier im Theater. Diese Leute, biedern sich einem US- Globalisten Kurs derart an, das dies bei weitem überzogen ist. Sie müssen nur aufpassen, wann der Zeitpunkt gekommen ist, und die Herrscher im Hintergrund so weit gefestigt sind, das diese ihrem Ekelgefühl nachgeben können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.